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Pressemeldungen
14
März
2020
Paderborn

Verwurzelt im Gebet den Menschen zugewandt

Erzbischof Becker weiht drei Männer aus dem Erzbistum Paderborn zu Ständigen Diakonen

Erzbischof Hans-Josef Becker spendete am Samstag drei Männern aus dem Erzbistum Paderborn durch Handauflegung und Gebet im Paderborner Dom die Diakonenweihe. Als Ständige Diakone werden Jürgen Franke aus Benhausen, Dr. Gerhard Kilz aus Paderborn und Carsten Spiegel aus Erwitte mit der Seelsorge im Pastoralverbund oder Pastoralen Raum ihrer Heimatgemeinde beauftragt. „Die Verwurzelung im Gebet und die Zuwendung zu den Menschen sind für jeden, der in den kirchlichen Dienst tritt, aneinander gekoppelt. Sie bedingen einander und sind zwei Seiten ein- und derselben Medaille“, sagte Erzbischof Becker in seiner Predigt.

Durch Handauflegung und Gebet spendete Erzbischof Hans-Josef Becker drei Männern die Diakonenweihe. Hier spendet er die Weihe Carsten Spiegel, zuvor hatten Jürgen Franke und Dr. Gerhard Kilz (v.l.n.r.) das Weihesakrament empfangen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Es komme darauf an, eine „Herzensnähe“ zu Jesus Christus in sich lebendig zu halten, führte der Paderborner Erzbischof im feierlichen Gottesdienst aus. „Üben Sie sich im Gleichklang Ihres Herzens mit dem Herzen des Herrn! Er ist es, der Ihnen die Sehnsucht ins Herz gelegt hat, ihn zu suchen und seiner Spur zu folgen.“ Das persönliche Gebet müsse das Herzensanliegen eines Diakons sein, bekräftigte Erzbischof Becker: „Bleiben Sie im Gespräch mit dem Herrn, damit er Sie auch weiterhin anrühren und für Ihren wichtigen Dienst in der Kirche zurüsten kann!“

An der Seite der Menschen

Erzbischof Becker rief die Weihekandidaten in seiner Predigt dazu auf, „auf der Grundlage Ihrer reichen Lebens- und Glaubenserfahrung“ auf alle Menschen guten Willens zuzugehen, insbesondere auf diejenigen, die auf der Suche nach Sinn und Erfüllung seien und nach Alternativen zum gängigen Alltagsbetrieb suchen. „Ihr vornehmster Platz ist nicht nur am Altar, sondern immer auch bei den Menschen! Haben Sie daher den Mut, solidarisch zu sein mit den Menschen, die wie Sie in ihrem Leben der Sehnsucht Raum geben“, erklärte der Paderborner Erzbischof. Es sei wesentlich für einen Diakon, den Verwundeten des Lebens, den Kranken und Sterbenden, den sozial Benachteiligten und Notleidenden, den Fremden und Ausgegrenzten nahe zu sein und ihnen gegenüber die Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes zu bezeugen.

Zu Beginn der Weiheliturgie versprachen die Weihekandidaten dem Erzbischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam. Hier legt Jürgen Franke aus Benhausen seine Hände in die Hände von Erzbischof Becker. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Erwählung – „Hier bin ich!“

Im Gottesdienst wurden die drei Diakonatweihekandidaten durch den Sprecher der Ständigen Diakone im Erzbistum Paderborn, Diakon Thomas Huneke aus Rheda-Weidenbrück, einzeln mit Namen aufgerufen. Sie traten vor Erzbischof Hans-Josef Becker und erklärten mit den Worten „Hier bin ich!“ ihre Bereitschaft zur Weihe. Dann bat der Diözesanbeauftragte für den Ständigen Diakonat, Pastor Andreas Kreutzmann, den Paderborner Erzbischof im Namen der Kirche, den Männern die Diakonenweihe zu spenden. Erzbischof Becker sagte: „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus erwählen wir diese unsere Brüder zu Diakonen“. Die Gottesdienstgemeinde stimmte mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“ zu.

Bevor Erzbischof Becker ihnen durch Handauflegung und Gebet die Diakonenweihe spendete, knieten die drei Männer auf den Stufen zum Altarraum des Hohen Domes. V.l.n.r.: Jürgen Franke, Dr. Gerhard Kilz, Carsten Spiegel. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschten Erzbischof Becker und Diakon Thomas Huneke mit jedem neu geweihten Diakon den Friedensgruß. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Als Zeichen der besonderen Verbundenheit und Gemeinschaft tauschten Erzbischof Becker und Diakon Thomas Huneke mit jedem neu geweihten Diakon den Friedensgruß. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Stola und Dalmatik – Evangelium – Friedensgruß

Aus den Händen ihrer Heimatpfarrer erhielten die neuen Diakone die Stola, die als Zeichen des diakonalen Amtes während der Liturgie getragen wird, sowie das liturgische Gewand des Diakons, die Dalmatik. Schließlich überreichte Erzbischof Hans-Josef Becker jedem einzelnen Diakon symbolisch das Evangelienbuch mit den Worten: „Empfange das Evangelium Christi: Zu seiner Verkündigung bist du bestellt. Was du liest, ergreife im Glauben; was du glaubst, das verkünde, und was du verkündest, erfülle im Leben.“ Als Zeichen der Verbundenheit und Gemeinschaft tauschte Erzbischof Becker mit jedem neugeweihten Diakon den Friedensgruß. Als Zeichen der Gemeinschaft im Dienstamt tauschte Diakon Thomas Huneke stellvertretende für die anwesenden Diakone mit den Neugeweihten den Friedensgruß.

An die Weiheliturgie schloss sich die Eucharistiefeier an. Dabei bereiteten zwei der zuvor geweihten Diakone, Diakon Jürgen Franke und Diakon Dr. Gerhard Kilz, den Altar und nahmen die Gaben für die Feier der Eucharistie in Empfang. Generalvikar Alfons Hardt, Pastor Andreas Kreutzmann als Diözesanverantwortlicher für den Ständigen Diakonat und Pfarrer Werner Beule als Spiritual der Ständigen Diakone konzelebrierten.

Nach dem feierlichen Gottesdienst stellten sich die neu geweihten Diakone gemeinsam mit Erzbischof Hans-Josef Becker zum Gruppenfoto auf. V.l.n.r.: Spiritual Werner Beule, Diakon Carsten Spiegel, Generalvikar Alfons Hardt, Erzbischof Hans-Josef Becker, Pastor Andreas Kreutzmann, Diakon Dr. Gerhard Kilz, Diakon thomas Huneke, Diakon Jürgen Franke. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Neue Ständige Diakone

Erzbischof Hans-Josef Becker spendete diesen drei Männern am Samstag im Hohen Dom zu Paderborn die Diakonenweihe:

Jürgen Franke aus der Kirchengemeinde St. Alexius in Paderborn-Benhausen. Franke wurde 1971 geboren, ist seit 1995 verheiratet und hat drei Kinder. Nach seinem Lehramtsstudium war er als Lehrer tätig an den vom Erzbistum Paderborn getragenen St.-Michael-Schulen in Paderborn. Seit 2017 ist Franke Schulleiter der Freiligrathschule in Lage. In seiner Kirchengemeinde St. Alexius Benhausen ist er aktiv als Lektor und Kommunionhelfer, seit 2009 ist er Mitglied des Kirchenvorstandes, seit 2018 geschäftsführender Vorsitzender dieses Gremiums. Den Dienst des Kommunionhelfers übt er auch im Brüderkrankenhaus in Paderborn aus.

Dr. Gerhard Kilz aus der Kirchengemeinde St. Julian in Paderborn. Dr. Kilz wurde 1959 geboren, er ist seit 2000 verheiratet und hat zwei Kinder. Sein Jura-Studium hat er mit dem zweiten Juristischen Staatsexamen abgeschlossen. Er ist tätig als Hochschullehrer an der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn. Er lehrt dort Sozial- und Verwaltungsrecht am Fachbereich Sozialwesen. Ehrenamtlich engagiert sich Dr. Kilz als Kommunionhelfer und bringt die Heilige Kommunion zu Kranken. Zudem setzt er sich in der seelsorglichen Begleitung älterer Menschen und der Begleitung wohnungsloser Menschen ein.

Carsten Spiegel aus der Kirchengemeinde St. Laurentius in Erwitte. Spiegel wurde 1972 geboren, ist seit 1999 verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik studiert. Der Diplom-Betriebswirt (FH) ist tätig als Leiter Finanzen in einem Unternehmen. Spiegel engagiert sich in seiner Kirchengemeinde als Kommunionhelfer, Lektor und im Bereich der Sakramentenpastoral.

Festliche Gestaltung

Domorganist Tobias Aehlig spielte die Orgel im Hohen Dom. Kirchenmusiker Reinhold Ix aus Bad Lippspringe wirkte als Kantor. Den Ministrantendienst im feierlichen Gottesdienst übernahmen Messdienerinnen und Messdiener aus den Heimatgemeinden der Weihekandidaten, aus Erwitte und Benhausen.

Stichwort: Diakon

Das Wort Diakon leitet sich vom griechischen Wort diakonos ab und bedeutet „Diener“, „Helfer“. Ein Diakon ist gesandt zur besonderen Nachfolge Christi. Innerhalb der Kirche bekleidet er ein geistliches Amt, den Diakonat. Seine Aufgaben beschränken sich aber nicht auf den Gottesdienst (leiturgia – Liturgie), vielmehr umfassen sie auch die Verkündigung (martyria – Zeugnis) und den „Dienst am Nächsten“ (diakonia – Diakonie / Caritas) und damit alle drei Grundvollzüge der Kirche.

Für einen Diakon ist der „Dienst am Nächsten“ wesentlich, er ist insbesondere dazu aufgerufen, zu den Armen und Kranken, den „Menschen am Rande“ zu gehen. Die von einem Bischof gespendete sakramentale Weihe zum Diakon ist ein Element des dreigliedrigen Weihesakraments (Diakon – Priester – Bischof), dadurch ist der Diakon in die Gemeinschaft der Geistlichen, den Klerus, eingegliedert.

Diakone assistieren dem Priester bei der Feier der Eucharistie, verkünden dabei das Evangelium und dürfen predigen. Sie können das Sakrament der Taufe spenden, bei der kirchlichen Eheschließung assistieren, Beerdigungen leiten, Wortgottesdienste feiern und die Kommunion spenden. Die Feier der Eucharistie bleibt den Priestern vorbehalten, ebenso wie die Spendung des Sakramentes der Krankensalbung und des Bußsakramentes.

Verheiratete Männer, die 35 Jahre und älter sind, können nach einer entsprechenden Ausbildung und mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Diakon geweiht werden, um als Ständiger Diakon eingesetzt zu werden. Ständige Diakone üben in der Regel zusätzlich zum Seelsorgedienst einen bürgerlichen Beruf aus. Wer ein Zölibatsversprechen ablegt, kann die Diakonenweihe bereits mit 25 Jahren empfangen. Auch Priesteramtskandidaten werden zunächst zum Diakon und dann zum Priester geweiht.

Bei von einem Diakon geleiteten liturgischen Feiern trägt der Diakon als Amtszeichen die Diakonenstola über dem Chorgewand oder der Albe. Die liturgische Kleidung des Diakons bei der Assistenz in der Eucharistiefeier ist die Dalmatik, die wie das priesterliche Messgewand über Albe und Stola getragen wird.

Die neu geweihten Diakone feierten mit Erzbischof Hans-Josef Becker und den Konzelebranten die Eucharistie im Hohen Dom zu Paderborn. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Zitate – Erzbischof Becker

„Inmitten unserer säkularen Gesellschaft und mitten in einer Kirche, die sich an manchen Stellen zu sehr dem so genannten ‚Zeitgeist‘ angepasst hat, sind Sie dazu berufen, den Menschen die Alternative des Lebensbeispiels Jesu Christi zu verkünden und durch Ihr Leben und auch Ihr Sprechen zu bezeugen.“ Erzbischof Hans-Josef Becker

„Heute behaupten viele unserer Zeitgenossen: Es kommt aufs Geld an. Die Ökonomie ist das Entscheidende. Hauptsache, die Wirtschaft floriert! Alles andere sind fromme Wünsche. Aber: Stimmt das wirklich? Macht die Ökonomie, macht das Preis-Leistungs-Verhältnis, macht der damit verbundene Leistungsdruck wirklich unser Leben aus? Schenkt uns all das wirklich das Glück, das wir suchen?“ Erzbischof Hans-Josef Becker

„Das Wort Jesu an seine Jünger steht auch heute im Raum unserer Kirche und im Raum unseres persönlichen Lebens: ‚Wollt auch ihr weggehen?‘ (Joh 6,67). Ist auch euch der Dienst am Wort und die Sendung zu den Menschen zu mühsam, zu belastend, zu eintönig, zu frustrierend?“ Erzbischof Hans-Josef Becker

„Das Erzbistum Paderborn sagt Gott Dank für die Berufung von drei Ständigen Diakonen, die an ihrem Platz in Familie, Beruf und Gemeinde Zeugnis geben für Jesus, der unser aller Christus ist.“ Erzbischof Hans-Josef Becker

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