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Erzbistum Paderborn
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Außenansicht der Kirche St. Bernhard in Welver© Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Eine Kirche zum Kopf-in-den-Nacken-Legen

Erzbistumskalender 2024: St. Bernhard in Welver ist westfälischer Barock in Reinform und höchster Harmonie

In der Gemeinde Welver stehen zwei Kirchen dicht an dicht. „Und eine ist schöner als die andere“, sagt Meinolf Schultebraucks zur Begrüßung. Die Kirche St. Albanus und Cyriakus ist die ältere. Sie wurde im 12. Jahrhundert im Stil der Romanik erbaut und ist damit noch etwas älter als die um 1240 gegründete Abtei der Zisterzienserinnen in Welver. Lange Zeit war St. Albanus und Cyriakus beides: Kloster- und Gemeindekirche. Nach der Reformation wurde das Gotteshaus zusätzlich die Heimat der evangelischen Gemeinde und bekam auf diese Weise eine Dreifachfunktion. Meinolf Schultebraucks hätte vieles zu erzählen über die heute evangelische Kirche St. Albanus und Cyriakus und über die Ökumene, die in Welver gelebt wird. Trotzdem lenkt er nun seine Schritte hinüber zur benachbarten katholischen Kirche St. Bernhard, denn: „Wenn Sie westfälischen Barock in höchster Harmonie erleben wollen, müssen Sie St. Bernhard gesehen haben!“

Einen kenntnisreicheren Kirchenführer als Meinolf Schultebraucks kann man sich nicht wünschen. Seine Begeisterung steckt an, und – kein Zweifel! – der Mann hat etwas zu sagen: Schultebraucks ist nicht nur doppelt promovierter Pädagoge und Sozialwissenschaftler, der mit über 70 noch einen Lehrauftrag an der TU Dortmund hat, sondern auch engagierter Christ, der in seiner Gemeinde als Ehrenamt den Begräbnisdienst übernommen hat. Auch als Buchautor und Chronist hat er sich einen Namen gemacht. Unter anderem schrieb er gemeinsam mit seinem Freund Rudolf Fidler das im Jahr 2007 im Bonifatius-Verlag erschienene Buch „Das Zisterzienserinnenkloster St. Mariae zu Welver und seine Pfarr- und Klosterkirche St. Bernhard“.

Den Blick in die Höhe schweifen lassen

Diese zeigt sich von außen wohlproportioniert und für ein Barockgebäude reichlich schlicht. Ganz anders dagegen ist der Eindruck von innen. Sofort beim Betreten ist man umfangen von barocker Prachtentfaltung. „Errichtet wurde St. Bernhard in den Jahren 1697 bis 1707“, berichtet Meinolf Schultebraucks. „Während viele andere Kirchen im Lauf der Zeit im Inneren stark verändert wurden, ist hier das allermeiste so, wie es am Tag der Fertigstellung war.“ Die Erklärung dafür liegt in der seltenen Harmonie, die durch jegliche Erweiterung gestört worden wäre. Lediglich der Taufbrunnen wurde in späterer Zeit versetzt, ein Zugang vom nach der Säkularisation größtenteils abgebrochenen Klostergebäude direkt zur Nonnenempore wurde zugemauert, und an der Stelle des zugemauerten Friedhofsportals befindet sich ein Beichtstuhl. Für den Puristen Schultebraucks ist dieser ein Dorn im Auge: „Auch im Hinblick auf die Begräbnisfeiern wäre es schöner, den Zugang von der Kirche hinaus auf den Friedhof wieder zu öffnen.“

Während der Führung durch St. Bernhard fordert Meinolf Schultebraucks immer wieder dazu auf, den Blick in die Höhe schweifen zu lassen: hinauf zur Kanzel, zur Nonnenempore oder zum barocken Orgelprospekt mit der heiligen Cäcilia als Schutzpatronin der Kirchenmusik, empor zum Figuren- und Gemäldeschmuck des Hochaltars, bekrönt mit der schaurig-schön anzusehenden Darstellung des heiligen Michael mit dem niedergeworfenen Luzifer. Ebenfalls sehenswert sind die mit Christus- und Marienmonogrammen verzierten Schlusssteine des Kreuzrippengewölbes. Kurzum: St. Bernhard in Welver ist eine Kirche, um den Kopf in den Nacken zu legen und nach dem Höheren zu suchen.

St. Bernhard in Welver

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