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Erzbistum Paderborn
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Ein Tiny House für Bedürftige

Die sieben Fachverbände der Caritas im Erzbistum Paderborn haben von Jugendlichen eines Berufsförderzentrums ein mobiles Haus bauen lassen. Zuerst genutzt wird es von einem Wohnungslosen, den der SKM in Paderborn betreut.
cpd / Jonas
Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland
23. November 2021
Paderborn

Ein Tiny House für Bedürftige

Die sieben Fachverbände der Caritas im Erzbistum Paderborn haben von Jugendlichen eines Berufsförderzentrums ein mobiles Haus bauen lassen. Zuerst genutzt wird es von einem Wohnungslosen, den der SKM in Paderborn betreut.

Wohnung für Bedürftige

Ein „Tiny House“, das einem Wohnungslosen wenigstens zeitweise ein Dach über dem Kopf oder einer gewaltbedrohten Frau eine Ausweichmöglichkeit geben kann – ein solches mobiles Haus haben die sieben Fachverbände des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn bauen lassen. Das fertige 15-Quadratmeter-Haus für Bedürftige ist in den Werkstätten des Berufsförderzentrums IN VIA St. Lioba in Paderborn entstanden. Erster Bewohner werde nun ein wohnungsloser Mann sein, der vom SKM, dem katholischen Verein für soziale Dienste in Paderborn, betreut wird, kündigte Matthias Krieg an, Diözesangeschäftsführer der Vinzenz-Konferenzen. Das Tiny House solle Menschen in einer Notsituation für eine gewisse Zeit als Starthilfe zur Verfügung stehen, sagte er bei der Besichtigung des fertiggestellten mobilen Hauses. Zusammen mit Reinhild Steffens-Schulte, der Diözesangeschäftsführerin von SkF und SKM, übernimmt Matthias Krieg die Einsatzkoordination.

Kleines Haus – Viele Möglichkeiten

Der Bau des Hauses sei für alle Beteiligten „eine gute Erfahrung“ gewesen, sagte Christoph Klausing, Geschäftsführer von St. Lioba, dessen Träger IN VIA zu den Caritas-Fachverbänden gehört. Gemeinsam hätten die Jugendlichen, die im Berufsförderzentrum unterstützt werden, überlegt, „was in das Tiny House rein muss“. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Neben Bett, Kleiderschrank und weiterem Stauraum, Esstisch und einer Küchenzeile findet sich auch ein Mini-Badezimmer mit Toilette und Dusche in dem 15 Qudratmeter kleinen Haus, das auf einen dreiachsigen Anhänger gebaut wurde. Nachdem nun die Expertise vorhanden ist, hätte Christoph Klausing nichts dagegen, im Berufsförderzentrum St. Lioba weitere mobile Häuser zu bauen. „Die Pläne liegen in der Schublade. Wir wissen jetzt, wie man es macht und könnten sofort wieder starten.“

Von der Idee bis zur Fertigstellung

Die Idee zu dem Tiny House kam in einer Konferenz der sieben Diözesan-Fachverbände der Caritas vor allem angesichts des zunehmend knappen Wohnraumes besonders für Bedürftige auf. „Zielgruppen sind in erster Linie wohnungslose Menschen, aber auch Alleinerziehende mit ihren Kindern, gewaltbedrohte Frauen oder Jugendliche, die die sozialen Einrichtungen verlassen müssen“, erklärt Steffens-Schulte. Im September 2020 fand der erste Workshop mit den Handwerkern statt. „Alle Beteiligten waren mit Herz und Kompetenz dabei“, lobt Reinhild Steffens-Schulte. Eine Architektin stand bei dem Projekt ehrenamtlich beratend zur Seite, Praktiker wurden einbezogen. Im Januar ging es dann los: Die Werkstatt kaufte den Anhänger und die Materialen ein. Gebaut wurde das Haus mit 6,60 Meter Länge und 2,55 Meter Breite in Holzständerbauweise auf einem Anhänger und dem Ziel, das das maximal zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht zu überschreiten. „Schließlich soll der Anhänger auch ohne LKW bewegt werden können und durch enge Einfahrten passen“, erklärt Matthias Krieg. „Das war keine leichte Herausforderung, aber die Azubis und ihre Ausbilder haben es geschafft.“ Gespannt warten alle Beteiligten nun auf den ersten Einsatz des Hauses beim SKM in Paderborn. Und es gibt schon weitere Interessenten.

 
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