Traditionell wurden Gottesdienste in der katholischen Kirche über Jahrhunderte in lateinischer Sprache zelebriert. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil änderte sich das und seither kann die jeweilige Landessprache verwendet werden.
Es gibt jedoch Gläubige, die gerne an der älteren Form des Römischen Ritus festhalten, der bis 1970 in der Kirche gefeiert wurde und den Papst Benedikt XVI 2008 wieder zugelassen hat. Seit 2008 feiert Pastor Thomas Zwingmann im Auftrag des Erzbischofs regelmäßig Gottesdienste im Alten Ritus.
Jetzt war die auf Bischof Meinwerk zurückgehende Paderborner Busdorfkirche Ort eines besonders feierlichen Ereignisses: 21 Katholiken aus dem Erzbistum Paderborn und darüber hinaus wurden hier gefirmt.
Sowohl die Heilige Messe unter der Leitung von Thomas Zwingmann als auch die Firmung – das Sakrament spendete der Weihbischof Matthias König – fanden überwiegend in lateinischer Sprache statt. Die Firmlinge hatten sich etwa ein halbes Jahr lang intensiv auf das Ereignis vorbereitet. Begleitet wurden sie jetzt von Freunden und Verwandten.
Auch der Ablauf unterschied sich von der Firmung nach neuem Ritus: Der Weihbischof spendete das Sakrament – zentraler Bestandteil der Zeremonie war die Salbung der Firmlinge mit Chrisam-Öl – direkt im Anschluss an den Einzug und die Predigt. Erst dann folgte die Feier der Heiligen Messe.
Ein ausdrückliches „Ja“
Weihbischof Matthias König berichtete zunächst tagesaktuell von seiner jüngsten Reise nach Äthiopien und damit verbundene „berührende Momente bei der dortigen Eucharistiefeier“. Die Gottesdienste gäben den Gläubigen Kraft, die mitunter herausfordernden Mühen des Alltags zu bestehen. König zeigte sich beeindruckt davon, was die Katholikinnen und Katholiken vor Ort leisteten: „Eine neu gebaute Kirche wird oft zur Keimzelle für den Aufbau einer sozialen Infrastruktur mit Kindergarten, Schule und Krankenstation. Christliches Handeln zeigt den Menschen unmittelbar, dass sich etwas zum Positiven verändert, und das gibt dem Glauben Rückenwind.“ Die Christen schöpften daraus Selbstbewusstsein und nutzten die Möglichkeit, ihren Glauben nach außen zu tragen.
Diesbezüglich spannte der Weihbischof den Bogen zu den Firmlingen, die sich auch aktiv entschieden hätten, die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen zu untermauern. „Sie sprechen ein besonderes und ausdrückliches „Ja“ und dieser prägende Moment muss in Zukunft von Ihnen gelebt werden. Seien Sie starke Zeugen für den Glauben“, appellierte König an die Firmlinge.
Ein eigener Charakter
Diese und die vielen anderen Gäste in der nahezu voll besetzten Busdorfkirche erlebten einen Gottesdienst, der einen eigenen Charakter hatte. Die liturgischen Gesänge sowie das Orgelspiel erfüllten das Kirchenschiff und von zwei Chören vielstimmig bereichert kam die Akustik des Jahrhunderte alten Gotteshauses zum Tragen. Pastor Thomas Zwingmann feierte die Messe – der Tradition folgend – überwiegend mit dem Rücken zur Gemeinde. Die lateinischen Formeln und Gebete klangen authentisch und würdevoll.
Auffällig viele junge Familien mit Kindern bestimmten das Bild und gaben Zeugnis von einer lebendigen Kirche, die in der Tradition verwurzelt ist und sich doch mutig der Zukunft stellt.
Dies wurde auch in den Gesprächen deutlich, die Weihbischof Matthias König und Pastor Thomas Zwingmann im Anschluss mit den Firmlingen und ihren Begleitungen führten.