Während die Welt nach wie vor besorgt auf Grönland und Dänemark blickt, hat das Bistum Kopenhagen an diesem Wochenende einen Mann gefeiert, der für das Gegenteil von Machtinteressen und Spaltung steht: den heiligen Ansgar. Vor genau 1.200 Jahren machte sich der Mönch vom Kloster Corvey nahe Paderborn nach Skandinavien auf den Weg zu seiner ersten Missionsreise. Ansgar – der “Apostel des Nordens” – gilt als einer der ersten Europäer: ein einfacher Diener Gottes, dessen Vision größer war als regionale und nationale Horizonte. Als großer Förderer des Bistums Kopenhagen und der katholischen Kirche in Nordeuropa war auch das Bonifatiuswerk und dessen Generalsekretär Monsignore Georg Austen zu diesem besonderen Jahrestag eingeladen. Auch wenn der Name von US-Präsident Donald Trump in offiziellen Reden nicht explizit fiel, sorgten die Spannungen rund um Grönland für reichlich Gesprächsstoff.
Ansgar zu Ehren nahm Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin als Sondergesandter des Papstes an den Feierlichkeiten teil – gemeinsam mit dem Kopenhagener Bischof Czesław Kozon, dem Apostolischen Nuntius in den Ländern Skandinaviens, Erzbischof Julio Murat, sowie weiteren Bischöfen aus Deutschland und Nordeuropa. Bei einem ökumenischen Gottesdienst am Samstag in der evangelischen-lutherischen Frauenkirche und dem Festgottesdienst am Sonntag in der katholischen Domkirche St. Ansgar würdigten Vertreter der katholischen Kirche und evangelisch-lutherischen Kirche Ansgar als einen “Grenzgänger des Glaubens”. Er sei Brückenbauer zwischen Nord und Süd sowie Wegbereiter europäischer Verbundenheit. Monsignore Georg Austen: „Es war sehr eindrucksvoll zu erleben, wie der heilige Ansgar bis heute für gelebte ökumenische Beziehungen steht.“
Der Bonifatiuswerk-Generalsekretär dankte dem Sondergesandten des Papstes, Kardinalstaatssekretär Parolin, dafür, dass er durch seine Anwesenheit den Katholiken in den Diaspora-Regionen in Dänemark und in Nordeuropa seine Solidarität bekundete. “Das ist als sehr wertschätzend aufgenommen worden”, sagte Monsignore Georg Austen, der auch die besten Wünsche des Paderborner Erzbischofes Dr. Udo Markus Bentz als Protektor des Bonifatiuswerkes überbrachte.