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22
August
2019

Geprägt durch Glauben und die Liebe für Afrika

Schwester Magna Pittig blickt auf erfüllte Mission zurück

„Ich würde es genauso wieder machen“, blickt Schwester Magna Pittig auf eine erfüllte Zeit bei den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut zurück. „Vermutlich würde ich allerdings mit dem Wissen von heute zuerst eine Ausbildung machen – wieder als Lehrerin – und nicht so jung in den Orden eintreten.“ Der Glauben und die Liebe zu Afrika hat ihre Tätigkeit geprägt. Nun genießt sie ihren  Ruhestand im Mutterhaus der Missionsschwestern in den Niederlanden

Manchmal habe sie sich auf dem schwierigen Pfad in der Mission schon durchringen müssen. Aber die gute Gemeinschaft der Schwestern und die Menschen vor Ort hätten ihr über Zweifel hinweg geholfen und ihr den nötigen Mut gegeben.

„Schon in der Volksschule fühlte ich mich zur Mission hingezogen, ab der Ersten Heiligen Kommunion hat mich der Gedanke nicht mehr losgelassen“, erinnert sich Schwester Magna. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste  ihre Familie  Paderborn verlassen und nach Hohenwepel umziehen. Die Dorfgemeinschaft und die dort erfahrene Hilfe haben sie geprägt und den Wunsch geweckt, selbst anderen helfen zu wollen.

Doch die junge Lucie Pittig – so ihr Mädchenname – musste sich durchaus gegen Widerstände behaupten. „Meiner Mutter passte der Gedanke gar nicht und sie hatte gehofft, ich würde meinen Wunsch ändern.“ Sie blieb hart und ist zugleich ihrer Mutter heute noch dankbar. Nach der Profess habe sie richtige Unterstützung bekommen, zuvor sei es aber auch eine wichtige Prüfung für ihre Lebensentscheidung  gewesen.

Noch im gleichen Jahr folgte der Aufbruch zu einer großen Reise und zugleich die Erfüllung eines Wunschtraums: Die „Mission Afrika“ begann. „Ostafrika war zu Beginn schon ein starker Kulturschock. Zum Glück hat sich das damalige Bild‚ der Mann marschiert vorher und die Frau trägt Holz und Kind‘ heute sehr verändert“, erinnert sich Schwester Magna, die zu Beginn auch vor persönlichen Herausforderungen stand. Die sprachliche Verständigung habe anfangs  zu einem Gefühl der Einsamkeit geführt und somit zu Zweifeln. Mehr als einmal habe sie sich auch die Frage gestellt: „Lieber Gott, warum hast du das zugelassen?“

Mit ihrer offenen und herzlichen Einstellung fand Schwester Magna aber den Zugang zu den Menschen, die ihr seitens des Ordens und der Bevölkerung zugeteilt waren. „Das wurde ein sehr guter Kontakt. Wir haben immer gut zusammengearbeitet. Aber ich habe die Bevölkerung auch immer wieder aufgefordert, dass wir gemeinsam an den Projekten arbeiten müssen, um erfolgreich zu sein.“ Die Aufgaben waren vielfältig: Katechese, Bildung der Schulkinder, Betreuung der Pfarreien, Häuserbau mit den Dörfern geplant sowie die Unterstützung von Armen und Kranken.

Der Einsatz bei den Leprakranken hat Schwester Magna, die ihr Anliegen mehr in der Bildung als in der Definition einer Krankenschwester sah, besonders gefordert. „Ich musste mir eine Auszeit mit Exerzitien nehmen. Danach konnte ich sogar die Wunden der Kranken versorgen, was mir zuvor völlig fremd war.“

Gegenseitiges Vertrauen

Mit Bildungsprojekten wie Waisenheimen, den Amani-Schulen und Farmschools haben sich die Missionsschwestern in Ostafrika einen guten Namen gemacht und Respekt auch in der Politik verschafft. „Viele der Mädchen, die in unseren Schulen waren, haben heute verantwortungsvolle Positionen in der Regierung und in Konzernen bekommen“, freut sich Schwester Magna über die positive Entwicklung. Auch auf der Straße gab es stets freundliche Begegnungen mit der Bevölkerung. Zum einen seien die Einheimischen sehr dankbar, und zugleich hätten sie großes Vertrauen zu den Schwestern und suchten bei ihnen auch Rat und Unterstützung.

„Afrika war immer mein Wunschland. Da war mir auch egal, wo ich eingesetzt wurde. In Kenia und Tansania war ich jedoch besonders gern“, schwärmt Schwester Magna immer noch von der sehr schönen und angenehmen Atmosphäre: „Die Unabhängigkeit von Kenia war für mich eins der schönsten Erlebnisse.“ Mit dem Klima und den Landschaften sei sie gut zurechtgekommen. Es sei zwar heiß, doch die Hitze könne man gut ertragen. Vor allem in Nairobi sei es sehr angenehm. Erlebnisse mit „wilden Tieren“ habe sie auch gehabt: Löwen und Hyänen in Nairobi, Elefanten in Dörfern und Schlagen aller Art. „Wegen der Schlangen gehen die Farmer nie ohne Stiefel ins Feld zur Arbeit.“

Das kirchliche Engagement in Ostafrika erfreut Schwester Magna: „Die Kirchen sind noch voll, in den Unis gibt es Gebetsgruppen, Frauengruppen seien aktiv, die Mitglieder einer Pfarrei halten großartig zusammen und die Pfarrer würdigen die Arbeit der Schwestern.“

Sie würde es genauso wieder machen, bekräftigt Schwester Magna, auch wenn manche Aufgabenstellung oder Versetzung auch Fragen aufgeworfen haben. „Doch die Wechsel und Entscheidungen fanden immer im Austausch und Dialog mit dem Provinzrat statt, der sich über Einsatzorte auch Gedanken macht, was passt zu wem“, so die Paderbornerin, für die immer galt: „Ich versuche es.“

Missionsschwestern vom Kostbaren Blut

Die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut (Mariannhiller Missionsschwestern, congregatio pretiosi sanguinis, Ordenskürzel: CPS) sind ein katholischer Frauenorden, der im Jahr 1885 von dem österreichischen Trappistenabt Franz Pfanner in Südafrika gegründet wurde. Die Gemeinschaft hat heute rund 1.000 Schwestern in 97 Niederlassungen, die unter anderem in Afrika, Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Portugal und Rumänien tätig sind. (Quelle: Wikipedia)

Entstehung des Ordens

Auftrag der Missionsschwestern

 

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