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Erzbistum Paderborn
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© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Pressemeldung
28. März 2024
Paderborn

Die innere Dynamik des „Ich für euch!“

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz feiert am Gründonnerstag Messe vom Letzten Abendmahl im Paderborner Dom / Zeichen der Fußwaschung / Österliches Triduum eröffnet

Am Abend des Gründonnerstags feierte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in der Bischofskirche des Erzbistums Paderborn die traditionelle Messe vom Letzten Abendmahl. Dabei wusch der neue Paderborner Erzbischof Frauen und Männern im Altarraum die Füße. Die „Fußwaschung“ und die gemeinsame Mahlfeier in Erinnerung an die Einsetzung der Eucharistie durch Jesus sind zentrale Elemente des Gründonnerstag-Gottesdienstes. Dieser wurde via Live-Stream übertragen. So konnte die Eröffnung des österlichen Triduums, die heiligen drei Tage vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesu, am 28. März 2024 auch am Bildschirm mitgefeiert werden.

In seiner Predigt betonte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, dass sowohl das Waschen der Füße seiner Jünger durch Jesus als auch das letzte Abendmahl mit den entsprechenden Deuteworten Jesu über Brot und Wein aus der Dynamik „Ich für euch!“ lebe. „Fußwaschung und Eucharistie leben aus derselben inneren Dynamik: ‚Ich für euch!‘. Grenzenlose Hingabe bis ans Ende. Hingabe, bis Jesus am Ziel ist. Da gibt einer alles. Und zwar nicht für sich, sondern ‚pro vobis‘, für euch, für uns, für alle.“

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
In der Messe vom Letzten Abendmahl wird der Einsetzung des Altarsakraments durch Jesus gedacht. Die rituelle Fußwaschung am Gründonnerstag ist ein Teil der Liturgie.

Sowohl Gütesiegel als auch Gefährdung

Der Paderborner Erzbischof vertiefte in seiner Predigt weiter, dass die „Fußwaschung“ als Zeichen der hingebungsvoller Liebe Jesu das „Gütesiegel“ christlichen Lebens und kirchlichen Handelns sei, der Maßstab, an dem sich die Kirche messen lassen müsse. Zugleich warnte Erzbischof Dr. Bentz eindringlich vor der darin lauernden Gefahr, zu schnell in die „Aktion“, zu rasch ins Ethische und Moralische zu gehen. Das Beispiel, das Jesus mit der Fußwaschung den Menschen gebe, sei nicht ein oberflächliches „So sollst du nun auch!“, machte Erzbischof Dr. Bentz deutlich. „Wir stehen als Kirche oft in der Gefahr, zu schnell, zu rasch zur ethischen Konsequenz und zur moralischen Deutung zu gehen. Wir sprechen zu leicht von ‚du sollst‘ und ‚du musst‘. Wir laufen damit Gefahr, die ‚Macher‘ zu sein, Glaube als Leistung und Anstrengung, als unser Werk zu erfahren.“

„Ich für euch!“ als geistliche Mitte

„Wir sind aber als Kirche und als Glaubende nicht eine Sozialinstitution wie andere auch“, bekräftigte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz. Alles kirchliche Tun, alles gesellschaftliche Engagement der Kirche müsse spürbar und erfahrbar aus der inneren, geistlichen Mitte des von Jesus zugesagten und gelebten „Ich für euch!“ kommen, forderte Erzbischof Dr. Bentz. Kirche wachse „von innen her“. „Das ist unser Profil, unser Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir uns in der Gesellschaft und für die Menschen engagieren!“

Der „Zwischenschritt“ des „Ich für euch“ Jesu sei entscheidend, erläuterte Erzbischof Dr. Bentz. Nur wer die Liebeshingabe Jesu an sich erfahren habe, „den drängt es von innen her weiterzugeben, was er empfangen hat. Wer Liebe schenken will, muss selbst von ihr beschenkt worden sein. Damit wir Quelle der Liebe sein können, müssen wir selbst immer wieder aus der ersten, der ursprünglichen Quelle trinken – bei Jesus Christus“, sagte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zum Abschluss seiner Predigt.

Fußwaschung im Paderborner Dom

Im Anschluss an seine Predigt wusch Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zwölf Frauen und Männern im Altarraum des Paderborner Domes die Füße. Die ausgewählten Frauen und Männer engagieren sich als Libori-Schreinträger, Lektoren, Messdiener oder in einem der Dom-Chöre rund um den Paderborner Dom. Die zeichenhafte Handlung knüpft an den biblischen Bericht aus Joh 13 über Jesus an, der seinen Jüngern vor dem letzten Abendmahl die Füße wusch.

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz zelebrierte den Gottesdienst, Weihbischof Matthias König, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Weihbischof Josef Holtkotte, Weihbischof em. Hubert Berenbrinker sowie Domkapitular Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer konzelebrierten. Der Paderborner Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning gestaltete den Gottesdienst musikalisch.

Betstunden – Ölbergstunde

An den Abendmahl-Gottesdienst schloss sich das Gebet der Komplet an. Das Nachtgebet der Kirche betete Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz mit den Mitgliedern des Paderborner Metropolitankapitels und zahlreichen Gläubigen in der Krypta des Domes. Darauf folgten Betstunden in der Krypta des Paderborner Domes. Domkapitular Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer leitete die Betstunde „Dank für die Einsetzung der Eucharistie“, Weihbischof Matthias König die Betstunde „Bitte um Priester- und Ordensberufe“, Domkapitular Benedikt Fischer das „Gebet um Einheit der Kirche“ sowie Domvikar Dr. Rainer Hohmann die „Ölbergstunde“.

Österliches Triduum

Nach dem Gottesdienst wurden sämtliche Decken und jeglicher Schmuck vom Altar der Bischofskirche entfernt. Der Gründonnerstags-Gottesdienst wird ohne die gewohnten Schlussriten eines Gottesdienstes beendet, wodurch deutlich wird, dass die Feier des österlichen Triduums eine einzige große Feier ist, die sich über drei Tage, vom Abend des Gründonnerstags bis zum Ostersonntag, erstreckt. Aus diesem Grund wird auch die Karfreitags-Liturgie ohne die gewohnten Eröffnungsriten eröffnet und ohne Schlussriten beendet.

Ein Beitrag von:
Team Presse

Thomas Throenle

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