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14
Februar
2020
14.Februar.2020

Verlobung unterm Drei-Hasen-Fenster

Katharina V. sagt unter Paderborner Wahrzeichen „Ja”

„Wir haben am Anfang unserer Beziehung viele Spaziergänge am Dom unternommen. Wir haben dabei über eine gemeinsame Zukunft nachgedacht und tief in uns hinein gehört, was wir uns wünschen“, erzählt Henning B., der zukünftige Bräutigam. „Ich habe mir für den Heiratsantrag an Katharina immer einen ganz besonderen Ort gewünscht. Als ich bei meiner Suche schließlich vor dem Paderborner Dom stand, war dieser besondere Ort schnell gefunden.“

Aber ist es überhaupt erlaubt an diesem heiligen Ort einen Heiratsantrag zu machen? Diese Frage kam dem 44-Jährigen ziemlich schnell in den Kopf. „Ich war mir sehr unsicher, wollte auf keinen Fall irgendjemanden verärgern oder vor den Kopf stoßen, wusste aber auch nicht genau, wohin oder an wen ich mich wenden sollte. Und so sprach ich spontan den ersten Priester an, der mir im Kreuzgang des Domes über den Weg lief“, berichtet Henning weiter. Ohne genau zu wissen, wen er da vor sich hatte, erzählte er dem Priester von seinem Plan. Dass er ausgerechnet Dompropst Monsignore Joachim Göbel vor sich hatte, Hausherr des Domes und bester Ansprechpartner für sein Anliegen, könnte man fast schon als Fügung bezeichnen.

Paar unterm Drei-Hasen-Fenster

Im Paderborner Dom unter dem Drei-Hasen-Fenster sagte Katharina Ja zu Henning. Ein Ort, der für beide viele persönliche Erinnerungen enthält. Foto: pdp/Lena Jordan

Im Paderborner Dom unter dem Drei-Hasen-Fenster sagte Katharina Ja zu Henning. Ein Ort, der für beide viele persönliche Erinnerungen enthält. Foto: pdp/Lena Jordan

Der Dom ist offen für alle Menschen

„Dompropst Göbel war direkt sehr angetan von meiner Idee und offen für den Plan, den ich mir ausgedacht hatte“, zeigt sich Henning schon ein wenig überrascht. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die katholische Kirche, das Erzbistum Paderborn beziehungsweise das Metropolitankapitel so aufgeschlossen und modern eingestellt ist.“ Der Paderborner Dom sei zwar keine Event-Location, solle aber frei von allen Menschen genutzt werden können. „Der Dom ist offen für alle Menschen, er ist kein Museum, er ist ein freier Raum und soll auch benutzt werden. Solange Niemand beim Beten oder im Gottesdienst gestört wird, sollen die Menschen sich dort willkommen und zuhause fühlen“, verdeutlicht Dompropst Göbel.

So hat es Henning schließlich getan. Der Heiratsantrag sollte am 23. Dezember, am Tag vor Heiligabend, stattfinden. „Wir wollten diesen Tag gemütlich zusammen verbringen und die letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest gemeinsam treffen. Doch dann bekam Henning eine Mail von seinem Chef. Es stünde eine Krisensitzung an und er müsse dringend ins Büro…“, erzählt Katharina. Doch diese Mail von Hennings Vorgesetzten war bereits Teil des großen Plans: „Ich brauchte eine Ausrede, um die Vorbereitungen auf dem Kapitelsfriedhof zu treffen.“

Angebliche Foto-Ausstellung am Drei-Hasen-Fenster

Eine Spur aus zahlreichen Kerzen, gesäumt mit Fotos aus der gemeinsamen Zeit – eine kleine Ausstellung über ihre Liebe sollte es werden. Mithilfe einer Hochzeits-Planerin verwandelte Henning den gesamten Nachmittag über den Kapitelsfriedhof in ein Meer aus Kerzen. „Aber das Wetter war mehr als bescheiden und machte mir ständig einen Strich durch die Rechnung, indem der Wind die Kerzen immer wieder aus blies.“ Um siebzehn Uhr sollte Katharina am Ort des Geschehens eintreffen, bis um kurz vor fünf brannten aber 30 bis 50 Kerzen immer noch nicht. „Ich wurde immer nervöser. Die Kerzen gingen immer wieder aus und auch die anderen Besucher auf dem Kapitelsfriedhof waren entgegen der Absprachen immer noch vor Ort. Eigentlich sollte Katharina doch ungestört sein.“

„Ich habe aber überhaupt nicht realisiert, was vor sich ging“, erzählt die zukünftige Braut. Ihre Schwester hatte sie mit einer Eintrittskarte zu einer angeblichen Foto-Ausstellung zum Drei-Hasen-Fenster gelotst. „Dass dort andere Leute waren hat mich daher nicht irritiert, auch nicht, dass der ein oder andere mich etwas seltsam angesehen hat.“ Als sie aber angesprochen wurde, ob sie nicht Katharina sei und ihr eine freundliche Dame einen Glühwein in die Hand drückte, war sie dann doch etwas verwundert. „Dann sah ich das erste Foto von Henning und mir, die ganzen Kerzen, hörte die leise Musik und mir kamen direkt die Tränen. Ich ging langsam von Bild zu Bild und genoss die Atmosphäre.“

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