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11
Februar
2021
11.Februar.2021

Resilienz – wie Sie ihre Kraftquellen aktivieren

Wie gut es Ihnen geht, liegt entscheidend auch in Ihrer Hand

Was macht Sie eigentlich gesund? Leichter lässt sich wahrscheinlich aufzählen, was krank macht. Aber darum geht’s jetzt mal nicht. Oder besser gesagt: nicht vorrangig. Denn mit dem Themenspecial „Kraftquellen“ wollen wir Möglichkeiten vorstellen, wie Sie Kraft und innere Stärke aufbauen können. Ein ganz entscheidender Faktor dafür lautet: Resilienz.

Welche Welt sich hinter dem Begriff Resilienz eröffnet, lässt sich vielleicht erahnen, wenn Sie sich eine Ausstellung zu dem Thema vorstellen. Wenn Sie die Ausstellung besuchen, wagen Sie eine Reise tief in Ihre eigene Persönlichkeit und Ihren Kopf. Es ist eine Reise, die Sie durch sieben verschiedene Welten führt: Optimismus, Lösungsorientierung, Akzeptanz, Emotionsmanagement, Selbstverantwortung, Beziehungsgestaltung und Zukunftsorientierung.

Heidrun Vössing.
Heidrun Vössing.

In  diesen Welten könnten Sie einerseits versuchen, die eigenen Kraftquellen kennenzulernen: Freundschaft, Natur oder der Glaube zum Beispiel. Sie könnten lernen, diese Quellen anzapfen zu können, zum Beispiel wenn sich persönliche Krisen, beruflicher Stress und der alltägliche Wahnsinn vor Ihnen aufbäumen. Zum anderen würde es auch darum gehen, dass Sie lernen, persönliche Schwächen anzunehmen und tief verankerte Denkmuster zu entdecken, um sie langsam zu verändern.

Am besten ist es, wenn Sie beim Besuch dieser Ausstellung durch die sieben Welten fachkundige Begleitung hätten. Zum Beispiel von Heidrun Vössing. Aber nun genug Konjunktiv. Heidrun Vössing ist tatsächlich Diplompädagogin und arbeitet als Coach für Persönlichkeitsentwicklung. Das Konzept der Resilienz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie half uns  dabei, in diesem Artikel die sieben Säulen der Resilienz vorzustellen.

Optimismus

Deutsche Bahn. Verspätung. Musste ja so kommen. Wer so denkt, versprüht nicht unbedingt Optimismus. „Doch positive Emotionen halten gesund und sind ein Schutzfaktor gegen Stress“, sagt Vössing. Sie rät dazu, sich die eigenen Denkgewohnheiten vor Augen zu führen und langsam hin zum Positiven zu verändern. Abends ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, ist ein möglicher Weg, um diese Haltung zu lernen. „Schreiben Sie die Dinge auf, die bei Ihnen für Dankbarkeit, Stolz und Freude sorgen“, lädt Vössing ein.

Lösungsorientierung

Warum passiert mir das jetzt? Wer ist schuld daran? Stundenlang über solche Fragen zu grübeln, hilft wenig. Einerseits, weil es die Stimmung herunterzieht, sich an Problemen abzuarbeiten. Andererseits, weil es sich bei den Grübeleien eben um eigene Gedanken handelt – und nicht unbedingt um die Wahrheit.

Um die Resilienz zu erhöhen, hilft es, die eigene Grundeinstellung lösungsorientiert zu gestalten. Ein weiter Weg. Heidrun Vössing rät: „Fragen Sie sich in schwierigen Situationen: Was genau würde mir jetzt helfen, um die Situation in diesem Moment zu verbessern?“.

Akzeptanz

„Die Akzeptanz ist die anspruchsvollste Grundhaltung für viele Menschen“, sagt Heidrun Vössing. „Es geht darum, Dinge, die wir nicht oder nicht mehr beeinflussen können, zu akzeptieren. Wirklich anzunehmen“. Dazu zählt sie auch die eigenen Charakterzüge, gerade die Schattenseiten.

Als Hilfe rät Vössing: „Fragen Sie sich, was Sie an der aktuellen Situation stört. Was davon können Sie ändern? Was davon können Sie nicht ändern und sollten Sie demnach akzeptieren?“. Auch wenn das nach einer Phrase klingen könnte, sagt Vössing: „Die Welt ist eben nicht perfekt. Leben heißt auch leiden. Daher kommt es darauf an, auch aus widrigen Situationen zu lernen und daraus Stärke zu entwickeln.“

Ein Luchtturm, der Wellen standhält. Foto: Allan-Wood-Photography / Shutterstock.com
Ein Luchtturm, der Wellen standhält. Foto: Allan-Wood-Photography / Shutterstock.com

Emotionsmanagement

Hinter dem etwas kryptischen Begriff Emotionsmanagement steckt die Erkenntnis, dass sich die eigenen Stimmungen und Emotionen beeinflussen lassen. „Dazu gehört, sich bewusst Zeit für das Gute zu nehmen und es zu genießen“, sagt Vössing. „Und dass man nicht alles für selbstverständlich nimmt.“ Auf der anderen Seite sei es wichtig, mit negativen Emotionen wie Angst, Druck und Stress umzugehen. „Wir Menschen neigen dazu, negative Emotionen nicht wahrhaben zu wollen. Je stärker wir das aber wegdrücken wollen, desto stärker wird der Gegendruck. Deshalb ist es wichtig, unangenehme Gefühle zu akzeptieren.“ Angst und Leid seien  feste Bestandteile des menschlichen Erlebens, erklärt Vössing. „Ich kann mich fragen, was mir die Angst sagen möchte.“

Selbstverantwortung

Eine Krankheit durchkreuzt das Leben. Menschen belügen, verlassen, nutzen einander aus. Manche Umstände hat man einfach nicht in der Hand. „Manche Menschen fühlen sich dann als Opfer der Umstände und glauben, die Situation nicht verändern zu können“, sagt Vössing. Hilfreicher sei es aber, selbst Verantwortung für die Situation zu übernehmen, die man nicht verursacht hat. Eine Einstellung nach dem Motto: Ich bin dafür verantwortlich, wie ich mit meiner Zeit umgehe. Ich kann selbst entscheiden, was ich tue und was nicht.

Beziehungsgestaltung

Ein Ausflug mit den Freundinnen, ein Gespräch mit dem besten Kumpel. Freundschaft, Familie und Partnerschaft sind wichtige innere Kraftquellen. Auch der Glaube, die Beziehung zu Gott, kann dazugehören. „Verlässliche Beziehungen und soziale Unterstützung sind ein wichtiger Schutzfaktor, der uns hilft, schwierige Lebenssituationen zu überstehen“, sagt Vössing. Wie Sie Ihre Beziehungen pflegen können, wissen Sie selbst vielleicht am besten. Umso wichtiger ist es, dass Sie sich auch Zeit dafür  nehmen.

Zukunftsorientierung

Was sind Ihre Träume, Ziele und Wünsche für die Zukunft? Eine innere Kraftquelle kann daraus entspringen, dass Sie eine positive Vision von der Zukunft haben – und daran glauben, die Zukunft aktiv gestalten zu können. Heidrun Vössing rät dazu, sich zum Beispiel zu fragen: „Wo möchte ich in fünf Jahren sein? Mit wem? Was tue ich da?“. Dann könne es helfen, aus der eigenen Vision konkrete Ziele abzuleiten. Die Ziele sollten positiv formuliert sein und im eigenen Einflussbereich liegen.

Ein Beitrag von:

Tobias Schulte
Redakteur