Neujahrsempfänge bieten stets einen Anlass, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und im nächsten Atemzug nach vorn zu schauen. Da bildet der Neujahrsempfang für das pastorale Personal des Dekanates Paderborn keine Ausnahme. Auf das diesjährige Zusammenkommen, das von gegenseitigen Neujahrswünschen begleitet war, folgten drei Redebeiträge. Einleitend sprach Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer. Es folgten die Ausführungen von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, bevor Dechant Pfarrer Benedikt Fischer sich an die rund 50 Gäste im Liborianum richtete. Bereichert wurde der Empfang durch den Besuch von drei Sternsingern, die mit Applaus willkommen geheißen wurden und vor Ort fleißig Spenden sammelten.
Hoffnung ist Vertrauen
Generalvikar Thomas Dornseifer resümierte zunächst das Jahr 2025 – es wurde von Papst Franziskus als „Jahr der Hoffnung“ eingeführt. Diesen Titel griff der Generalvikar auf: „Dass Hoffnung eben nicht nur ein Begriff ist, eine leere Worthülse, sondern mehr – ein Licht, ein Antrieb, ein Grund ist, für den es sich lohnt, weiterzugehen, zeigte uns das Jahr 2025 auf schmerzhafte Weise. So ist das Heilige Jahr auch jenes Jahr, in dem wir Abschied genommen haben von Papst Franziskus. Ein barmherziger Papst, der Menschlichkeit gelebt hat. Wenngleich Papst Franziskus seine irdische Pilgerschaft vollendet hat, hat uns das nicht unsere Hoffnung genommen. Hoffnung ist Vertrauen. Hoffnung wirkt von Gott und macht uns handlungsfähig. Hoffnung schenkt uns Zuversicht und eine innere Kraft, nicht zu resignieren.“
Einladung, Kirche gemeinsam zu gestalten
Thomas Dornseifer ging auch auf die aktuelle Entwicklung im Erzbistum Paderborn ein: „Wir stellen uns neu auf: Bis zu 25 Seelsorgeräume mit einer bis maximal drei Pfarreien – das ist das stabile Fundament, auf dem wir unser kirchliches Leben im Erzbistum bauen wollen. Der Mittelpunkt dieser Räume ist eine lebendige Glaubensgemeinschaft. Nicht länger lastet die Gestaltungsverantwortung primär auf pastoralem Personal. Die künftigen Seelsorgeräume leben von einer Kirche, die Menschen erreicht und stärkt – eine Kirche, in der wir geistlichen Amtsträger mitten unter und gemeinsam mit allen Gläubigen wirken. Die neuen Seelsorgeräume laden dazu ein, Kirche gemeinsam zu gestalten. Sie wissen alle: das pastorale Personal wird weniger. Und deshalb wächst die Bedeutung dessen, was aus der Mitte der Kirche heraus geschieht. Das Ehrenamt wird in Zukunft eine noch zentralere Rolle einnehmen. Dann heißt es nicht mehr nur, „ich gehe in die Kirche“, sondern „ich gestalte Kirche“ – „ich bin Kirche“. Für uns ist diese Transformation jedoch kein Verlust, sondern ein Gewinn. Sie ist Ausdruck einer Kirche, die Teilhabe ermöglicht gemäß den individuellen Charismen. Dort, wo Verantwortung geteilt wird, entstehen neue Freiräume für Seelsorge, geistliche Begleitung und ein Miteinander auf Augenhöhe.“
Traditionell lieferte der Generalvikar einige Zahlen. Versahen im Jahr 2024 noch 715 Priester im Erzbistum ihren Dienst, sank die Zahl 2025 auf 705. Davon waren 442 im aktiven Dienst (2024: 451). Rückläufig ist auch die Zahl der Ständigen Diakone (2024: 176, 2025: 171) und der Gemeindereferentinnen und -referenten im aktiven Dienst inklusive Gemeindeassistentinnen und -assistenten (2024: 257, 2025: 242). Eine positive Entwicklung gab es bei den Pastoralreferentinnen und -referenten im aktiven Dienst inklusive Pastoralassistentinnen und -assistenten (2024: 21, 2025: 28).