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Pressemeldung
15
April
2021
Paderborn

„Aha-Erlebnisse“ über die Gefahren im Netz

Sexualisierte Gewalt in und durch digitale Medien ist Schulungsthema der Präventionsarbeit im Erzbistum Paderborn

„Sexualisierte Gewalt in und durch digitale Medien ist ein seit langem unterschätztes Thema. Für Täter ist es einfach, mit jungen Menschen schnell in Kontakt zu kommen“, so Miriam Merschbrock, Präventionsbeauftragte im Erzbistum Paderborn. Deshalb ist die Rahmenordnung der Prävention jetzt erweitert worden. Das Thema „sexuelle Gewalt in und durch digitale Medien“ ist seitdem ein integraler Bestandteil der Schulungen der Präventionsarbeit im Erzbistum.

Rabea Krato,Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Bielefeld-Lippe und Präventions-Schulungsreferentin.
Rabea Krato,Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Bielefeld-Lippe und Präventions-Schulungsreferentin.

„Augen auf - hinsehen und schützen“

Prävention von sexueller Gewalt wird im Erzbistum Paderborn seit Jahren in verschiedener Art und Weise durchgeführt. Nicht erst seit Veröffentlichung der MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche hat das Erzbistum Paderborn reagiert, sondern frühzeitig die Fachstelle Prävention eingerichtet und Schulungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Pflicht gemacht. „Augen auf – hinsehen und schützen“ lautet das Leitwort, mit dem informiert, sensibilisiert und geschult wird.

Große Resonanz bei Präventionsfachkräften

Die Resonanz auf eine Schulung für Präventionsfachkräfte zum Thema „Cyberkriminalität“ bestätigte die Notwendigkeit, sich zum Schutz der Kinder und Jugendlichen verstärkt diesem aktuellen Thema zu widmen. „Der Wunsch nach einem solchen Angebot war sogar durch die haupt- und ehrenamtlichen Präventionsfachkräfte an uns herangetragen worden“, betont Rabea Krato, Dekanatsreferentin für Jugend und Familie im Dekanat Bielefeld-Lippe und Präventions-Schulungsreferentin, die im digitalen Tagesseminar 19 Teilnehmende begrüßen konnte.

„Das Internet ermöglicht rasanteren Anbahnungsprozess“

„Die Referentin hat mit ihren Ausführungen für so manches ‚Aha-Erlebnis‘ selbst bei den Präventionsfachkräften gesorgt. Das Internet ermöglicht einen viel rasanteren Anbahnungsprozess – genannt Cybergrooming – eines Täters. Es war schon erschreckend zu hören, wie schnell Täter an Kinder und Jugendliche herankommen und zugreifen“, mahnt Rabea Krato zur Achtsamkeit. Gemeinsam mit Philipp Ashton (Dekanatsreferent für Jugend und Familie im Dekanat Herford-Minden), Pastor Carsten Adolfs (Dekanatsjugendseelsorger und Präventionsfachkraft im Pastoralen Raum Widukindsland) und Jörg Schultefrankenfeld (Dekanatsreferent für Jugend und Familie im Dekanat Rietberg- Wiedenbrück) hatte Rabea Krato das Online-Seminar vorbereitet und mit Ruth Habeland aus Köln eine kompetente Schulungsreferentin gewonnen.

Referentin Ruth Habeland stellte Vorgehensweisen von Tätern vor: Mit falschen Profilen erschleichen sie sich Vertrauen, fragen aus und sammeln dabei Daten. Irgendwann folgt die Nachfrage nach Fotos oder Webcam-Chats. Damit hätten Täter etwas in der Hand, womit sie später Druck ausüben könnten. Zur Überraschung der Seminarteilnehmenden liegen die Gefahrenquellen nicht nur in den bekannten sozialen Netzwerken oder Messenger-Diensten wie Snapchat, Tiktok oder Whats App, vielmehr auch in Online-Spielen, Chat-Formaten oder gar bei Onlinemarktplätzen wie eBay.

Digitalaffin und trotzdem sorgloser Umgang

Obwohl Jugendliche heute so „digitalaffin“ wie keine zuvor seien, sei auf der anderen Seite ein allzu sorgloser Umgang zu verzeichnen. Kaum jemand mache sich Gedanken, welche Informationen sich aus einem Porträtfoto oder im Chat aus dem Bild-Hintergrund für Täter schließen ließen. „Kinder brauchen auf jeden Fall eine Anleitung für das Internet, anders vielleicht als 16-Jährige“, appelliert Rabea Krato an Präventionsfachkräfte, Eltern und Erziehende, Mädchen und Jungen an Soziale Medien heranzuführen und mit ihnen im Gespräch zu bleiben

Ein Beitrag von:

Ronald Pfaff
Redakteur