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Erzbistum Paderborn
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© thanasus / Shutterstock.com

Ein guter Austausch und viele Gespräche

Blick in die Zukunft und auf eine synodale Kirche: Priesterkonvent in Paderborn gibt Raum für gute Diskussionen

Drei exemplarische Fragen, die Thema waren beim Priesterkonvent am Donnerstag in Paderborn: Was bedeuten die hohen Austrittszahlen, was heißt das für die Identität des Erzbistums Paderborn und wie lässt sich der Wandel, der sich gerade vollzieht, möglichst gut gestalten? Pfarrer Ludger Keite aus Dortmund eröffnete als Moderator die Veranstaltung mit einem Zitat von Nelson Mandela „Mögen deine Entscheidungen deine Hoffnung widerspiegeln, nicht deine Ängste“.

Es soll auch auf das Schöne geblickt werden und nicht nur auf die Dinge, die Sorge bereiten. Dieser Tag soll den Teilnehmenden Zuversicht schenken, Fragen Raum geben und die Chance, tiefer miteinander ins Gespräch zu kommen.

„Kein Patentrezept, aber Spuren und Orientierungspunkte“

Denn alle erleben zwar den synodalen Prozess in Deutschland und auch auf Weltebene, aber wie erleben die Teilnehmenden Synodalität hier bei uns im Erzbistum Paderborn konkret? Die Mehrheit zeigte sich bei dieser Frage eher optimistisch. Viele Priester sind hoffnungsvoll und sehen, dass sich etwas bewegt. Aber auch skeptische Stimmen meldeten sich zu Wort. „Ich habe in der Vergangenheit leider auch schon Entscheidungen miterlebt, die ich nicht immer als synodal empfunden habe“, hieß es beispielsweise.

Weiter ging es mit einem Impulsvortrag von Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck, der nachdenklich stimmte. Er spüre derzeit viel Wut und Ärger gegenüber der Kirche – auch besonders in den sozialen Medien – und habe zunehmend den Eindruck, dass innerhalb der Kirche inzwischen auch eine gewisse Form von Dankbarkeit für den priesterlichen Dienst abhanden komme.

Hinzu kommen die unterschiedlichen Krisenphänomene wie beispielsweise der dramatische Verlust an gesellschaftlicher Relevanz oder die Kirchenaustritte, die allesamt Ausdruck einer Zeit des Übergangs sind. In „Übergangszeiten“ zu leben, das habe immer auch etwas Fragiles, Ungewisses und Herausforderndes, das man aushalten und meistern müsse: Wie geht es jetzt weiter? „Es gibt kein Patentrezept, aber Spuren und Orientierungspunkte, die wir aufgreifen müssen“, betont Dr. Bredeck.

Glauben an Jesus Christus reflektieren und neu kennenlernen

Wenn Menschen, die in ihrer Gemeinde gut beheimatet waren und dann, aus welchen Gründen auch immer, plötzlich wegbleiben, würde das viele Geistliche verständlicherweise oft persönlich treffen und in ihrer priesterlichen Identität anfragen. Die Geistlichen stehen momentan in einer Kritik, die nicht in erster Linie ihnen als konkrete Person und ihrem eigenen Handeln gilt, sondern in einer aktuell negativen Wahrnehmung der priesterlichen Lebensweise überhaupt gründe und herausbreche. Er machte dabei aufmerksam auf durchaus auch negative Aspekte vergangener volkskirchlicher Strukturen, Identitäten und Werthaltungen. Manches werde unter heutigen Gesichtspunkten anders und differenzierter zu bewerten sein, theologisch wie ethisch-moralisch: „Wir müssen uns dem stellen. Das kann aber nur gemeinsam und im Dialog miteinander funktionieren.“

So forderte er die Teilnehmenden auf, ihren Glauben an Jesus Christus zu reflektieren und wieder neu kennenzulernen, sich immer wieder ehrlich die Frage zu stellen: Ist in meinem Handeln etwas von Jesus Christus erkennbar, für mich selbst, für die Anderen? Was bedeutet dieser Jesus Christus für mein eigenes Menschsein, mein Wachsen und Reifen auch als Mensch? Der Diözesanadministrator appellierte dahingehend, sich gegenseitig zu unterstützen und verwies auf die Aufgaben des Priesters auch jenseits der Liturgie: „Da fallen nun auch Aufgaben an, die nicht unbedingt in unserem herkömmlichen Konzeptkatalog vorkommen. Aufgaben, die sich aber aus den genannten Aspekten gleichermaßen und dringlich ergeben.“

Genau dabei würde es allerdings darauf ankommen, verlässlich und präsent zu sein, um den Herausforderungen und Aufgaben der Gegenwart und Zukunft gerecht zu werden. In diesem Kontext sehe er zudem auch Chancen für den priesterlichen Dienst, sofern man den liebenden Blick für die Welt und in die Welt hinein nicht verliere.

Kurve nimmt 2035 drastisch ab

Für Diskussionen und einen weiteren Austausch sorgten Resonanzräume, die in drei Gruppen aufgeteilt waren. So ging es in dem ersten Resonanzraum mit Oliver Lücke, kommissarischer Leiter des Bereichs Pastorales Personal im Erzbischöflichen Generalvikariat, um die Entwicklung der Pastoralen Räume und einem möglichen Einsatzplan für das Jahr 2035. Der zweite Resonanzraum beschäftigte sich unter Führung von Dr. Rainer Hohmann mit Leitungsmodellen und der dritte Resonanzraum widmete sich mit Dr. Michael Bredeck dem Thema Synodale Kirche und die unterschiedlichen Sichtweisen zu dieser Thematik.

Oliver Lücke machte beispielsweise bei der Entwicklung der Pastoralen Räume in seiner Präsentation auf den deutlichen Kurvenverlauf „nach unten“ aufmerksam, als es um die Anzahl der Priester, Diakone und aktiven Laien im Jahr 2035 geht. „Es wird massiv weniger“, sagte Lücke. Anschließend ging es unter anderem um die Frage, ab wann sich mehrere Pastorale Räume ein Pastoralteam teilen und wie dies am besten gelingen kann.

Wertvoller Austausch mit den Teilnehmenden

Zudem wurde auch darüber diskutiert, für welche Aufgaben und Dienste hauptberufliche Seelsorgerinnen und Seelsorger eingesetzt werden können und welche Bemessungsgrundlagen hierfür sinnvoll sind. „Es geht darum, wie wir die Menschen so einteilen können, dass sie vernünftig eingesetzt werden. Da finde ich diese Präsentation sehr positiv“, sagt Pfarrer Andreas Kurte aus Brakel. Er halte es zukünftig nicht für realistisch, dass die Menschen flächendeckend eingesetzt werden können.

Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck betonte in dem dritten Resonanzraum noch einmal sehr eindringlich, wie wichtig und wertvoll er den Austausch mit den Teilnehmenden findet. Er bedankte sich für ihre auch gegensätzlichen Rückmeldungen und Wahrnehmungen, die sie in diesem Resonanzraum mit den anderen teilten. Auch Pfarrer Daniel Jardzejewski aus Bad Wünnenberg kam dabei zu Wort: „Ich bin sehr glücklich Priester zu sein. Dieser Beruf bereitet mir viel Freude – Auch wenn wir in einer Zeit leben, in der viele Menschen meinen, dass sie Gott nicht brauchen würden. Aber wir haben die Aufgabe, dafür einzustehen, dass Menschen den Weg zum Glauben (wieder-)finden können.“

Ein Beitrag von:
Redakteurin

Miriam Westfechtel

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