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„Als Christen können wir uns überall beheimaten“


Dompropst Msgr. Joachim Göbel feierte am Libori-Mittwoch in der Alexiuskapelle den Gottesdienst mit den Marktbeschickern.Foto: pdp/Maria Aßhauer
In der Paderborner Alexiuskapelle zwischen Hohem Dom und Abdinghofkirche feiern sonst die russisch-orthodoxen Christen Gottesdienst. Am Mittwoch der Libori-Woche treffen sich dort traditionell die Marktbeschicker zur Heiligen Messe. Dompropst Monsignore Joachim Göbel feierte die heilige Messe mit rund 30 Gläubigen, darunter auch Paderborns Bürgermeister Michael Dreier. Der Dompropst predigte über Kirchen als Abbild des Himmels.      

Zu Beginn seiner Predigt nahm Dompropst Msgr. Göbel die Marktbeschicker mit auf eine Gedanken- und Zeitreise nach Rom, und zwar in die ersten Jahrhunderte, in denen dort Christen lebten. Rom sei damals eine funktionierende Stadt voller Wunder gewesen, aber es habe noch keine Kirchen gegeben, wie wir sie heute kennen, erklärte Dompropst Msgr. Göbel.


„Unsere Heimat und unser Fundament ist der Himmel“, sagte Dompropst Monsignore Joachim Göbel in seiner Predigt.Foto: pdp/Maria Aßhauer
Die erste Kirche für die Christen in Rom sei die Lateranbasilika gewesen, erläuterte Dompropst Göbel weiter. Diese sei nach dem Vorbild damals öffentlicher Bauten als große Halle erbaut worden. „Es gab ja kein architektonisches Vorbild für eine Kirche. Jesus lehrt uns, dass sein Leib die Kirche ist. Wo immer wir uns treffen, ist Kirche. Deshalb war es damals ganz selbstverständlich, dass Christen zur Feier des gemeinsamen Gottesdienstes in ihren Häusern zusammen kamen.“ Aber irgendwann sei die Zahl der Christen gewachsen und die Häuser der Menschen seien für die Feier der Gottesdienste zu klein geworden.  

Aufgrund ihrer weltweiten Präsenz sei es ein übergreifendes Kennzeichen der Christen, so Dompropst Msgr. Göbel weiter, dass sie auf dieser Welt keine gemeinsame Heimat verbinde, sie deshalb in gewisser Weise „heimatlos“ seien. „Die gemeinsame Heimat der Christen ist das biblisch angekündigte himmlische Jerusalem. Dies wird in der Architektur unserer Kirchen deutlich. Auch unser Dom ist ein solches Abbild des himmlischen Jerusalems“, so der Dompropst. Im Mittelalter wie auch heute sollten Kirchen durch ihre besondere Raumwirkung und Ausgestaltung den Gläubigen das Gefühl vermitteln, den Himmel bereits spüren zu können. „Unsere Heimat und unser Fundament ist der Himmel. Mit dieser Zuversicht können wir uns als Christen überall beheimaten“, fasste Dompropst Msgr. Joachim Göbel zusammen.

  

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