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© Hans Jürgen Landes / Erzbistum Paderborn
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Ein Ort des Dialogs

55 Jahre Grundsteinlegung der Katholischen Akademie Schwerte

„Die Einrichtung des Gebäudes fällt in eine Zeit; die von heilsamer Unruhe und zugleich von unheilvoller Verwirrung erfüllt ist.“ Mit diesem Zitat aus dem Text der Urkunde, die am 28. September 1968 in den Grundstein des Gebäudes der Katholischen Akademie Schwerte gelegt wurde, begrüßte am Samstag Akademiedirektor Prälat Dr. Peter Klasvogt die Gäste zum Festakt in der Katholischen Akademie Schwerte.

Den Festvortrag hielt der emeritierte Grazer Theologe Rainer Bucher, die Festmesse in der Kapelle feierte Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck zum 55. Tag der Grundsteinlegung. Prälat Klasvogt griff den Text aus der Urkunde auf und zog dabei Parallelen zur Situation heute: „Mit dem weltweiten „Synodalen Prozess“ knüpft die Kirche unserer Tage an eben jene Aufbruchsdynamik an, und es steht auch unserer Akademie gut zu Gesicht, sich an ihrer Ursprungsinspiration messen und je ausrichten zu lassen.“

Kirche und Gesellschaft

Dass die Situation von Kirche und Gesellschaft heute nur zum Teil mit jener der späten 1960er Jahre vergleichbar und die Herausforderungen heute ungleich größer seien, hob Prof. em. Dr. Rainer Bucher in seinem Festvortrag hervor. Mit Blick auf die katholische Kirche skizzierte er eine selbstverschuldete und eine unverschuldete Krise. Selbstverschuldet sei zu großen Teilen der Glaubwürdigkeitsverlust durch Selbstwidersprüche und insbesondere den Umgang mit den Missbrauchsfällen. Unverschuldet seien die Auswirkungen der gesellschaftlichen Individualisierung. In dieser Situation reiche es für katholische Akademien nicht aus, nur „gepflegtes Kulturschaffen“ zu bieten. Es brauche vielmehr ein universales Konzept, das in die „Zonen des Risikos“ gehe. „Dabei geht es darum, sich der Konflikte anzunehmen, welche die Welt betreffen“, erläuterte Prof. Bucher. Katholische Akademien könnten Orte sein, wo mit der Akzeptanz des anderen Konflikte ausgetragen würden.

Synodalität

Diözesanadministrator Monsignore Dr. Michael Bredeck griff in seiner Predigt einige Gedanken des Festvortrages auf. Wichtig sei es, entsprechend dem Bibelwort „in Demut den anderen höher einzuschätzen als sich selbst“. Akademien sollten „synodale Orte der Begegnung und des Zuhörens“ sein. Vor dem Hintergrund der parallel in Rom beginnenden Weltsynode der Katholischen Kirche betonte Monsignore Michael Bredeck die Bedeutung synodaler Prozesse: „Es geht nicht ohne Gespräch und Aufmerksamkeit für die plurale Welt“. Mit Blick auf die vielen Unsicherheiten und sich rasant entwickelnden Veränderungen verwies er auf die Zusage: „Es gibt viel Unerwartetes, aber nichts, was wir nicht mit Jesu Hilfe bewältigen könnten.“

Ein Beitrag von:
Team Presse

Michael Bodin

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