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9
September
2019

Im Dialog über Kirche und Marketing

Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche

Jahresempfang der Kirchen in Detmold zum Thema „Kirche und Marketing“ mit (v.l.n.r.) Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB, Landessuperintendent Dietmar Arends, Dechant Norbert Nacke und Pater Abraham Fischer OSB aus der Abtei Königsmünster in Meschede. Foto: Lippische Landeskirche

Wie gibt es eine zeitgemäße, nicht oberflächliche Sprache für Gott? Mit dieser Fragestellung aus dem Themenfeld „Kirche und Marketing“ befasste sich der Jahresempfang des Erzbistums Paderborn und der Lippischen Landeskirche. Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB und Landessuperintendent Dietmar Arends begrüßten dazu in der katholischen Kirche Heilig Kreuz in Detmold Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kirche. Die rund 100 Teilnehmenden hörten mit Interesse den Dialog, den Dechant Norbert Nacke (Dekanat Bielefeld-Lippe) und Pater Abraham Fischer OSB (Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede) zum Thema hielten. Ihr Gespräch vermittelte auf unterhaltsame Weise, wie Kirche heute Menschen erreichen kann: „Das geht in unserer Gesellschaft nur im Dialog, nicht im gläubigen Rezipieren“, zeigte sich der Benediktinerpater überzeugt.

Kirche müsse sich darauf einlassen, dass sie nicht mehr ein alleiniges Sinn- und Deutungsmonopol habe, äußerte sich Pater Abraham überzeugt. Ein Weg sei es, andere Religionen verstehen zu lernen, um das Eigene neu zu entdecken. „Die Werkzeuge, die wir einsetzen, sind heute nicht mehr die richtigen“, so der Benediktiner weiter. „Religion entwickelt sich ins Individuelle, ins Private“, so Pater Abraham, der gelernter Kunstschmied und in der Benediktinerabtei Prior und Wirtschaftsleiter ist. Er berichtete von seiner Erfahrung, dass ein persönlicher Segen für ein in der Kunstschmiede hergestelltes Kreuz Menschen besonders berühre: „Wir brauchen heute kleinere Gruppen und zartere Werkzeuge.“

Dechant Norbert Nacke (l.) und Pater Abraham Fischer OSB sind sich in ihrem Dialog einig: „Das Lächeln Gottes sollten wir weiterschenken.“ Foto: Lippische Landeskirche

Kirche sei ein Ort der Erlösung, zeigten sich Dechant Norbert Nacke und Pater Abraham Fischer OSB in ihrem Dialog einig: „Das Lächeln Gottes sollten wir weiterschenken.“ Dechant Norbert Nacke verwies darauf, dass die Kirche auch heute noch ein starkes Produkt habe, es sei aber die Herausforderung für die Zukunft, es richtig zu verpacken und anzubieten. Ein Lächeln auf das Gesicht der Gäste zauberte der von Kantor Gregor Schwarz an der Orgel und von Willi Budde am Kornett gestaltete musikalische Rahmen mit eingängigen Werbemelodien im klassischen Gewand.

Das Erzbistum Paderborn und die Lippische Landeskirche richteten den Empfang erneut gemeinsam aus. In seiner Begrüßung hob Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB das von Respekt und Toleranz geprägte gute Verhältnis der beiden Kirchen hervor, das sich beispielsweise im konfessionell-kooperativen Religionsunterricht, in der wechselseitigen Anerkennung der Taufe und der Möglichkeit der gemeinsamen Trauung konfessionsverschiedener Paare ausdrücke: „Wir werden weiter das offene Gespräch suchen und Schritte miteinander in die Zukunft wagen.“ Abschließend bedankte sich Landessuperintendent Dietmar Arends für den regen Gedankenaustausch.

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