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Erzbistum Paderborn
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© Photo Kozyr / Shutterstock.com

„Es gibt keine Barrieren, wenn die Sprache der Glaube ist“

Delegation aus dem Erzbistum Paderborn beim Juliansfest in Le Mans

Auch Jahrhunderte nach ihrem Wirken bauen die beiden ersten Bischöfe von Le Mans, Julian und sein Nachfolger Liborius, eine Brücke über Grenzen hinweg. Deshalb machte sich über das Wochenende wieder eine große Delegation aus dem Erzbistum Paderborn auf den Weg nach Frankreich ins Partnerbistum: Erzbischof Hans-Josef Becker, Prälat Thomas Dornseifer, 44 Mitglieder der „Deutsch-französischen St.-Liborius-Fraternität“ und 30 junge Menschen aus der Jugendabteilung der Fraternität reisten zum Hochfest des heiligen Julian in Le Mans.

Zum Juliansfest wird eine Büste mit den Reliquien des heiligen Julian in der Kathedrale von Le Mans verehrt. Foto: David Hesse / Erzbistum Paderborn

Seit die Gebeine des heiligen Liborius im Jahr 836 von Le Mans nach Paderborn überführt wurden, verbindet die beiden Bistümer ein „Liebesbund ewiger Bruderschaft“. Die „Deutsch-französische Liborius-Fraternität“ hält diese Freundschaft durch Begegnungen und Kontakte in beiden Ländern lebendig, inzwischen auch mit großer jugendlicher Beteiligung: Mitglieder aus der Jugendabteilung der Fraternität fuhren unter der Leitung von Jakob Jan Küchler, Vikar im Pastoralen Raum Meschede-Bestwig, mit zum Juliansfest. Dort erwartete sie die französische Fraternitäts-Jugendabteilung unter der Leitung von Vikar Marc Isnard.

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Auch eine Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Erzbistum Paderborn war dabei, um eine Kooperation mit den französischen Freunden auf den Weg zu bringen. „Wir wollen die alte Freundschaft nutzen, um neue Freundschaften zu knüpfen und damit einen Akzent gegen das Auseinanderbrechen des Zusammenhalts in Europa setzen“, machte Vikar Tobias Hasselmeyer, Diözesankurat der DPSG, deutlich.

Verbundenheit über Grenzen hinweg

Die liturgischen Feierlichkeiten des Juliansfestes mitzuerleben, zählte zu den Höhepunkten für die Gäste aus dem Erzbistum Paderborn: Am Sonntag feierte der Bischof von Le Mans, Monseigneur Yves Le Saux, ein Pontifikalamt in der beeindruckenden gotischen Kathedrale der Stadt an der Sarthe – dabei war die besondere Atmosphäre des Gotteshauses und die grenzüberschreitende Verbundenheit zwischen den französischen und deutschen Gästen greifbar. Im Rahmen des Gottesdienstes legten Jugendliche ein Versprechen ab, sich im nächsten Jahr in bestimmten Diensten zu engagieren.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker erinnerte in einem Grußwort während des Pontifikalamtes daran, dass die Freundschaft zwischen beiden Diözesen alle dunklen Zeiten der deutsch-französischen Beziehung überdauert habe und damit ein Auftrag zum Frieden sei: „So soll es in ganz Europa bleiben. Freudige, mutige und friedliche Missionarinnen und Missionare der Botschaft von Gottes Liebe und Gnade wollen wir sein, Botschafterinnen und Botschafter des Friedens“, forderte der Paderborner Erzbischof.

Europa als “Erfolgsgeschichte”

Schon am Vorabend hatte Erzbischof Becker ein engagiertes Plädoyer für den Frieden gehalten, als er in der Kirche St. Thomas in La Flèche, einer Gemeinde rund 45 Kilometer südwestlich von Le Mans, die Heilige Messe feierte: „Als Christen gehen wir davon aus, dass alle Menschen Abbilder Gottes sind“, betonte der Paderborner Oberhirte in seiner Predigt. Europa wandle sich, aber Christen müssten keine Angst vor der Zukunft haben: „Wir wollen darum bitten, dass Europa eine Geschichte von Frieden, Wohlstand und Freiheit bleibt, ein Europa, das die Würde jedes einzelnen achtet.“

Auch sein französischer Amtsbruder Bischof Yves Le Saux sagte bei den Begegnungen, dass die Erfahrung des „Liebesbundes“ gerade in heutiger Zeit und im internationalen Kontext bedeutend sei: „Kirche reduziert sich nicht nur auf einzelne Gruppen. Kirche verbindet alle Menschen, auch durch die Zeiten hindurch“, sagte der Nachfolger des heiligen Julian und des heiligen Liborius als Bischof von Le Mans.

Eindrucksvolles Besuchsprogramm

In La Flèche sammelten Erzbischof Becker und die deutsche Delegation zahlreiche Eindrücke – von der derzeitigen Orgel-Restaurierung in der Pfarrkirche St. Thomas über die Besichtigung der geschichtsträchtigen Marienkapelle Notre-Dame des Vertus und eines Solidaritäts-Kaufhauses bis hin zum Besuch des 1604 gegründeten Militärgymnasiums, einem ehemaligen Jesuitenkolleg, auf dem der Philosoph René Descartes einst Schüler war. Am frühen Samstagabend nahm sich Erzbischof Hans-Josef Becker Zeit, um mit den Jugendlichen der Gruppe ins Gespräch zu kommen – mit Bischof Yves Le Saux konnten sich die jungen Leute schon am Freitag austauschen. Erzbischof Hans-Josef Becker und Prälat Thomas Dornseifer ließen es sich am Sonntagvormittag nicht nehmen, ältere Priester im Altenheim Bonnière zu besuchen.

Empfang am Freitagabend

Zum Auftakt der Feierlichkeiten hatte Bischof Yves Le Saux am Freitagabend zu einem Empfang mit den Autoritäten der Stadt ins Bischofshaus eingeladen. Der Bischof von Le Mans thematisierte in seiner Ansprache viele aktuelle Herausforderungen – vom Klimawandel bis zum Lebensschutz: „Wenn der technische Fortschritt nicht dem Fortschritt der ethischen Bildung des Menschen entspricht, dann ist er nicht mehr menschlicher Fortschritt, sondern eine Bedrohung für den Menschen“, warnte der Bischof von Le Mans.

Stationen in Paris und Chartres

Auf der Reise nach Frankreich hatten die 44 Mitglieder der Fraternität Station in Paris gemacht, wo sie die Kirche Sacré Coeur besichtigten und sich über den Brand der Kathedrale Notre Dame informierten. Der Rückweg nach Deutschland führte beide Gruppen der Fraternität über Chartres, wo Abbé Franz Stock beerdigt ist: Der aus dem Erzbistum Paderborn stammende Priester wirkte während der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg als Seelsorger in Paris und gilt als einer der Wegbereiter der deutsch-französischen Aussöhnung.

Auf Christus gegründet

Das Juliansfest im Januar ist am Anfang jeden Jahres der erste große Brückenschlag zwischen Paderborn und Le Mans – der zweite erfolgt spätestens im Juli beim Liborifest in Paderborn, wenn Bischof Yves Le Saux und viele französische Gäste wieder das Patronatsfest des Erzbistums Paderborn mitfeiern. Der Bischof von Le Mans freute sich schon jetzt: „Wir kommen immer gern nach Paderborn“, versicherte er. Vikar Jakob Jan Küchler brachte das besondere „Band“ zwischen Paderborn und Le Mans auf den Punkt: „Die Freundschaft zwischen Le Mans und Paderborn ist alt, aber lebendig. Und sie ist auf Christus gegründet“, erklärte der Verantwortliche für die Gruppe der Jugendlichen. „Aus diesem gemeinsamen Vertrauen auf Christus wächst die Völkerverständigung. Es gibt keine Barrieren, wenn die Sprache der Glaube ist.“

Hintergrund: Der heilige Julian

Der heilige Julian war im 4. Jahrhundert erster Bischof der Diözese Le Mans. Seine Reliquien wurden im Jahr 835 (ein Jahr vor der Übertragung der Liborius-Reliquien nach Paderborn) in die Kathedrale von Le Mans überführt. Seit dem 12. Jahrhundert wird er als deren Patron verehrt. Im Jahr 1243 gelangten Reliquien des heiligen Julian nach Paderborn. Sie werden heute im vorletzten Gelass des Reliquienretabels im Hochchor des Paderborner Domes aufbewahrt. Auf dem Reliquiar befindet sich eine Darstellung des Heiligen. Weitere Darstellungen des heiligen Julian befinden sich im Chorgestühl und am Paradiesportal des Hohen Domes zu Paderborn.

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