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Pressemeldung
22
April
2021
Paderborn

Zuwenden statt Abwenden

„Woche für das Leben“: Kritik am Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum assistierten Suizid
Dr. Werner Sosna moderierte die Online-Tagung zur „Woche für das Leben“. Foto: Erzbistum Paderborn / Sabrina Voss
Dr. Werner Sosna moderierte die Online-Tagung zur „Woche für das Leben“. Foto: Erzbistum Paderborn / Sabrina Voss
Dr. Werner Sosna moderierte die Online-Tagung zur „Woche für das Leben“. Foto: Erzbistum Paderborn / Sabrina Voss

Die Veranstalter der „Woche für das Leben“ im Erzbistum Paderborn haben die Aufmerksamkeit auf eine „Kultur der Sorge“ gelenkt, um einen positiven Gegenbegriff gegen den assistierten Suizid zu setzen. Die Hospiz- und Palliativbewegung habe viel erreicht, um eine solche Kultur zu etablieren, sagte Gerda Graf, Pionierin der Palliativ- und Hospizarbeit aus dem Rheinland.

Noch immer jedoch gelte viel zu oft die Aussage: „Wir dürfen anderen nicht zur Last fallen.“ Dass in Deutschland Menschen in ihrer letzten Lebensphase davor zurückscheuen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, empfindet Gerda Graf als „Selbstentblößung“ der Gesellschaft. Die Hospizarbeit setze gegen soziale Isolation auf die „Leidenschaft, sich an andere zu verschenken“.

Die Stimmung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung war eindeutig: Der assistierte Suizid widerspreche dem Grundanliegen der Hospiz- und Palliativarbeit. Ziel sei es, das Leben in der verbleibenden Zeit lebenswert und sinnvoll zu machen, betonte Dr. Werner Sosna. Die Hospiz-Pionierin Gerda Graf brachte den Anspruch der Hospizarbeit auf den Punkt: „Was wir brauchen, ist ein Zuwenden, nicht ein Abwenden.“

Stichwort „Woche für das Leben“

Die „Woche für das Leben“ geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) zurück, die in besonderer Weise auf den „Schutz des ungeborenen Lebens“ (so auch das Motto der ersten „Woche für das Leben“ im Jahr 1991) aufmerksam machen wollten. 1994 schloss sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland der Aktion an. Mittlerweile ist die bis heute einzigartige Initiative ein Plädoyer für die Würde und den Schutz des menschlichen Lebens in all seinen Phasen. Kirchengemeinden, Einrichtungen und Verbände in allen 27 katholischen Bistümern und 24 evangelischen Landeskirchen nehmen an der „Woche für das Leben“ teil und machen sie damit bundesweit bekannt.