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26
Juli
2020
26.Juli.2020

Gewalt ist nur durch Liebe zu überwinden

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Libori-Pontifikalamt am Sonntag

Das Leitwort des Libori-Festes 2020 „et in terra pax – Friede auf Erden“ sei zu verstehen als Verkündigung des Willens Gottes, als Dankgebet für 75 Jahre Frieden zu sehen und müsse in der aktuellen Situation als inständige Bitte an Gott für das menschliche Heute und Morgen gedeutet werden. Das betonte Erzbischof Hans-Josef Becker im Pontifikalamt, das er zum Libori-Fest am Sonntag im Hohen Dom zu Paderborn feierte. Der Gottesdienst fand unter Corona-Bedingungen statt: Rund 130 Gläubige konnten unmittelbar mitfeiern. Durch Übertragung in die Paderborner Innenstadtkirchen und per Livestream konnten aber viele Menschen beim Pontifikalamt dabei sein. Der Gesang wurde durch Mitglieder des Paderborner Domchores und Solisten übernommen, die traditionelle Prozession durch die Paderborner Innenstadt und der Empfang des Erzbischofs fanden nicht statt.

„Die Kette der Gewalt ist nur durch die stärkere Kraft der Liebe zu überwinden“, betonte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt im Libori-Pontifikalamt am Sonntag. Foto: Erzbistum Paderborn / Thorsten Hennig

„Gewalt regiert die Welt. Das ist eine urmenschliche Erfahrung. Gewalt ist das Prinzip, wonach die großen und kleinen Konflikte entschieden werden“, erörterte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt. Es gebe offene und versteckte Gewalt, Gewalt der Waffen und Gewalt der Intrigen, Gewalt politischen Drucks und Gewalt der Überredung, konkretisierte der Paderborner Erzbischof. „Die Gewalt ist der maßgebende Faktor in globalen und regionalen Konflikten, in unzähligen Auseinandersetzungen zwischen Völkern und Parteien.“ Seit Menschengedenken werde Gewalt mit Gegengewalt beantwortet, doch könne diese Lösung nicht befriedigen und nicht befrieden, so Erzbischof Becker.

Friede und Unfriede

Friede sei mehr als Nicht-Krieg, mahnte der Paderborner Erzbischof im Hinblick auf das Leitwort des Libori-Festes „et in terra pax – Friede auf Erden“. Die Lösung für Gewalt müsse an der Wurzel des Unfriedens gesucht werden, erklärte Erzbischof Becker. „Der christliche Glaube führt uns an die Wurzel. Die Wurzel liegt im Menschen selbst, sie besteht darin, dass der Mensch nicht ‚in Ordnung‘ ist.“ Unfriede komme aus der Verkehrtheit des menschlichen Herzens, aus seiner Ich-Besessenheit, in der ein Mensch selber Sinn und Ziel und Weg seines Lebens bestimmen wolle.

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Sonntag im Paderborner Dom unter Corona-Bedingungen das Libori-Pontifikalamt: Rund 130 Gläubige konnten dabei sein. Foto: Erzbistum Paderborn / Thorsten Hennig

„Sind wir nicht unfähig geworden, die Endlichkeit aller Dinge, auch die Endlichkeit des Lebens anzunehmen und anzuerkennen, statt einem Unendlichkeits- und Perfektionswahn zu verfallen?“, fragte Erzbischof Becker tiefer. Jesus selbst habe drauf verwiesen, dass die Wurzel allen Unfriedens und aller Gewalt die Sünde sei, erinnerte der Paderborner Erzbischof: „Sünde meint Absonderung, Absonderung von Gott und vom Mitmenschen, in welchem Interesse auch immer.“

Die stärkere Kraft der Liebe

Es sei Gottes Wille, den Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen, bekräftigte Erzbischof Becker. „Wir sollen dieses Spiel nicht endlos mitmachen. Wir sollen neue Ansätze setzen durch die Liebe.“ Erzbischof Becker betonte: „Die Kette der Gewalt ist nur durch die stärkere Kraft der Liebe zu überwinden.“ Abschließend stellte er heraus: „Wir sind nicht wie unbeteiligte Zuschauer im großen Welttheater. Wo immer wir einem Mitmenschen zuhören und ihn ernst nehmen, wo immer wir gegen die Feindbilder Stellung nehmen, wo immer wir einem Menschen nicht mit gleicher Münze heimzahlen, sondern mit Liebe, wo immer wir einem Mitmenschen zu seiner Freiheit verhelfen, sich zu äußern und er selbst zu sein, wo immer wir um Verständnis und um Verständigung bemüht sind, dort ergreifen wir den Frieden, den Jesus gebracht hat.“

Das Leitwort des Libori-Festes 2020 ist zu verstehen als Verkündigung des Willens Gottes, als Dankgebet für 75 Jahre Frieden und muss gedeutet werden als inständige Bitte an Gott für das menschliche Heute und Morgen. Foto: Erzbistum Paderborn / Thorsten Hennig

Eucharistiefeier und Segen

Im Anschluss feierte Erzbischof Hans-Josef Becker die Eucharistie. Traditionell feiert der Paderborner Erzbischof diese in Konzelebration mit zahlreichen Gast-Bischöfen aus Deutschland und der Weltkirche statt, doch war dies in diesem besonderen Jahr nicht möglich. Der Paderborner Bürgermeister Michael Dreier trug im Gottesdienst die Fürbitten vor und betete – entsprechend dem diesjährigen Leitwort des Libori-Festes – für Frieden und Gemeinschaft in der Welt, in Gesellschaft und Kirche. Die Kommunion wurde aus dem Dom zu den Gläubigen gebracht, die in den drei Paderborner Innenstadtkirchen via Live-Übertragung das Pontifikalamt mit dem Paderborner Erzbischof mitfeierten.

Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker ruft dazu auf, den Frieden zu ergreifen, den Jesus gebracht hat. Foto: Erzbistum Paderborn / Thorsten Hennig

Am Ende des Pontifikalamtes spendete Erzbischof Hans-Josef Becker den päpstlichen Segen, mit dem die Verbundenheit mit der Weltkirche zum Ausdruck kommt. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von Sängern der Paderborner Domchores, Solisten und Instrumentalisten unter der Leitung von Domkapellmeister Thomas Berning und Domorganist Tobias Aehlig an der Orgel.

Die traditionelle Prozession mit dem Allerheiligsten und den Reliquien des Patrons des Erzbistums, des Domes und der Stadt Paderborn durch die Innenstadt mit der Station am Paderborner Rathaus, wo ein sakramentaler Segen gespendet wird, konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Und auch der Empfang des Paderborner Erzbischofs für geladene Gäste aus Kirche, Gesellschaft, Politik und Kultur musste Corona-bedingt ausfallen. Im Anschluss wurde statt dessen vom Erzbistum Paderborn das Libori-TV gestartet und im Internet ausgestrahlt, mit dem die Vielfalt des Libori-Festes präsentiert wird.

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle
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