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Pressemeldungen
8
Februar
2020
Paderborn

„Sich vergewissern und das Ja erneuern“

Gottesdienst und Begegnung am „Tag des geweihten Lebens“

„Erneuern wir unser Ja zu Gott in den Gelübden der ‚Evangelischen Räte‘, damit viele unserer Zeitgenossen im Kontrast unserer Lebensform für sich das finden, was zu einem erfüllten Leben führt.“ Das sagte Weihbischof Matthias König im Pontifikalamt zum „Tag des geweihten Lebens“ im Hohen Dom zu Paderborn. Das Erzbistum Paderborn und die Paderborner Ordenskonferenz (POK) hatten zur gemeinsamen Feier eines Gottesdienst und zur Begegnung eingeladen. Rund 150 Christen des geweihten Lebens, Ordenschristen, Mitglieder eines Säkularinstitutes und „geweihte Jungfrauen“ aus dem ganzen Erzbistum Paderborn waren der Einladung gefolgt. Ordenschristen bekennen, was ihnen der von Papst Johannes Paul II. 1997 eingeführte „Tag des geweihten Lebens“ bedeutet und warum sie diese Lebensform für sich gewählt haben.

Rund 150 Christen im Stand des geweihten Lebens trafen sich zu Gottesdienst und Begegnung am „Tag des geweihten Lebens“ in Paderborn. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Evangelische Räte: Armut, Ehelosigkeit, Gehorsam

Das, was Menschen im geweihten Leben für sich angenommen und als Lebensform bejaht haben, sei in unserer Zeit schwer zu erläutern, führte Weihbischof Matthias König in seiner Predigt aus: „Die ‚Evangelischen Räte‘ Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam stoßen weitgehend auf Unverständnis. Doch Sie haben die ‚Evangelischen Räte‘ freiwillig angenommen, aus Liebe zu Gott. Sie haben sich dafür entschieden, um den Wert des Lebens mit und für Gott in der Welt hochzuhalten.“

„Es lohnt sich, ohne Wenn und Aber zu Gott Ja zu sagen“, ist sich Weihbischof Matthias König gewiss. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
„Es lohnt sich, ohne Wenn und Aber zu Gott Ja zu sagen“, ist sich Weihbischof Matthias König gewiss. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Bewusste „Gegenexistenz“

Das Zeugnis der Menschen im Stand des geweihten Lebens sei wertvoll, so der Bischofsvikar des Erzbistums Paderborn für Institute des geweihten Lebens und für Gesellschaften des apostolischen Lebens. In einer Zeit, in der sich der Mensch mit seinen Bedürfnissen weitgehend an die erste Stelle setze, sei es eine bewusste „Gegenexistenz“, das eigene Leben Gott zu überantworten. Die Existenz eines Menschen, der sich Gott ganz und gar weihe, mache deutlich, dass es sich lohne, ohne Wenn und Aber zu Gott Ja zu sagen: „Denn von Ihm erhalten wir immer mehr, als wir je erbitten können“, bekräftigte Weihbischof König. Der Verzicht auf das rein Materielle, die Bescheidung auf das Wesentliche und Notwendige, wie es im Evangelischen Rat der Armut zum Ausdruck komme, könne ein Leben reich machen.

Herausforderungen begegnen

Herausforderungen zu begegnen, sei keine leichte Aufgabe, sagte die Ordensreferentin des Erzbistums Paderborn, Dr. Rosel Oehmen-Vieregge in ihrer Begrüßung. Veränderungen und Herausforderungen für die Ordensgemeinschaften könnten je nach Situation eine lähmende Wirkung entfalten und notwendige Entscheidungsprozesse erschweren. „Wie kann mit der Spannung kreativ umgegangen werden?“, fragte die Ordensreferentin weiter. Um schwierigen Situationen beweglich und kreativ zu begegnen, sei es wichtig, „vom Heiligen Geist inspiriert“ Ballast abzuwerfen: „auferlegte Strukturen, die nichts mehr mit Charisma zu tun haben“.

Aus dem ganzen Erzbistum kamen Christen im Stand des geweihten Lebens, um den Tag in Paderborn gemeinsam zu verbringen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Schwester Laetitia Müller SMMP aus dem Bergkloster in Bestwig. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Schwester Laetitia Müller SMMP aus dem Bergkloster in Bestwig. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Im Erzbistum Paderborn gibt es eine große Vielfalt an Ordensgemeinschaften und Institute des geweihten Lebens. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Christa Branse vom Institut St. Bonifatius auf dem Kupferberg. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn
Christa Branse vom Institut St. Bonifatius auf dem Kupferberg. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„mit einer Verheißung“

Christa Branse vom Institut St. Bonifatius, einer missionsbenediktinsichen Gemeinschaft auf dem Kupferberg bei Detmold, sagt über den „Tag des geweihten Lebens“: „Für mich ist es ein Innehalten, um in Dankbarkeit auf das zu schauen, was mir in der Vergangenheit geschenkt wurde. Ich möchte mit einer Verheißung den Weg weiter in die Zukunft gehen.“

„Missionarin sein“

„Im Vorfeld meiner Entscheidung für ein Leben im Kloster begegnete mir immer wieder ein Wort aus dem Alten Testament, dem Buch des Propheten Jeremia: ‚Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden.‘“, sagt Schwester Martino Machowiak CPS. Die Missionsschwester vom Kostbaren Blut aus dem Missionshaus Neuenbeken sagt weiter: „Ja, das war’s! Darin sah ich meine Berufung! Das hat mich nicht mehr losgelassen, und gilt auch heute noch, nach 56 Ordensjahren. Ich bin überzeugt, dass dies mein Weg war und immer noch ist: Meine Beziehung zu Gott innerhalb einer Ordensgemeinschaft zu leben und zu pflegen, ohne dabei den Mitmenschen aus dem Auge zu verlieren, um Missionarin zu sein.“

Geweihtes Leben im Erzbistum Paderborn

Im Erzbistum Paderborn sind verschiedene Institute des gottgeweihten Lebens / Orden ansässig. Es gibt insgesamt 103 Niederlassungen. In ihnen leben 1.107 Ordensfrauen, 105 Ordensmänner (Priester und Laien), zudem gibt es 63 Angehörige eines Säkularinstituts. Ein Überblick über die Vielfalt ist hier möglich.

In einem Interview sprechen Mitglieder des Vorstands der Paderborner Ordenskonferenz über Zukunftsperspektiven für die Gemeinschaften. Das Interview findet sich hier.

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