Unsere Gesellschaft erlebe gegenwärtig tiefgreifende Spannungen, internationale Konflikte, gesellschaftliche Polarisierung und ein zunehmend aggressiver öffentlicher Ton verunsicherten viele Menschen, begrüßte am Samstag der Direktor der Katholischen Akademie Schwerte, Monsignore Dr. Michael Menke-Peitzmeyer, die Gäste des Dreikönigsempfangs. Dieser stand in der Katholischen Akademie Schwerte unter dem Leitwort „Demokratie unter Druck – Das Grundgesetz in Zeiten von Wandel und Krisen“. Den thematischen Schwerpunkt bildete ein Festvortrag von Prof. Dr. Stephan Harbarth, dem Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts. An den Empfang schloss sich eine Eucharistiefeier mit dem Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz an.
Demokratie lebt von innerer Haltung
„Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen massiv unter Druck. Hass und Hetze sind keine Randphänomene mehr, sondern dringen in die Mitte der Gesellschaft vor“, fasste Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz in seiner Predigt die Problemlage zusammen. Mit Bezug auf das Evangelium von der Taufe Jesu im Jordan sagte der Erzbischof: „Gott antwortet auf die Krisen der Welt nicht mit Macht und irdischen Fortschrittsversprechen, sondern mit Nähe.“ Die Taufe von Jesus sei kein symbolischer Akt aus sicherer Distanz, sondern tatsächlich ein Abstieg, ein Hineingehen. „Hier berührt sich das Evangelium unmittelbar mit dem Thema des Dreikönigsempfangs. Denn auch die Demokratie lebt nicht zuerst von Lautstärke, sondern von innerer Haltung. Von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. In die Nähe zu gehen“, erläuterte Erzbischof Dr. Bentz.