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Die Ostergeschichte

Erzählt nach den vier Evangelien Markus, Matthäus, Lukas und Johannes

Drei Jahre ist Jesus von Nazareth inzwischen in Galiläa und Judäa unterwegs. Drei Jahre lang hat er Jünger um sich geschart, Kranke geheilt, Wunder gewirkt, Sündern vergeben und den Menschen von seinem Gott erzählt. Letztlich ist es dieser Gott, der alles möglich macht, was Jesus tut und sagt. „Vater“ nennt er ihn. Noch nie hat jemand so von Gott gesprochen – als ob er ein naher Verwandter wäre.

Jesus macht sich mit seinem Wirken aber nicht nur Freunde. Als er damit beginnt, sich als „Gottes Sohn“ zu bezeichnen, zieht er endgültig den Zorn der Mächtigen, Hohepriester und Älteste, auf sich. Sie empfinden es als Gotteslästerung, dass Jesus so spricht. Auch vieles was Jesus tut, passt ihnen nicht, etwa sein freundschaftliches Verhältnis zu jenen Menschen, die in der Gesellschaft als Sünder gelten. Deshalb beschließen sie, ihn zu töten und suchen nach einem geeigneten Weg.

Jesus weiß, dass er bald sterben muss und dass ein schwerer Weg vor ihm liegt. Davor zu fliehen kommt nicht in Frage. Es ist mehr als ein Gefühl, dass Gott für ihn „Vater“ ist. Er ist davon überzeugt und hat es erfahren, dass Gott alle Menschen so sehr liebt wie Eltern ihre Kinder lieben. Und dass es die Welt zu einem besseren Ort machen würde, wenn alle dies erfahren und wirklich daran glauben. „Reich Gottes“ nennt er diesen Ort, zu dem die Welt dann würde. Er ist bereit, dafür zu sterben. Mit seinem Tod, so sein fester Glaube, wird sich die Liebe Gottes zu den Menschen auf unvorstellbare Weise offenbaren.

Brot und Wein
Beim letzten Mahl mit seinen Jüngern teilte Jesus mit ihnen Brot und Wein.
Beim letzten Mahl mit seinen Jüngern teilte Jesus mit ihnen Brot und Wein.

Ein besonderes Abschiedsessen

Doch zunächst heißt es Abschied zu nehmen. Als das Paschafest anbricht, lädt Jesus den engsten Kreis seiner Jünger zu einem letzten gemeinsamen Essen ein. Diese ahnen noch nichts von dem, was bald mit Jesus geschehen wird. Sie wissen auch nicht, dass in ihren Reihen mittlerweile ein Verräter sitzt. Denn Judas Iskariot, einer der Zwölf, hat mit den Hohepriestern die Vereinbarung getroffen, dass er ihnen Jesus für 30 Silberlinge ausliefern wird. Jesu Feinde wissen also jetzt, wie sie seiner habhaft werden können.

Die Jünger sind erstaunt über das, was sie an diesem Abend alles erfahren. Zunächst teilt Jesus mit ihnen Brot und Wein und verknüpft dies mit seinem bevorstehenden Leiden. „Das ist mein Leib“, sagt er, als er das Brot bricht, „Das ist mein Blut“, als er den Kelch mit Wein herumreicht. Eine Überraschung ist auch die Fußwaschung, die Jesus an ihnen vornimmt. Petrus, einer der Jünger, reagiert unwillig darauf: Der Mann, der Wunder wirkt und den er verehrt, soll sich nicht so verhalten wie ein niederer Diener. Doch Jesus macht ihm klar, dass genau das die Aufgabe derer ist, die sich als seine Anhänger bezeichnen: Sie stehen nicht über den Menschen, sie dienen ihnen.

Wenig später steht Petrus noch ein weiteres Mal im Mittelpunkt: „In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen“, sagt er ihm. Petrus weist dies weit von sich: „Und wenn ich mit dir sterben müsste – ich werde dich nie verleugnen!“ Ein weiteres Wort gilt Judas: Jesus konfrontiert ihn direkt damit, dass er ein Verräter ist, woraufhin dieser den Kreis der Jünger verlässt.

Hände waschen
"Seine Hände in Unschuld waschen": Nach Darstellung der Bibel hat Pilatus dieses bekannte Sprichwort geprägt, nach dem er Jesus zum Tod verurteilt hatte.
"Seine Hände in Unschuld waschen": Nach Darstellung der Bibel hat Pilatus dieses bekannte Sprichwort geprägt, nach dem er Jesus zum Tod verurteilt hatte.

Jesus vor dem Hohen Rat und Pilatus

Unterdessen muss Petrus erleben, dass es gar nicht so leicht ist, sich todesmutig zu Jesus zu bekennen, wie er das vor wenigen Stunden noch gedacht hat. Dreimal wird er von den Dienern und Mägden, die sich beim Haus des Kajaphas aufhalten, nach Jesus gefragt. Dreimal behauptet er, ihn nicht zu kennen – kurz danach kräht ein Hahn. Als ihm bewusst wird, dass er Jesus tatsächlich noch vor dem ersten Hahnenschrei dreimal verleugnet hat, ist er am Boden zerstört und weint bitterlich.

Kurz danach wird Jesus zu Pilatus geführt. Dieser weiß nicht recht, was er mit diesem Menschen, der ihm da gegenübersteht, anfangen soll. Er scheint kein gewöhnlicher Gefangener zu sein. Er spürt, dass die Hohepriester Jesus unbedingt töten wollen und zögert, einfach ein Todesurteil zu sprechen. Auch als Jesus auf seine Frage hin bestätigt, der König der Juden zu sein, eine Behauptung, die in römischen Ohren gefährlich und aufrührerisch klingen muss, ist er nicht von Jesu Schuld überzeugt.

Stattdessen erinnert er sich an den Brauch, dass er vor dem Paschafest einen Gefangenen begnadigen darf. Also fragt er die versammelte Menge, wen er freilassen soll, Jesus oder den Schwerverbrecher Barabbas. Die von den Hohepriestern und Ältesten aufgestachelten Menschen verlangen die Freilassung von Barabbas. Pilatus sieht jetzt keinen Ausweg mehr und verurteilt Jesus zum Tod. Doch er tut dies mit unguten Gefühlen. Vor aller Augen wäscht er sich die Hände. „Ich bin unschuldig am Blute dieses Menschen!“ sagt er.

dunkler Himmel
Als Jesus starb, legte sich Finsternis über das Land. Foto: Shutterstock / elegeyda
Als Jesus starb, legte sich Finsternis über das Land. Foto: Shutterstock / elegeyda

Nur ein Mensch?

Wenig später sind sich die umherstehenden Leute, die das ganze Schauspiel verfolgt haben, nicht mehr so sicher, dass da ein ganz gewöhnlicher Mensch gestorben ist. Denn es legt sich eine Finsternis über das Land, die Erde bebt und die Felsen spalten sich. Der römische Hauptmann, der die Kreuzigung überwacht hat, fühlt sich sogar zu der Feststellung veranlasst: „Wahrhaftig, Gottes Sohn war dieser!“

Im Hohen Rat gibt es ein Mitglied, das mit dem Vorgehen der anderen Hohepriester gegen Jesus nicht einverstanden war: Josef von Arimathäa. Als er sieht, dass Jesus tot ist, bittet er Pilatus um Erlaubnis, den Leichnam bestatten zu dürfen, was dieser ihm auch gewährt. Josef lässt Jesus in dem Felsengrab bestatten, das eigentlich für ihn selbst gedacht war. Vor die Öffnung wird ein schwerer Stein gewälzt.

Damit ist die Geschichte des Jesus von Nazareth zu Ende, so scheint es zumindest. Trotz aller Wunder, die er gewirkt hat, trotz aller Geschichten, die er von Gott und seinem Reich erzählt hat – man wird sich schon bald nicht mehr an ihn erinnern. Seine Jünger sind geflohen und vermutlich froh, mit dem Leben davon gekommen zu sein. Vermutlich trauern sie der schönen Zeit mit Jesus nach und dem Traum von einem anderen, besseren Leben – es war am Ende doch nur ein Traum.

Jesus hat den Tod besiegt

Und dann tritt Jesus tatsächlich in die Mitte der elf Jünger und trägt ihnen auf, seine Botschaft von Gott, dem Vater, und seinem kommenden Reich weiterzutragen. Nun besteht kein Zweifel mehr: Jesus ist wirklich auferstanden, nichts von dem, was er begonnen hat, ist verloren. Er, der es vermochte, mit göttlicher Kraft Wunder zu wirken und den Menschen mit seinem Traum vom Reich Gottes neue Hoffnung zu geben, ist nicht im Grab geblieben.

Und so hat Jesus den Tod besiegt – für alle Menschen auf der Erde. Niemand muss auf seine Gegenwart verzichten, wie Jesus selbst es gesagt hat:

„Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“