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„Benachteiligte Jugendliche werden weiter abgehängt“

Diözesane Arbeitsgemeinschaft katholischer Jugendsozialarbeit warnt vor Folgen der Corona-Pandemie
Unser Glaube
23. Juni 2020

„Benachteiligte Jugendliche werden weiter abgehängt“

Diözesane Arbeitsgemeinschaft katholischer Jugendsozialarbeit warnt vor Folgen der Corona-Pandemie

Diözesane Arbeitsgemeinschaft katholischer Jugendsozialarbeit warnt vor Folgen der Corona-Pandemie

Jugendliche, die es in Schule, Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt schwer haben, sind die Zielgruppe der katholischen Jugendsozialarbeit im Erzbistum Paderborn. Mit Sorge beobachten ihre Vertreterinnen und Vertreter nun, wie sich in der Corona-Krise die Lage der jungen Leute weiter verschärft. „Die Gefahr besteht, dass benachteiligte Jugendliche weiter abgehängt werden“, lautete entsprechend das Alarmsignal beim Jahresgespräch der Diözesanen Arbeitsgemeinschaft katholischer Jugendsozialarbeit mit Generalvikar Alfons Hardt.

Als Problem bezeichnete die Arbeitsgemeinschaft etwa den Digitalisierungsschub, den die Corona-Krise im Bildungswesen ausgelöst habe. Markus Rickert, der als Geschäftsführer der Kolping-Bildungszentren Südwestfalen GmbH die Jugendberufshilfe vertritt: „Die Ausrüstung für sinnvollen Online-Unterricht ist bei den Familien der Jugendlichen, die sich in unseren Maßnahmen befinden, nicht gegeben. Es gibt keine Endgeräte wie Computer oder Drucker, und oftmals fehlt auch ein ruhiger Arbeitsplatz.“

“Genau auf Weichenstellungen für die Zukunft achten”

Doch nicht nur fehlendes Equipment setze dem Online-Unterricht im Bereich der Jugendsozialarbeit Grenzen. „Unsere Arbeit ist auf Begegnung und Kontakt und manchmal auch einen langwierigen Vertrauensaufbau ausgelegt“, erläutert Bernd Zimmermann vom BDKJ-Diözesanverband, zuständig für schulbezogene Jugendsozialarbeit. „Die Jugendlichen, mit denen wir zu tun haben, brauchen direkte Interaktion.“

Der Arbeitskreis äußerte die Befürchtung, dass Politik und Gesellschaft auch nach der Corona-Krise zu einseitig auf die neu entdeckten Möglichkeiten digitaler Bildung setzten, vielleicht auch deshalb, weil sie billiger seien. „Das geht an den Bedürfnissen unserer Zielgruppe vorbei, für die die Kontakte in unseren Einrichtungen und auch handfeste praktische Erfahrung unerlässlich sind“, so die einhellige Meinung. „Daher müssen wir jetzt sehr genau darauf achten, welche Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen werden.“

Schwierige Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Ebenfalls dramatisch ausgewirkt habe sich die Corona-Krise auf den Ausbildungsmarkt, stellte Martin Rickert fest. „Wir erleben gerade, dass viele Ausbildungsverhältnisse, die für den Sommer zugesagt waren, wieder gekündigt werden. Gerade die schwächeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unseren Maßnahmen haben sehr schlechte Chancen, eine Ausbildungsstelle zu bekommen.“

Generell litten Jugendliche derzeit darunter, dass viele direkte Gesprächs- und Beratungstermine, etwa an Schulen, wegen Corona nicht möglich seien. Außerdem leisteten die Arbeitsagenturen derzeit keine Beratungsarbeit, die auf die Angebote der Jugendsozialarbeit verwiesen. Dort sei man mit der Organisation des Kurzarbeitergeldes ganz ausgelastet. Eine Anregung des Arbeitskreises lautete, dass das Erzbistum seinen Fonds zur Förderung von Projekten gegen Arbeitslosigkeit temporär aufstockt, um benachteiligte Jugendliche in der Corona-Krise zu unterstützen.

Verabschiedung eine verdienten Mitglieds

Zur Diözesanen Arbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit gehören folgende katholische Trägergruppen:  Diözesan-Caritasverband, IN VIA, das Kolping-Bildungswerk und der Bund Deutscher Katholischer Jugend (BDKJ). Die Abteilung Jugend/Junge Erwachsene aus dem Bereich Pastorale Dienste im Erzbischöflichen Generalvikariat wirkt beratend in dem Gremium mit.

Im Rahmen des Jahrestreffens verabschiedete der Kreis Gründungsmitglied Bernd Zimmermann aus seinen Reihen. Der Referent für Jugendpolitik beim BDKJ Diözesanverband gehörte dem Gremium seit seiner Konstituierung im Jahr 1998 an.

 
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