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Pressemeldungen
9
September
2020
Paderborn / Schwerte

Vermittler und Netzwerker

Fachtagung der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte thematisiert Lorenz Kardinal Jaeger als Kirchenpolitiker

„Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger war kein unpolitischer Bischof“, stellt Professorin Dr. Nicole Priesching als Vorsitzende der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn nach der dritten Fachtagung zu Kardinal Jaeger (1892 – 1975), dem früheren Erzbischof des Erzbistums Paderborn, fest. Rund 30 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland trafen sich auf Einladung der Kommission in der Katholischen Akademie in Schwerte zum Thema „Lorenz Kardinal Jaeger als Kirchenpolitiker“. Ihr Austausch ist Bestandteil eines umfassenden Forschungsprojektes, das die wissenschaftliche Auswertung des Nachlasses von Kardinal Jaeger unter unterschiedlichen Gesichtspunkten erarbeitet.

Eine Fachtagung der Kirchlichen Kommission für Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn beleuchtete in der Katholischen Akademie Schwerte „Lorenz Kardinal Jaeger als Kirchenpolitiker“. Foto: Dr. Gisela Fleckenstein / Erzbistum Paderborn
Eine Fachtagung der Kirchlichen Kommission für Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn beleuchtete in der Katholischen Akademie Schwerte „Lorenz Kardinal Jaeger als Kirchenpolitiker“. Foto: Dr. Gisela Fleckenstein / Erzbistum Paderborn

Tagung und Themen

Bei der vierten Fachtagung der Kommission für Kirchliche Zeitgeschichte im Erzbistum Paderborn zu Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger, bei der die geltenden Corona-Sicherheits-und-Hygiene-Vorschriften eingehalten wurden, stellte Archivoberrätin Dr. Gisela Fleckenstein (Speyer) das Thema „Offizier, Priester, Lehrer – politische Prägungen bis zum Ende der Weimarer Republik“ vor. Erzbistumsarchivar Dr. Arnold Otto (Paderborn) thematisierte „Lorenz Jaeger und die Briten“, Professor Dr. Klaus Unterburger aus Regensburg widmete sich dem Thema „Lorenz Jaeger und die Entnazifizierung“. „Rezeption und Aufarbeitung des Nationalsozialismus“ war Thema des Beitrags von Professor Dr. Olaf Blaschke aus Münster. Professor DDr. Reimund Haas aus Köln referierte zum Thema „Lorenz Kardinal Jaeger und die bewegte Geschichte des ‚Ruhrbistums‘ Essen“, das Thema „‘Demonstratio catholica‘ – Lorenz Jaeger und die Katholikentage“ wurde von Dr. Georg Pahlke (Paderborn) beleuchtet.

Professor Dr. Jörg Seiler (Erfurt) präsentierte das Thema „Lorenz Jaeger und das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg“, Christian Kasprowski (Paderborn) referierte über „Lorenz Jaeger im Kontakt mit Eliten der BRD“. Das Thema „Die öffentliche Wahrnehmung Lorenz Jaegers in Paderborn“ wurde von Wilhelm Grabe (Paderborn), das Thema „‘Leben und Frieden‘ Lorenz Jaeger, Pax Christi und die katholische Suche nach Frieden im Kalten Krieg (1945-1973)“ von Dr. Daniel Gerster (Münster) dargestellt. Der Vortrag „Kardinal Jaeger als Miles Christianus“ von Dr. Barbara Vosberg (Schwerte) schloss die Fachtagung ab.

Podiumsdiskussion zu Jaegers Rolle im Nationalsozialismus

Bestandteil der Fachtagung war auch eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Lorenz Jaeger im Nationalsozialismus“. Professor em. Dr. Jaochim Kuropka (Vechta) und Professor Dr. Klaus Große Kracht (Münster) diskutierten kontrovers die Rolle Jaegers im Nationalsozialismus. Während Professor Kuropka zum Gesamturteil kam, Jaeger habe seine Aufgabe gut gemacht, sprach Professor Große Kracht Kritikpunkte zu Jaegers Nationalismus und Antibolschewismus an. Insbesondere seine Äußerungen zum Krieg wurden von den Gesprächsteilnehmern unterschiedlich bewertet.

Ein Beitrag von:

Thomas Throenle