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Erzbistum Paderborn
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© Maria Aßhauer/Erzbistum Paderborn
Pressemeldung
17. April 2023
Paderborn/Magdeburg

Gemeinsame Geschichte pflegen und voneinander lernen

Geistlicher Rat im Erzbistum Paderborn trifft Ordinariatsrat aus dem Bistum Magdeburg

Am Sonntag und Montag (16./17. April 2023) tauschten sich die Mitglieder des Geistlichen Rates im Erzbistum Paderborn zum ersten Mal seit 2019 wieder in Präsenz mit den Mitgliedern des Ordinariatsrates aus dem Bistum Magdeburg aus. Beide Diözesen verbindet eine lange gemeinsame Geschichte: 1821 wurde Magdeburg der Verwaltung durch das Bistum Paderborn zugeteilt, seit fast 30 Jahren leben beide (Erz-)Bistümer ihre historische Verbundenheit in einer offiziellen Partnerschaft. „Es ist wertvoll und hilfreich, dass wir unsere Verbindung in vielfältigen Formen und jetzt auch wieder mit unserem Treffen mit Leben füllen“, begrüßte Prälat Thomas Dornseifer als Ständiger Vertreter des Paderborner Diözesanadministrators den Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige und die Mitglieder des Ordinariatsrates in der ostwestfälischen Bischofsstadt.

Bischof Dr. Feige wurde begleitet von Generalvikar Dr. Bernhard Scholz, Ordinariatsrätin Dr. Friederike Maier, Ordinariatsrat Thomas Kriesel und Dr. Christina Saal. Neben Prälat Thomas Dornseifer freuten sich auf Paderborner Seite über den Besuch aus Sachsen-Anhalt Domdechant Prälat Alfons Hardt, die drei Weihbischöfe Matthias König, Dr. Dominicus Meier OSB und Josef Holtkotte sowie Dompropst Monsignore Joachim Göbel, Regens Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, Offizial Hans-Jürgen Rade, Dr. Michael Werneke und Matthias Micheel. Der Paderborner Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen.

 

„In Zeiten rapider Umbrüche wird es künftig zunehmend herausfordernder, unsere Kirche und unseren Glauben zu gestalten“, machte Prälat Dornseifer deutlich. Umso wichtiger sei es, „uns gemeinsam zu vernetzen und voneinander zu lernen.“ Die Agenda für den gemeinsamen Austausch war lang: Die Teilnehmenden erörterten, wie die Beschlüsse des Synodalen Weges in Paderborn und Magdeburg umgesetzt werden können. Vor allem die großen Themen der Diözesanen Zukunftswege, Strategieleitlinien und nicht zuletzt die Missbrauchsaufarbeitung boten Anlass zum inhaltlichen Transfer. Personaleinsatzplanung, Pfarreienentwicklung oder bistumsübergreifende Kooperationen in standarisierten Bereichen standen ebenfalls auf der Tagesordnung. Wie in vielen deutschen Diözesen ist in Magdeburg und Paderborn die bedarfsgerechte Anpassung kirchlicher Immobilien drängend – darüber sprachen die Teilnehmenden ebenso wie über die Situation des Religionsunterrichts und von katholischen Schulen. Die Teilnehmer des Erzbistums Paderborn stellten zudem ihre Erfahrungen mit dem Beschwerdemanagement und die umfangreichen Maßnahmen zur Schöpfungsbewahrung vor. Perspektivisch wurde die Reise des Paderborner Diözesan-Bonifatiuswerkes 2024 nach Magdeburg in den Blick genommen.

 

Auf den intensiven Gedankenaustausch folgte intensiver Kunst-Genuss zum Abschluss des Treffens: Zunächst gewährte Dompropst Msgr. Joachim Göbel den Teilnehmenden einen spannenden Einblick in die Baustelle der Domkrypta, die derzeit restauriert und umgestaltet wird. Anschließend brachte Museums-Direktor Holger Kempkens den Gästen aus Paderborn und Magdeburg bei einer kompakten Führung durch das Erzbischöfliche Diözesanmuseum den aktuell ausgestellten Naumburger Cranach-Triegel-Altar sowie die Ausstellung „Du wirst staunen!“ mit Werken des Bildhauers Josef Rikus nahe. Die Rikus-Ausstellung ist derzeit im Diözesanmuseum und im Stadtmuseum Paderborn zu sehen.

Partnerschaft Magdeburg und Paderborn

Im Jahr 968 wurde Magdeburg als Erzbistum errichtet, ging aber während der Reformation mit den zugeordneten Bistümern unter. Es folgte eine wechselvolle Geschichte kirchlicher Zuordnung. Im 17. und 18. Jahrhundert waren Paderborner Fürstbischöfe mit der Sorge für das Magdeburger Gebiet betraut. Durch das von Papst Pius VII. erlassene Schreiben „De Salute Animarum“ wurde das „Kommissariat Magdeburg“ 1821 dem Bistum Paderborn zur ständigen Verwaltung übergeben.

 

Durch die Teilung Deutschlands 1949 wurde der Kontakt zwischen Ost- und Westteil des Erzbistums Paderborn schwieriger. Kurz nach dem Mauerfall nahm das Diözesankomitee im Erzbistum Paderborn als Vertreter der Laien Kontakt zu den katholischen Laien im „Bischöflichen Amt Magdeburg“ auf. 1994 wurde Magdeburg eigenständiges Bistum und dem Erzbistum Paderborn zugeteilt. Im selben Jahr unterzeichneten der Magdeburger Bischof Leo Nowak und der Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt eine offizielle Partnerschaftsurkunde für beide (Erz-)Diözesen, die im Juli 2009 vom Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige und vom damaligen Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker aktualisiert wurde.

 

Die Liborius-Kapelle im Magdeburger Roncalli-Haus und eine Wandtafel im Kreuzgang des Paderborner Domes stehen für die Verbundenheit, ebenso wie gegenseitige Einladungen zu Libori und zur Wallfahrt des Bistums Magdeburg auf der Huysburg. An den Treffen der Priesterräte beider Bistümer nimmt jeweils ein Vertreter aus dem Partnerbistum teil. Die Bereiche des Generalvikariates Paderborn und des Ordinariats in Magdeburg, die Diözesan-Caritasverbände oder die Laiengremien arbeiten zusammen. Besonders ausgeprägt ist die Partnerschaft zwischen Stämmen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) aus beiden Diözesen.

Ein Beitrag von:
Redakteurin Team Presse

Maria Aßhauer

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