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Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland
28. März 2023
Ense / Hellweg

„Fachkräfte kann man sich nicht backen – aber überzeugen“

KITA gem. GmbH Hellweg blickt auf 2021/2022 zurück

„Fachkräfte kann man sich nicht backen – aber man kann Menschen von sich als Arbeitgeber und von einem Berufsbild überzeugen. Dafür bedarf es viel Engagement und manchmal auch Fantasie – aber vor allem guter Argumente“, stellte die Fachbereichsleitung Personal der Kita gem. GmbH Hellweg, Kirsten Tischer, auf der kürzlich in Ense stattgefundenen Gesellschafterversammlung des Trägerverbundes fest.  In den 66 katholischen Kindertageseinrichtungen der KITA gem. GmbH Hellweg betreuen über 1.100 Mitarbeitende des Trägerverbundes fast 4.400 Kinder. „Als Dienstgeber wissen wir sehr genau um die täglichen Herausforderungen denen sich unsere Teams vor Ort stellen. Deshalb steht es für uns stets im Fokus, ein gutes Arbeitsumfeld zu bieten.“

Als großer Trägerverbund könne man als Dienstgeber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einiges bieten und das müsse man nicht nur gegenüber den eigenen Teams kommunizieren, sondern auch potenziellen neuen Kolleginnen und Kollegen sowie interessierten jungen Menschen noch deutlicher machen. „Gutes Gehalt, Zusatzleistungen in der Altersvorsorge, Fortbildung, Karrierechancen und sehr gute Möglichkeiten zur Vereinbarung von Familie und Beruf durch eine Vielzahl von Arbeitszeitmodellen sind da nur das eine“, erläuterte Kirsten Tischer den anwesenden Vertreter der Kirchengemeinden, die die Kita gem. GmbH mit der Trägerschaft ihrer Kita vor Ort beauftragt haben.

„Viele weitere Projekte wie zum Beispiel der „Tankstellentag“, ein regelmäßiger Newsletter zur betrieblichen Gesundheitsförderung oder das Bike-Leasing-Angebot für Mitarbeitende sind auf Anregungen der Kolleginnen und Kollegen zurückzuführen und werden auch entsprechend gut angenommen.“ Nun wolle man durch noch intensivere Kommunikation diese Vorteile für Mitarbeitende auch noch besser „an die Frau bzw. den Mann bringen“, um neue Kolleginnen und Kollegen zu gewinnen und den jetzigen Mitarbeitenden ein optimales Arbeitsumfeld zu bieten.

Ausbildung als wirksames Mittel gegen Fachkräftemangel

Als großer Trägerverbund könne man auch Leistungen erbringen, die kleine Träger nur schwer leisten könnten. „Das KiBiz finanziert zum Beispiel Ausbildung nur unzureichend. Trotzdem sind wir der festen Überzeugung, dass wir dem Fachkräftemangel wirksam durch Ausbildung entgegnen können. Deshalb ‚leisten‘ wir uns in Hellweg derzeit 106 Auszubildende“, führte Kerstin Tischer aus. Auch der sogenannte „Flexpool“, den die Kita gem. GmbH Hellweg nun eingerichtet hat, sei ein großer Vorteil für Mitarbeitende wie Eltern und Kinder: „Um die Qualität der Betreuung vor Ort zu gewährleisten und auch die Mitarbeitenden vor Mehrbelastung zu schützen, haben wir Flexpools organisiert, die einrichtungsübergreifend z. B. bei Personalausfällen durch Krankheit Stundenausfälle ausgleichen können.“

„Systemrelevanter Bestandteil der Bildungslandschaft“

„Wir stehen personell wie finanziell vor großen Aufgaben“, führte Geschäftsführer Michael Stratmann aus. Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung sei unmittelbar abhängig von der Landesgesetzgebung und hier sei auch die „Krux“ bei mancher Entscheidung. „Wenn berichtet wird, dass die Mittel aus dem KiBiz auskömmlich sind, dann wird gerne verschwiegen, dass die Träger zum Beispiel durch die steigenden Energie- und Handwerkerpreise enorm unter Druck geraten. Diese Steigerungsraten finden sich so nicht in den Pauschalen des KiBiz wieder“, führte er aus.

Zudem müssten sich die Träger darauf einstellen, die zu erwartenden erheblichen Tariferhöhungen aus laufenden Mitteln vorzufinanzieren. „Bis erhöhte Personalkosten durch höhere KiBiz-Zahlungen refinanziert werden, vergehen zwischen zwölf und 18 Monate. So lange bleiben die Träger auf den Kosten hängen“, rechnete Mitgeschäftsführer Josef Mertens vor. Dieser Verzug könne zu Finanzengpässen führen, die nur durch Einschränkungen zum Beispiel in der Ausbildung oder anderen strategischen Maßnahmen zur Zukunftssicherung der Kitas aufgefangen werden könnten. „Die Qualität der Kinderbetreuung steht weiterhin insbesondere in direkter Abhängigkeit von der Personal- und Gebäudesituation. Hier können wir nicht wirklich sparen, wenn wir unseren Überzeugungen und pädagogischen Zielen auch zukünftig gerecht werden wollen“, betonte Mertens.

Wasserspender in allen Kitas

Einstimmig nahm die Versammlung sowohl die Berichte aus den Fachbereichen Personal, Bau, Organisation und Finanzen sowie auch den Jahresabschluss entgegen, entlastete die Geschäftsführung und erteilte der Gesellschaft ein Plazet für den Wirtschaftsplan sowie die strategischen Ausrichtungen der kommenden Jahre.

Dafür wurden die Vertreter von Kirsten Janning, Fachbereichsleitung Finanzen, über Geschäftszahlen und Bilanzen und aktuelle Entwicklungen aus der Finanzverwaltung umfassend informiert. So konnte sie ein positives Fazit zur Digitalisierung der Rechnungsläufe in den Kitas ziehen. „Wir tauschen alle Belege und Freigaben zwischen Kita und Finanzbuchhaltung mittlerweile ausschließlich digital aus, haben diesen Prozess auch prüfen lassen und können somit deutliche Erleichterungen in der Verwaltungsarbeit der Kita-Leitungen realisieren“, fasste sie zusammen.

Aber auch darüber hinaus ist in den katholische Kindertageseinrichtungen viel in Bewegung. „Wir richten unsere Kitas – wo möglich – verstärkt nachhaltig und ökologisch aus“, betonte Sebastian Schrage, Fachbereichsleitung Bau und Organisation. Mit fest installierten Wasserspendern in allen Kitas habe man zum Beispiel den Verbrauch von Plastikflaschen und den Logistikaufwand deutlich reduzieren können.

„Die Kita gem. GmbH steht qualitativ, pädagogisch, personell und betriebswirtschaftlich noch auf soliden Füßen, aber die zukünftigen Herausforderungen werden auch für uns größer“, stellten die beiden Geschäftsführer unisono fest. „Durch das Engagement aller Mitarbeitenden vor Ort und in der Verwaltung sind wir aber guter Dinge, dass wir in allen katholischen Kitas in unserer Trägerschaft unseren selbstgesteckten Zielen und Anforderungen der frühkindlichen Betreuung und Bildungsarbeit gerecht werden.“

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