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Erzbistum Paderborn
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© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Pressemeldung
29. April 2023
Paderborn

Bildung und Verkündigung als Auftrag

50 Religionslehrerinnen und Religionslehrer erhalten Missio Canonica / Weihbischof Josef Holtkotte beauftragt und sendet im Paderborner Dom

50 Lehrerinnen und Lehrer von verschiedenen Schulen im ganzen Erzbistum Paderborn nahmen am Freitag, 28. April 2023, ihre offizielle Beauftragung, zukünftig im Namen der Kirche katholischen Religionsunterricht zu erteilen, entgegen. Weihbischof Josef Holtkotte überreichte den Lehrkräften unterschiedlicher Schulformen im Paderborner Dom als offizielle Grundlage für ihre Arbeit als Religionslehrerin und Religionslehrer eine Urkunde und damit die kirchliche Unterrichtserlaubnis sowie die Missio Canonica, die kirchliche Beauftragung zum Dienst der Verkündigung im katholischen Religionsunterricht.

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Das Erzbistum Paderborn freut sich über 50 Religionslehrerinnen und Religionslehrer, die am Freitag in Paderborn die Missio Canonica erhalten haben.

„Religion“ ist an Schulen in Deutschland ein ordentliches Unterrichtsfach. Lehrerinnen und Lehrer studieren an staatlichen Universitäten Theologie, um das Fach unterrichten zu können. Im Erzbistum Paderborn – von Minden im Norden bis nach Siegen im Süden und von Höxter im Osten bis nach Herne im westlichen Ruhrgebiet – besuchen rund 185.000 katholische Schülerinnen und Schüler an allen Schulformen den Religionsunterricht, wöchentlich werden circa 18.500 Stunden katholischer Religionsunterricht an rund 1.550 Schulen von 5.300 katholischen Religionslehrerinnen und Religionslehrern erteilt – Religionslehrkräften, die die Missio Canonica erhalten haben.

Warum Religionslehrerin oder -lehrer?

An der Luzia-Grundschule in Meschede-Berge ist Lehrerin Theresa Schröder tätig. Sie fand das Fach „Religion“ bereits als Schülerin spannend. Theresa Schröder möchte die Begeisterung, die sie selbst im Religionsunterricht erlebt hat, den Grundschülerinnen und -schülern mit auf den Weg geben. Sie gibt den zahlreichen Lebens- und Sinnfragen der Kinder im Religionsunterricht Raum und sucht gemeinsam mit ihnen nach Antworten. So wird der Unterricht auch zur Bereicherung für sie selbst, die herausfordernden Fragen der Kinder inspirieren. „Ich bin selbst Lernende und mit den Kindern unterwegs“, unterstreicht Theresa Schröder.

Constanze Unger unterrichtet an der Grundschule Freiherr-vom-Stein in Herne. Den Religionsunterricht erlebt die Pädagogin als Raum zum Nachdenken mit den Schülerinnen und Schülern über Themen, die in den anderen Fächern nur unzureichend Platz finden: Lebens- und Sinnfragen haben im Religionsunterricht einen schulischen Ort, er bietet zudem Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung. „Als Religionslehrerin bin ich ‚Eröffnerin‘ für Fragen von Schülerinnen und Schülern, aber auch ‚Brückenbauerin‘ im interreligiösen Umfeld der Schule“, erklärt Constanze Unger.

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Weihbischof Josef Holtkotte überreichte die Missio-Canonica-Urkunden an die Religionslehrkräfte im Paderborner Dom, hier an Constanze Unger. Sie unterrichtet an der Grundschule Freiherr-vom-Stein in Herne.

Ort der Wertevermittlung

Wirtschaftswissenschaft, Informatik und Religion unterrichtet Hi-Young Kim am Robert-Bosch-Berufskolleg in Dortmund. Durch einen eigenen Zertifikatskurs hat er sich für die Tätigkeit als Religionslehrer qualifiziert. Für Hi-Young Kim ist Religion ein wichtiges Fach an der Schule, denn der Religionsunterricht ist für ihn ein Ort der Wertevermittlung. „Das Fach Religion ist wesentlich für die Vermittlung von Werten und Haltungen“, unterstreicht Hi-Young Kim. Hier kann er die Schülerinnen und Schüler auch zu einem kritischen Denken anleiten und sie darin unterstützen.

An der Salvatorkolleg-Schule in Hövelhof, einer Berufsschule mit dem Schwerpunkt geistig emotionale Entwicklung, unterrichtet Lea Hoppe die Fächer Deutsch und Religion. Ihr begegnet im Religionsunterricht in der Regel zunächst eine kritische oder sogar ablehnende Haltung der Jugendlichen auf das Unterrichtsfach hin. „Religionsunterricht ist ein besonderer Ort für Beziehungsarbeit“, unterstreicht die Pädagogin deshalb. Es gehe darum, einander zu begegnen, Vertrauen aufzubauen und kritische Fragen zuzulassen. Lea Hoppe schätzt den Religionsunterricht als „offenen Unterricht“, der ihr ein erfahrungsorientiertes Arbeiten mit den Jugendlichen ermöglicht.

Ein gutes Gefühl

Den langen Weg von der Ausbildung zum Zimmermann bis zur Tätigkeit als Lehrer für Mathematik, Technik und Religion ist Robert Gedig gegangen. Er ist Lehrer an der Christine-Koch-Hauptschule in Eslohe im Sauerland. Religion unterrichtet Robert Gedig im bestehenden Klassenverband und schätzt dabei die zahlreichen Berührungspunkte mit dem Glauben und Nicht-Glauben der Schülerinnen und Schüler. „Viele wissen wenig über den eigenen Glauben und die Kirche und so gibt es viele Ansatzpunkte für den Unterricht“, erklärt Robert Gedig. Er findet am Religionsunterricht die persönlichen Gespräche, Diskussionen mit und unter Schülern wichtig, auch die Erfahrung, einander widersprechen zu dürfen.

An der Heinrich-Bußmann-Hauptschule in Lünen ist Lehrer Patrick John tätig. Er hat Geschichte und Theologie studiert und unterrichtet diese Fächer, leitet zudem einen Mathematik- und Social-Media-Kurs. Den Missio-Tag erlebt Patrick John als aufschlussreich, informativ und gewinnbringend, er schätzt die Begegnung und den Austausch. Er ist dankbar und stolz, die Missio-Urkunde zu erhalten, die offizielle Beauftragung zum Religionsunterricht entgegennehmen zu dürfen. „Es ist ein gutes Gefühl, nach Studium und ersten Unterrichtserfahrungen nun die Missio zu erhalten“, erläutert Patrick John.

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„Es ist ein gutes Gefühl, nach Studium und ersten Unterrichtserfahrungen nun die Missio zu erhalten“, erläutert Patrick John. Er ist an der Heinrich-Bußmann-Hauptschule in Lünen tätig.

Raum für religiöse Gespräche

Dr. Julia Bubenheim unterrichtet Englisch und Religion am Evangelischen Gymnasium Siegen-Weidenau. Ihr Interesse am interreligiösen Dialog hat sie zum Studium der Theologie geführt und war dann auch Thema ihrer Promotion. In ihrem Religionsunterricht ist es Dr. Julia Bubenheim ein Anliegen, Toleranz zu fördern und zugleich einen Raum für religiöse Gespräche zu eröffnen, auch die politische Dimension des Glaubens darzustellen. Am Missio-Tag schätzt sie die gewinnbringende und offene Begegnung, die mögliche Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen sowie die wertvolle Begleitung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bereichs Schule und Bildung im Erzbischöflichen Generalvikariat.

Die Fächer Deutsch und Religion unterrichtet Sabine Wimmer-Leuders am Christian-Dietrich-Grabbe-Gymnasium in Detmold. „Ich erlebe den Religionsunterricht als Überraschung. Die Schülerinnen und Schüler haben Interesse an religiösen Themen, sie schätzen den Austausch und die Diskussionen“, unterstreicht die Pädagogin. „Als Religionslehrerin muss und darf ich provozieren, die Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken führen. Es ist ein Nachdenken über Gott, Religion, das eigene Leben und die eigene Position in der Welt.“ Mit der Verleihung der Missio-Urkunde ist für Sabine Wimmer-Leuders ein Studienkapitel abgeschlossen, sie schätzt die offizielle Beauftragung zur Erteilung des Religionsunterrichts.

Miteinander auf dem Weg sein

Weihbischof Josef Holtkotte betonte in seiner Predigt im Paderborner Dom den Wert des Religionsunterrichts, er präge die Persönlichkeit, thematisiere grundsätzliche Fragen und stärke Menschen auf ihrem Lebensweg. „Als Religionslehrerin und Religionslehrer handeln Sie im Auftrag der Kirche, Sie sprechen über den Glauben und vermitteln Inhalte des Glaubens – und das möglichst authentisch“, sagte der im Erzbistum Paderborn tätige Weihbischof zu den Teilnehmenden der Missio-Verleihung. Es komme darauf an, den Glauben nicht in einem gesonderten Bereich, „auf Wolke sieben“ zu suchen, vielmehr da, wo es Herausforderungen und Fragen gebe, mitten in den Lebenssituationen von Menschen, Schülerinnen und Schülern. „Glaube und Leben sind eine Einheit“, unterstrich Weihbischof Holtkotte. Religionslehrkräfte seien gesandt, „Spuren des Glaubens“ zu legen und diese mit anderen zu entdecken. Durch die Arbeit von Religionslehrkräften werde eine Verbindung zwischen Himmel und Erde hergestellt.

Zum Abschluss seiner Predigt rief Weihbischof Holtkotte die Religionslehrerinnen und Religionslehrer zum Engagement auf: „Gestalten Sie unsere Zeit mit, wir brauchen die Kraft des Miteinanders, des gemeinsamen Weges, wir brauchen Synodalität, weil wir nicht gegeneinander, sondern hörend und suchend auf dem Weg sind.“

Begegnung und Vernetzung

Der Leiter des Bereichs Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat, Dompropst Monsignore Joachim Göbel, betonte die Bedeutung der Religionslehrerinnen und –lehrer: „Als Erzbistum Paderborn sind wir uns sehr bewusst, dass die Religionslehrkräfte für die Schülerinnen und Schüler oftmals die primären Kontaktpersonen zum Glauben und der Kirche sind.“ Daher sei es dem Erzbistum Paderborn ein Anliegen, seinen 5.300 Religionslehrkräften ein breites Portfolio an Unterstützung anzubieten, bekräftigte Dompropst Göbel. Der Gewinn eines regelmäßigen Religionsunterrichts sei insbesondere in Zeiten der Veränderung, der Verunsicherung und der Krise für Schülerinnen und Schüler hoch. Dieser „Mehrwert des Religionsunterrichts“ dürfe nicht durch andere Zwänge, beispielsweise durch den Mangel an Lehrkräften für den Unterricht in anderen Fächern, beeinflusst werden.

Die teilnehmenden Religionslehrerinnen und -lehrer lernten an ihrem „Missio-Tag“ im Bildungs- und Tagungshaus Liborianum in Paderborn das Angebot der Abteilung Religionspädagogik kennen, erhielten Informationen über das Medienzentrum, das Erzbischöfliche Diözesanangebot sowie über die Abteilungen Schulpastoral und Berufungspastoral im Erzbischöflichen Generalvikariat. Sie hatten zudem die Möglichkeit zum Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen zur eigenen Rolle als Religionslehrkraft. Ein schulformbezogener Austausch, die Vorstellung der durch das Erzbistum Paderborn bereitgestellten Unterstützung für den Religionsunterricht, sowie Führungen durch den Paderborner Dom rundeten ihren Einführungstag ab, der schließlich mit der Feier der Eucharistie und der feierlichen Überreichung der Missio-Canonica-Urkunde im Hohen Dom zu Paderborn endete.

Missio Canonica

Aus der Kompetenz der Kirche für den Inhalt des Religionsunterrichts ergibt sich die Notwendigkeit einer kirchlichen Beauftragung von Religionslehrkräften. Religionslehrerinnen und -lehrer leisten einen Dienst für die Kirche, die Gesellschaft und für die heranwachsende Generation: Sie stehen mit ihrer Person für den Glauben der Kirche und werden in der Schule als Repräsentanten des christlichen Glaubens und der Kirche angesehen und angesprochen.

Religionslehrerinnen und Religionslehrer sind Brückenbauer zwischen Kirche und Schule. Eine Berufstätigkeit als Religionslehrkraft setzt neben der theologischen und pädagogischen Befähigung die volle Eingliederung und aktive Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche voraus.

Ein Beitrag von:
Team Presse

Thomas Throenle

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