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Erzbistum Paderborn
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Gelebte Völkerverständigung

Katholische italienische Mission in Lippstadt mit internationalen Lebensgeschichten.
Unser Glaube
14. Oktober 2020

Gelebte Völkerverständigung

Katholische italienische Mission in Lippstadt mit internationalen Lebensgeschichten.

Themenspecial “Einheit”: Katholische italienische Mission in Lippstadt mit internationalen Lebensgeschichten

„Gelebte Völkerverständigung“, bringt Pfarrer Don Marwan Youssef sein Gefühl über das Leben in der italienischen Mission in Lippstadt auf den Punkt. Nicht nur italienische Frauen und Männer fänden hier eine Anlaufstelle, ergänzt der 39-Jährige Leiter der kleinen Mission, die seit nunmehr 13 Jahren direkt gegenüber der St. Nikolai-Kirche ihren Platz gefunden hat. „Die Menschen sind hier sehr offen und suchen die Gemeinsamkeit“, ergänzt Pastoralhelfern Elsa Alangi.

Pfarrei und Begleitung im Alltag

Internationalität leben beide vor. Pfarrer Youssef stammt aus dem Libanon und spricht mehrere Sprachen: Arabisch, libanesisch, französisch, englisch, italienisch, spanisch und deutsch. Eine schnelle Kontaktaufnahme ist ohne sprachliche Barrieren ein erster guter Schritt. Elsa Alangi ist in Paraguay geboren, lebte dann aber in Italien. „Spanisch wurde zwar in Paraguay gesprochen, aber ich kann es heute nicht mehr“, so Alangi, die perfekt Deutsch und Italienisch spricht, sowie Schulkenntnisse in Englisch und Französisch hat.

Pfarrer mit vielen Sprachkenntnissen

Das Einzugsgebiet der italienischen Mission, die seit 1981 für das Erzbistum Paderborn besteht, geht weit über Lippstadt hinaus. Auch Warstein, Werl, Rheda-Wiedenbrück, Soest, Rüthen und Belecke gehören dazu. „Wir sind vergleichbar mit einer Pfarrei, sind für unsere Besucher und Besucherinnen aber auch Begleitung im Alltag“, sagt Elsa Alangi. Denn geht es zu Behörden oder fehlen Dokumente, helfen die Mitarbeiter der Mission ebenso weiter wie bei Anfragen als Übersetzer, zum Beispiel bei Gericht.

„Gottesdienste dürfen wir mit dem Einverständnis der örtlichen Pfarrer in allen Kirchen feiern“, blickt Pfarrer Youssef auf ein gutes Verhältnis untereinander.

Vom Libanon nach Lippstadt

Jedoch auch der Vielzweckraum in der Mission bietet manche Möglichkeiten. So habe man hier schon Messen gefeiert, einen Kreuzweg aufgebaut, theologische Gespräche geführt, Fernsehabende durchgeführt und auch Mutter-Kind-Angebote gemacht. „Allerdings hat uns die Corona-Pandemie in vielen Aktivitäten zuletzt ausgebremst.“

„Ich habe hier meine berufliche Erfüllung gefunden. Der Kontakt mit den Menschen, der Austausch mit Gläubigen und unserem Pfarrer zu allen Fragen des Glaubens, die Liturgie – all das interessiert mich sehr“, strahlt Elsa Alangi nach ihren Aufgaben befragt. Seit zwölf Jahren arbeitet sie für die italienische Mission, zuvor war sie sieben Jahre als Sozialarbeiterin beim SKM (Kath. Verein für soziale Dienste) tätig.

Antworten auf viele Fragen im Kloster gesucht

Als 15-Jähriger habe er sich schon mit den Fragen zum Leben und der Philosophie auseinandergesetzt. Doch einmal Priester zu werden, sei noch kein Ziel gewesen. Marwan Youssef ist nun seit zwei Jahren als Pfarrer an der Katholischen italienischen Mission in Lippstadt tätig. Sein Weg führte aus dem Libanon über Rom und Neustadt an der Weinstraße nach Ostwestfalen. In seiner Heimat Jezzine – bekannt durch die Wasserfälle und die christliche Marienkapelle „Unsere liebe Frau vom Wasserfall“ – sei er eines Tages auf ein Dach gestiegen, um zu meditieren. Der Blick habe ihn auf ein gegenüberliegendes Kloster in den Bergen geführt. „Ob ich dort wohl die Antworten auf meine Fragen bekomme“,  überlegte Marwan Youssef damals und suchte das  Gespräch mit den Mönchen.

Einheit der Gemeinde intensiv gelebt

„Danach wollte ich Priester werden und bin mit 18 Jahres ins Kloster gegangen“, erinnert sich Youssef, der an der nichtstaatlichen, konfessionellen Heilig-Geist-Universität Kaslik studierte. Die maronitische Kirche ist die Trägerin der Universität. Das Studium der Philosophie, Theologie und Bibelwissenschaft – sowie der Musikwissenschaft und Lyrik – beendete Youssef dann 2005, zwischenzeitlich hatte er aber das Kloster mit „vielen offenen Fragen“ verlassen. Als der Abt des Klosters, Elie Bechara Haddad, zum Bischof ernannt wurde, kehrte Youssef zurück ins Priesterstudium u.a. an der Päpstlichen Universität Gregoriana  in Rom. 2009 erfolgte die Priesterweihe auf dem Tag seines Geburtstags.

2017 nahm Marwan Youssef an einem Projekt „Bibel und Meditation“ des Bistums Speyer und des Ordens im Herz-Jesu-Kloster in Neustadt an der Weinstraße teil. Danach fiel die Entscheidung, dass ihn der Weg nach Lippstadt führen wird.

„Hier fühle ich mich wohl. Die Einheit als Gemeinde wird hier sehr intensiv gelebt. Die Gläubigen aus unterschiedlichen Nationalitäten kommen hier zusammen. Mittlerweile gibt es auch viele länderübergreifende Ehen“, fasst Don Youssef das Gemeindeleben zusammen. Alle seien gut integriert, es sei eine Einheit gewachsen. Genauso wichtig sei die Einheit Europas.

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