Der Heiligenberg zwischen Ovenhausen, Lütmarsen und Bosseborn zieht seit jeher Menschen in seinen Bann. Denn er bringt sie nicht nur mit der wohltuenden Kraft christlicher Spiritualität, sondern auch mit der Schöpfung Gottes und ihrer erhaltenswerten Schönheit in Berührung. Mönche des Klosters Corvey entdeckten dieses Potenzial und legten 1078 auf dem markanten Hochplateau den Grundstein zur St.-Michaelskapelle. Ob sie gedacht hätten, dass dieser von ihnen erschlossene Kraftort auch 950 Jahre später noch so viel Anziehungskraft ausüben wurde?
Das tut der Heiligenberg mehr denn je. Denn schon allein die Beständigkeit der kleinen Kapelle wirkt wie ein Heimathafen in unruhiger See. Wenn dann auch noch die Natur ihren schützenden Mantel ausbreitet, bleiben Sorgen außen vor – sodass die Menschen Kraft tanken können gegen Ungemach und Ängste.
Im Wissen um diese Heilwirkung ist es der Katholischen Kirchengemeinde Ovenhausen ein Anliegen, die St.-Michaelskapelle nicht nur in ihrer Substanz zu erhalten, sondern sie den Menschen mitsamt dem Natur-Idyll ringsherum als einen pastoralen Ankerplatz und verlässlichen, christlich geprägten Ort anzubieten. Gerade in disruptiven Zeiten komme es mehr denn je darauf an, „Austausch und Gemeinschaft erlebbar zu machen“, sagt Kirchenvorstand Hans-Werner Gorzolka.
Eine Gelegenheit dazu sind die Pfingstfeierlichkeiten – eine „Kundgebung christlichen Glaubens und gelebter christlicher Überzeugung“. Der Festgottesdienst mit anschließendem Beisammensein zieht Jahr für Jahr bis zu 800 Gäste an und gehört zu den Leuchtturmprojekten im Pastoralverbund Corvey. Besondere Festredner tragen dazu bei, dass dieser Vormittag die Menschen beflügelt wie der Anlass des besonderen Freiluft-Gottesdienstes selbst. Denn an Pfingsten feiern die Christen, dass die Jünger Jesu vom Heiligen Geist erfüllt werden. Befähigt und inspiriert ziehen sie in die Welt, um das Evangelium zu verkünden. Es ist der Geburtstag der Kirche.