logocontainer-upper
logocontainer-lower
© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn
© Heiko Appelbaum / Erzbistum Paderborn

2026 wird es konkret

Neujahrsempfang im Dekanat Paderborn: Hoffnung und Gemeinsamkeit als zentrale Begriffe für das pastorale Personal

Neujahrsempfänge bieten stets einen Anlass, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und im nächsten Atemzug nach vorn zu schauen. Da bildet der Neujahrsempfang für das pastorale Personal des Dekanates Paderborn keine Ausnahme. Auf das diesjährige Zusammenkommen, das von gegenseitigen Neujahrswünschen begleitet war, folgten drei Redebeiträge. Einleitend sprach Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer. Es folgten die Ausführungen von Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, bevor Dechant Pfarrer Benedikt Fischer sich an die rund 50 Gäste im Liborianum richtete. Bereichert wurde der Empfang durch den Besuch von drei Sternsingern, die mit Applaus willkommen geheißen wurden und vor Ort fleißig Spenden sammelten.

Hoffnung ist Vertrauen

Generalvikar Thomas Dornseifer resümierte zunächst das Jahr 2025 – es wurde von Papst Franziskus als „Jahr der Hoffnung“ eingeführt. Diesen Titel griff der Generalvikar auf: „Dass Hoffnung eben nicht nur ein Begriff ist, eine leere Worthülse, sondern mehr – ein Licht, ein Antrieb, ein Grund ist, für den es sich lohnt, weiterzugehen, zeigte uns das Jahr 2025 auf schmerzhafte Weise. So ist das Heilige Jahr auch jenes Jahr, in dem wir Abschied genommen haben von Papst Franziskus. Ein barmherziger Papst, der Menschlichkeit gelebt hat. Wenngleich Papst Franziskus seine irdische Pilgerschaft vollendet hat, hat uns das nicht unsere Hoffnung genommen. Hoffnung ist Vertrauen. Hoffnung wirkt von Gott und macht uns handlungsfähig. Hoffnung schenkt uns Zuversicht und eine innere Kraft, nicht zu resignieren.“

Einladung, Kirche gemeinsam zu gestalten

Thomas Dornseifer ging auch auf die aktuelle Entwicklung im Erzbistum Paderborn ein: „Wir stellen uns neu auf: Bis zu 25 Seelsorgeräume mit einer bis maximal drei Pfarreien – das ist das stabile Fundament, auf dem wir unser kirchliches Leben im Erzbistum bauen wollen. Der Mittelpunkt dieser Räume ist eine lebendige Glaubensgemeinschaft. Nicht länger lastet die Gestaltungsverantwortung primär auf pastoralem Personal. Die künftigen Seelsorgeräume leben von einer Kirche, die Menschen erreicht und stärkt – eine Kirche, in der wir geistlichen Amtsträger mitten unter und gemeinsam mit allen Gläubigen wirken. Die neuen Seelsorgeräume laden dazu ein, Kirche gemeinsam zu gestalten. Sie wissen alle: das pastorale Personal wird weniger. Und deshalb wächst die Bedeutung dessen, was aus der Mitte der Kirche heraus geschieht. Das Ehrenamt wird in Zukunft eine noch zentralere Rolle einnehmen. Dann heißt es nicht mehr nur, „ich gehe in die Kirche“, sondern „ich gestalte Kirche“ – „ich bin Kirche“. Für uns ist diese Transformation jedoch kein Verlust, sondern ein Gewinn. Sie ist Ausdruck einer Kirche, die Teilhabe ermöglicht gemäß den individuellen Charismen. Dort, wo Verantwortung geteilt wird, entstehen neue Freiräume für Seelsorge, geistliche Begleitung und ein Miteinander auf Augenhöhe.“
Traditionell lieferte der Generalvikar einige Zahlen. Versahen im Jahr 2024 noch 715 Priester im Erzbistum ihren Dienst, sank die Zahl 2025 auf 705. Davon waren 442 im aktiven Dienst (2024: 451). Rückläufig ist auch die Zahl der Ständigen Diakone (2024: 176, 2025: 171) und der Gemeindereferentinnen und -referenten im aktiven Dienst inklusive Gemeindeassistentinnen und -assistenten (2024: 257, 2025: 242). Eine positive Entwicklung gab es bei den Pastoralreferentinnen und -referenten im aktiven Dienst inklusive Pastoralassistentinnen und -assistenten (2024: 21, 2025: 28).

„Wir brauchen Zukunftsmut“

Dass die aktuelle Statistik Einfluss auf den Transformationsprozess innerhalb des Erzbistums hat, machte Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz deutlich und nahm ebenfalls den Begriff „Hoffnung“ auf. „Hoffnung will immer weitergeführt werden. Sie will übersetzt werden in konkrete Entscheidungen, in Haltungen, in erfahrbare Nähe. Genau darin liegt für mich der Auftrag für das Jahr 2026: die Hoffnung konkret werden zu lassen, in den neuen Seelsorgeräumen, synodal ausgerichteten Gremien und in unseren zukünftigen Formaten.“ Erzbischof Dr. Bentz wolle 2026 „sehr bewusst als Jahr der Konkretisierungen verstehen“ und nannte in dem Kontext drei Schwerpunkte: Nähe und Gespräch als Grundlage für unser Handeln, Transformation als Umsetzung – nicht nur als Prozess und Verantwortung und Wahrheit – auch da, wo es schmerzt.

Bei allen Krisen, die derzeit die öffentliche Diskussion bestimmten und unter denen weltweit unzählige Menschen litten, seien Zeichen, die Mut machen, wichtig. „Wir brauchen keine Lust am Untergang – weder gesellschaftlich noch kirchlich. Wir brauchen Zukunftsmut. Nicht naiv, sondern nüchtern. Nicht laut, aber beharrlich. Und vor allem gemeinsam“, so Dr. Udo Markus Bentz.

Transformation erhält eine oberhirtliche Dynamik

Auf den Transformationsprozess innerhalb des Erzbistums ging Dechant Pfarrer Benedikt Fischer ein und lobte den Erzbischof für sein Engagement: „Als Hauptamtliche erkennen wir mit vielen Ehrenamtlichen zweifelsohne die Notwendigkeit von Veränderung. Und diese in einer Zeit der noch vorhandenen Stärke umzusetzen, ist klug und sinnvoll. Dabei wissen wir uns sehr tatkräftig begleitet von einem Erzbischof, der voll mit ins Rad greift. Er entzieht sich keiner Debatte. Im Gegenteil: Sie diskutieren mit den Leuten, Sie gehen ins vertiefte Gespräch. Das gibt dem ganzen Themenkomplex Transformation in gewissem Sinne eine oberhirtliche Dynamik. Damit steigt die Hoffnung, dass der ganze Prozess am Ende gelingen wird.“

2025 wurde auch eine für die Stadt Paderborn wichtige Entscheidung getroffen: 2028 wird hier der 105. Deutsche Katholikentag stattfinden. „Die Stadt Paderborn wird sich hoffentlich dieses Großereignisses gegenüber würdig erweisen“, formulierte Benedikt Fischer und betonte, dass Kirche unserer Stadt Mitte und Seele gebe.

In diesem Zusammenhang blickte der Dechant auf das erfolgreiche Weihnachtssingen im Dezember 2025 mit knapp 10.000 Gästen in der Home-Deluxe-Arena und auf andere Aktionen zurück, die das Miteinander förderten.

Hoffnung und Gemeinsamkeit – diese Begriffe bildeten die Klammer des Neujahrsempfangs. Die Zeit nach den Impulsvorträgen bot den Gästen noch Raum, das Gehörte auf sich wirken zu lassen und in kleinen Tischgemeinschaften zu diskutieren. Alle einte der Wunsch, die kommenden Herausforderungen mutig zu bewältigen.

 

Bilder und Text: Heiko Appelbaum

 

Weitere Einträge

© photobyphotoboy / Shutterstock.com

Pressemeldung „Brücken bauen“

Digitale Woche 2026 thematisiert interreligiöses Lernen im Religionsunterricht / vielfältige digitale Angebote vom 19. bis 25. Februar 2025 / Anmeldung ab sofort möglich
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung Recht, Ausgleich und Gerechtigkeit im kirchlichen Dienst

Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Offizial Markus Stadermann übergeben Ernennungsurkunden an Richter des kirchlichen Arbeitsgerichts sowie Vorsitzende und Beisitzer der Einigungsstelle für das Erzbistum Paderborn
© Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Pressemeldung „Unser offenes Herz“

Weihbischof Matthias König feiert Pontifikalamt im Paderborner Dom zum Hochfest der Erscheinung des Herrn / Heilige Drei Könige
Kontakt
| |
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de
+49 (0)5251 125-0