Das Kunstfest spannt an den drei Wochenenden einen breiten zeitlichen Bogen. Die Schauspieler, Autoren und Musiker führen zurück bis ins 9. Jahrhundert, als der Corveyer Mönch Agius in seiner Lebensgeschichte der ersten Äbtissin von Gandersheim, Hathumoda, deren Sanftmut und Bescheidenheit hervorhob. Sie erzählen von der berühmten Nonne Heloïse und ihrer freien Liebe zu Abaelard, berichten von Christine de Pizan, die eine Frauenstadt voller Gerechtigkeit, Vernunft und Rechtschaffenheit plant, lesen aus Romanen von Anna Seghers („Die Hochzeit von Haiti“), Emily Brontë („Sturmhöhe“) und Toni Morrison („Beloved“), sprechen den Monolog der Molly Bloom aus James Joyces „Ulysses“ und philosophische Texte. Mit Texten zeitgenössischer Lyrikerinnen kommen sie schließlich in der Gegenwart an.
In den korrespondierenden Konzerten erklingt Musik unter anderem von Bartók, Beethoven, Hildegard von Bingen, Brahms, Desprez, Dvořak, Messiaen, Mozart, Palestrina, Pärt, Satie, Schumann und Weill. Erstmals dabei ist das südafrikanische Musik-Ensemble um Nhlanhla Mahlangu, der vielfach mit William Kentridge zusammenarbeitete, mit der Uraufführung „Beloved Concert 2026“.
Zu den internationalen Künstlerinnen und Künstlern gehören unter anderem Martina Gedeck, Katharina Thalbach, Marina Galic, Barbara Nüsse, Andrea Sawatzki, Johanna Wokalek, Jens Harzer, Martin Wuttke, Ulrich Noethen, Anja Kampmann und Marcel Beyer sowie Alice Sara Ott, Michael Barenboim, Nils Mönkemeyer, Valer Sabadus, The Tallis Scholars, das Kronos Quartet und das Detmolder Kammerorchester.