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© foxaon1987 / Shutterstock.com
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Dem Licht auf der Spur Mariä Lichtmess als Einladung

Wenn die Tage länger werden und das Licht an Kraft gewinnt, lädt Mariä Lichtmess zum Innehalten ein. Auch 2026 greift die Veranstaltungsreihe „finde dein Licht“ diesen Impuls auf.

Rund um den 2. Februar bieten 35 Veranstaltungen in der Klosterlandschaft Westfalen-Lippe Gelegenheit, das Licht bewusst zu erfahren – beim Feiern, beim Stillwerden oder in ganz persönlichen Momenten.

Die Veranstaltungsreihe hat am 18. Januar begonnen und geht bis zum 13. Februar. Mittendrin: Mariä Lichtmess,  ein Fest, das leise daherkommt und gerade darin seine Tiefe entfaltet.

Feste geben dem Jahr Struktur und dem Leben Rhythmus. Sie helfen, Zeit nicht nur zu messen, sondern sie zu bewohnen und sich in ihr zu verorten. Mariä Lichtmess, offiziell „Darstellung des Herrn“, gehört zu diesen Schwellenfesten.

Es markiert keinen Höhepunkt mit Trompeten und großen Gesten, sondern einen Übergang: zwischen Winter und dem ersten Ahnen des Frühlings, zwischen Dunkelheit und Aufbruch. Gefeiert wird die Offenbarung Jesu als Licht der Welt – ein Bild, das bis heute trägt.

Mit dem zunehmenden Licht in der Natur war der 2. Februar über Jahrhunderte hinweg auch ein Orientierungspunkt im Jahreslauf, ein Innehalten zwischen dem Vergangenen und dem, was neu beginnt. Die Bauern schlossen Arbeitsverträge ab, regelten Pacht und Lohn. Handwerker stellten ihre künstliche Beleuchtung ein, und die Meister gewährten ihren Gesellen und Lehrlingen einen freien Nachmittag.

Das Licht, das gesehen wird

Einst markierte Mariä Lichtmäss – 40 Tage nach der Geburt Christi – offiziell das Ende des Weihnachtsfestkreises. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde im Rahmen einer Liturgiereform festgelegt, dass diesen Abschluss nun der Sonntag nach dem 6. Januar, der Erscheinung des Herrn, bildet. Immer noch lassen viele Gläubige ihren Weihnachtsbaum oder die Krippe bis zum 2. Februar stehen. Und das ist auch immer noch passend: Denn Mariä Lichtmess  ist nun ein weihnachtliches Fest außerhalb des Weihnachtsfestkreises.

Die biblische Erzählung zu Mariä Lichtmess findet sich im Lukasevangelium (Lk 2,22–40): Vierzig Tage nach der Geburt Jesu machen sich Maria und Josef auf den Weg nach Jerusalem, um im Tempel die religiösen Vorschriften zu erfüllen, die das mosaische Gesetz für die Zeit nach der Entbindung eines Kindes vorsieht.
Seit dem 4. Jahrhundert wird dieses Ereignis liturgisch gefeiert. Schon früh begleiteten Lichterprozessionen und Kerzenweihen das Fest und machten sichtbar, was Simeon erkannt hatte.

Licht sehen, fühlen, wahrnehmen

Veranstalterin der Reihe „finde dein Licht“ ist die Klosterlandschaft Westfalen-Lippe. Aktive und ehemalige Klöster, Stifte und klosterähnliche Orte übernehmen eine zentrale Rolle und schaffen mit Gottesdiensten und Meditationen, Konzerten und Vorträgen, Führungen und kreativen Formaten einen Rahmen, in dem Licht erfahrbar wird: nicht erklärend, sondern sinnlich, symbolisch, emotional. Es eröffnet Zugänge und ermöglicht das Vertiefen der eigenen Spiritualität.
Gerade in der dunklen Jahreszeit wird diese Erfahrung existenziell: Wenn äußere Helligkeit fehlt, wächst die Sehnsucht nach dem inneren Licht. Mariä Lichtmess gibt dieser Sehnsucht eine Sprache. Wo trägt mich Licht? Wo brauche ich es? Wie kann ich selbst zum Licht werden

Maria in neuem Licht

„Begegnungen mit Maria – Wo finde ich mich wieder“, heißt zum Beispiel das Angebot des Marienwallfahrtsortes Oelinghausen. Durch gezielte Lichtführung werden am Samstag, 31. Januar, um 15 Uhr alle Mariendarstellungen in der Klosterkirche betont.

„Zu Mariä Lichtmess möchten wir Maria in ein neues Licht bringen – so, dass Menschen, die vielleicht nicht aus dem traditionellen Bereich kommen, ebenfalls eine Entdeckung machen können“, sagt Sr. Maria Gabriela Franke von der Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel.

Jedes Marienbild zeigt einen anderen Zugang: Maria als Mutter, als Trösterin, als Leidende, als Friedensstifterin … Licht hilft, diese Facetten wahrzunehmen – und sich selbst darin zu spiegeln. Wie kann Maria Vorbild für mich sein? Wie finde ich mich selbst? Sr. Maria Gabriela Franke erlebt immer wieder die große Sehnsucht der Menschen nach Verbindlichkeit und Orientierung. „Die Dinge ans Licht zu bringen“, sagt sie, „ist in Zeiten großer Verunsicherung wie heute von großer Bedeutung.“

"Kölsche Madonna" in Oelinghausen: Verehrte Skulptur in der Krypta der Klosterkirche St. Petri

In der Krypta der Klosterkirche St. Petrin in Oelingausen befindet sich das Gnadenbild, die „Königin des Sauerlandes“. Die schon seit Klostergründung von Pilgern und Wallfahrern aufgesuchte und verehrte Skulptur wird in mittelalterlichen Quellen stets als „Kölsche Madonna“ bezeichnet. Das ist ein Hinweis auf ihre rheinische Herkunft.

Maria thront in königlicher Haltung mit Krone und prächtigem Gewand auf einem mittelalterlichen Ringpfostenstuhl; auf ihrem Schoß sitzt Jesus mit zum Segen erhobener Hand und einem Buch auf den Knien. Auch er trägt eine Krone und ist als „König“ mit reich verziertem Gewand dargestellt.

Die über 800 Jahre alte Figur stammt aus der Zeit um 1200 und ist eines der ältesten Kunstwerke von Oelinghausen. Es wurde mehrfach umgestaltet. Die heutige Fassung geht auf die Restaurierung von 1980 zurück.

Die Figur ist vollplastisch aus Lindenholz gefertigt. Wie mehrere andere Figuren auch, war sie ursprünglich ein Reliquienträger. Nicht die Figur selbst, sondern die in ihr eingeschlossenen Reliquien wurden von den Gläubigen und Wallfahrern verehrt. Die Darstellung hat auf der Rückseite eine hölzerne Abdeckung mit einem dahinter liegenden Hohlraum. In diesem waren früher (bis ca. 1900) die Reliquien untergebracht.

„Licht ist Hoffnung, Erkenntnis. Wo Licht ist, bleibt nichts im Dunkeln.“
– Sr. Maria Gabriela Franke

Wenn das Licht nach innen führt

Auch an anderen Orten wird das Licht zum Weg nach innen. In der ökumenischen Lebensgemeinschaft St. Raphael in Bad Salzuflen wirken atmosphärische Abende, in denen Illuminationen, Musik und Texte ineinandergreifen.

Willibald Dommes beschreibt „finde dein Licht“ als Einladung, „sich selbst nahezukommen“. Er beobachtet, dass Menschen in solchen Augenblicken inniger werden, sich öffnen und sich auf den Weg machen, das Licht zu erfahren, „das sie lenkt, führt und begleitet.“

Die Stiftskirche St. Nikolaus Rumbeck bietet am Freitag, 30. Januar, um 17 Uhr eine Fackelwanderung sowie ein Choral Evensong, ein abendliches Stundengebet in Anlehnung an die anglikanische Tradition. „Gerade der Evensong, den wir auch unabhängig von der Veranstaltungsreihe regelmäßig anbieten, findet große Resonanz und hat Rumbeck zu einem besonders verlässlichen Ort gemacht“, sagt Thomas Niemand vom Kirchenvorstand der Propsteipfarrei St. Laurentius in Arnsberg. Was er feststellt: Die meditative Stimmung gibt Raum, den eigenen Gedanken nachzugehen und Dinge in Ruhe zu betrachten.

Viele Menschen fühlen sich von herkömmlichen Gottesdiensten nicht mehr angesprochen, suchen besondere Formate – und finden darin große Befriedigung. Dass die Vigilkerzen anschließend die ganze Nacht für die Anliegen der Teilnehmenden brennen, macht das Licht zu einem stillen Zeichen der Hoffnung.

Licht, das bleibt

Mariä Lichtmess ist kein lautes Fest. Es drängt sich nicht auf. Gerade darin liegt seine Stärke. Das Licht der Weihnacht wird weitergegeben. Es erinnert daran, dass der Mensch nicht aus sich selbst lebt, sondern aus dem Licht, das ihm geschenkt ist – einem Licht, das trägt und den Weg weist.

Zwischen Nordhorn im Norden bis Sundern im Süden, Dülmen im Westen und Marienmünster im Osten bieten sich an 35 klösterlichen Orten ganz unterschiedliche Möglichkeiten, dieses Licht zu finden – wie nachfolgend einige Beispiele aus Klöstern im Erzbistum Paderborn belegen.

© HTWE / Shutterstock.com
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© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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31. Januar: „Raum Licht Klang“ im Kloster Wedinghausen

Mit der Gründung des Prämonstratenserklosters Wedinghausen um 1170 entstand zugleich die Klosterkirche St. Laurentius, das geistliche Zentrum der Anlage. Von Beginn an war sie Kloster- und Pfarrkirche zugleich und verband das Leben der Chorherren mit dem der Arnsberger Bevölkerung.  Heute ist die Propsteikirche lebendiger Ort des Glaubens und zentraler Anker der wiederbelebten Klosterlandschaft Wedinghausen – ein sichtbares Zeugnis von Kontinuität, Wandel und geistlicher Tradition. Veranstaltung:

Samstag, 31. Januar 2026, 16.30 Uhr: Raum – Licht – Klang

An verschiedenen Orten im Kirchenschiff von St. Laurentius erklingt meditative Instrumentalmusik. Zudem ist die Propsteikirche in farbiges Licht getaucht und entführt die Besucher in eine Atmosphäre, die den Kirchenraum in neuer Weise wahrnehmen lässt.

Kontakt:
Kloster Wedinghausen,
Propsteikirche St. Laurentius
Tel.: 02931 3403

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

2. Februar: Kerzen gestalten und Segnung in der Abtei Königsmünster

Die Abtei Königsmünster in Meschede wurde 1928 von Benediktinermönchen aus der Erzabtei Gerleve gegründet, um das benediktinische Ordensleben im Sauerland zu etablieren. Heute leben hier Benediktiner nach der Regel des heiligen Benedikt – „Ora et labora“ – und verbinden Gebet, Arbeit und Gastfreundschaft. Die Abtei bietet spirituelle Angebote, Einkehrmöglichkeiten und Exerzitien, betreut das benachbarte Gymnasium, fördert kulturelle Veranstaltungen und dient als Ort der Stille, Orientierung und des Dialogs. Veranstaltungen:

Montag, 2. Februar 2026, 17.45 Uhr: Kerzensegnung

Die Teilnehmenden können ihre eigenen oder individuell vor Ort gestalteten Kerzen vor dem Gottesdienst segnen lassen. So starten sie unter Gottes Schutz ins neue Jahr und ihr gesegnetes Licht erstrahlt die Welt.

Kontakt:

Abtei Königsmünster
Meschede
Tel.: 0291 2995210

© Hans Blossey / luftbild-blossey.de
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2. Februar: Festhochamt und Lichterfeier in der Marienwallfahrt Werl

Seit dem Jahr 1661 zieht es Gläubige nach Werl, um vor dem ehrwürdigen Marienbild ihre Anliegen, Hoffnungen und Dankbarkeit zu überbringen. Das Gnadenbild, das als „Trösterin der Betrübten“ verehrt wird, gelangte über den damaligen Kölner Kurfürsten Maximilian Heinrich aus der Kirche St. Maria zur Wiese in Soest in die Stadt. Veranstaltungen:

Montag, 2. Februar 2026, 10 Uhr: Hochamt mit Kerzensegnung und Blasiussegen

Während des Festes „Darstellung des Herrn / Mariä Lichtmess“ werden Kerzen gesegnet, die für Gottesdienste und für den Hausgebrauch verwendet werden. Danach folgt eine Lichterprozession durch die Wallfahrtsbasilika. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, den persönlichen Blasiussegen zu empfangen.

Montag, 2. Februar 2026, 18 Uhr: Lichterfeier

In der weihnachtlich geschmückten, vom Kerzenschein erleuchteten Wallfahrtsbasilika feiern die Besucherinnen und Besucher am Abend des Festes „Darstellung des Herrn /Mariä Lichtmess“ eine Lichtfeier mit Gedanken und Liedern zum Festtag.

Kontakt:

Marienwallfahrt Werl
Werl
Tel.: 02922 9820

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
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6. Februar: Licht und Klang in St. Jodokus Bielefeld

Die St. Jodokuskirche ist Pfarrkirche und gleichzeitig Geistliches Zentrum des CityKlosters. Im Rahmen von „finde dein Licht“ wird die mehr als 500 Jahre alte Franziskaner-Klosterkirche St. Jodokus in Kerzenschein gehüllt. Veranstaltung:

Freitag, 6. Februar 202, 19 Uhr: Licht und Klang

Ab 18 Uhr ist bereits Feierabendpilgern im CityKloster und ab 19 Uhr können die Besucher meditativen Texten und Klängen lauschen sowie selbst eine Kerze anzünden.

Ein Beitrag von:
Freie Journalistin

Birgit Engel

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