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Pressemeldungen
24
August
2019
Paderborn

“Nicht irgendeine Glocke für ein besonderes Bauwerk”

Neue Glocke für die Paderborner Bartholomäuskapelle durch Weihbischof Hubert Berenbrinker geweiht

Glockenweihe am Festtag des heiligen Bartholomäus (v.l.): Glockensachverständiger Dechant Dr. Gerhard Best, Weihbischof Hubert Berenbrinker und Domdechant Generalvikar Alfons Hardt.
Foto: pdp/Maria Aßhauer

Vor einem Jahr wurde die neue Glocke für die Paderborner Bartholomäuskapelle nach mittelalterlicher Tradition gegossen. Heute, am 24. August, und damit am Gedenktag des heiligen Bartholomäus, wurde sie vor dem Paradiesportal in einer feierlichen Zeremonie durch Weihbischof Hubert Berenbrinker geweiht. Zahlreiche Menschen waren zur Weihe vor den Hohen Dom gekommen, darunter auch Gäste des 12. Europäischen Köhlertreffens.

„Dass alle im Gotteslob eine einzige friedvolle Gemeinschaft bilden, ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen“, erklärte Weihbischof Hubert Berenbrinker in seiner kurzen Ansprache mit Bezug auf den Psalm 150, der fester Bestandteil jeder Glockenweihe ist. Weihbischof Berenbrinker schlug damit die Brücke zu seinem aus dem Psalm abgeleiteten bischöflichen Wahlspruch „Alles, was atmet, lobe den Herrn“. „Möge auch unsere neue Glocke zu diesem Lob beitragen“, sagte er.

Weihe mit zeichenhaften Handlungen

Im Rahmen der Weihe salbte Weihbischof Hubert Berenbrinker die neue Glocke mit Krankenöl und Chrisam.
Foto: pdp/Maria Aßhauer

Bei der Weihe der Glocke, die in einem kleinen Holzgerüst vor dem Paradiesportal hing, standen zeichenhafte Handlungen im Mittelpunkt: Zunächst besprengte Weihbischof Hubert Berenbrinker die Glocke mit Weihwasser – als Ausdruck für die Bitte an Gott, die Glocke in seinem Haus anzunehmen. Anschließend salbte er sie außen sieben Mal in Kreuzesform mit dem heiligen Krankenöl, unter anderem als Erinnerung an die sieben Sakramente und die sieben Zeiten des kirchlichen Stundengebets.

Die viermalige Salbung mit Chrisam-Öl am unteren  Rand der Glocke symbolisiert schließlich die vier Himmelsrichtungen, aus denen die Glocke die Gläubigen herbeirufen soll – der Glockensachverständige des Erzbistums, Dechant Dr. Gerhard Best, und Weihbischof Berenbrinker schlugen die Glocke nach der Salbung auch direkt an und entlockten ihr die ersten wohlklingenden Töne. Zum Abschluss inzensierte der Weihbischof die Glocke mit Weihrauch und das Weihrauchfass wurde als Ausdruck des festlichen Gebets unter die Glocke gestellt.

Guss zum Doppeljubiläum in mittelalterlicher Tradition

„Auf die Bartholomäuskapelle als besonderes Bauwerk gehört nicht irgendeine Glocke”, sagte der Glockensachverständige des Erzbistums Paderborn, Dechant Dr. Gerhard Best.
Foto: pdp/Maria Aßhauer

Seit mindestens 100 Jahren ist der Dachstuhl der Bartholomäuskapelle ohne Glocke gewesen – so belegen es alte Fotoaufnahmen. Das 1.000-jährige Jubiläum der Bartholomäuskapelle vor zwei Jahren und das 950-jährige Weihejubiläum des Domes im letzten Jahr waren der Anlass, um eine neue Glocke für die Bartholomäuskapelle herstellen zu lassen. Im Sommer 2018 wurde die Bienenkorbglocke – 45 Kilo schwer und 38 Zentimeter im Durchmesser – nach mittelalterlicher Tradition gegossen. Von Februar 2019 bis zu ihrer heutigen Weihe war sie im Hasenkamp des Hohen Domes zu bestaunen.

„Auf die Bartholomäuskapelle, die mit ihren über 1.000 Jahren ein ganz besonderes Bauwerk ist, gehört nicht irgendeine Glocke“, erklärte Glockensachverständiger Dr. Gerhard Best den Entstehungshintergrund der neu geweihten Glocke. Der Guss der Bartholomäusglocke wurde im Sommer 2018 ausschließlich mit den Arbeitsschritten und Arbeitsmitteln vollzogen, die im Mittelalter möglich waren – und damit zu einer Zeit, als die Bartholomäuskapelle gerade gebaut wurde. Die Rezeptur für den Guss stammte von Theophilus Presbyter, einem Benediktinermönch aus dem 12. Jahrhundert. Gegossen hat die Glocke Dr. Bastian Asmus, Archäologe, Spezialist für Archeometallurgie und Kunstgießer.

Ohne Köhler keine Glocke

Der Dachreiter der Bartholomäuskapelle war mindestens 100 Jahre leer, nun wird wieder eine Glocke dort hängen.
Foto: pdp/Maria Aßhauer

Die Kohle für den Guss der Glocke haben Paderborner Köhler beigesteuert. Aus diesem Grund nahmen auch Gäste des 12. Europäischen Köhlertreffens aus acht europäischen Ländern an der Glockenweihe teil – Schirmherr des Treffens ist Erzbischof Hans-Josef Becker, der am Donnerstag feierlich in den Europäischen Köhlerverband aufgenommen worden war. „Im Mittelalter war es nur mit Holzkohle möglich, die zum Bronzeguss erforderlichen Schmelztemperaturen zu erreichen“, erklärte Karl-Josef Tielke, Präsident des Europäischen Köhlerverbandes, die wichtige Bedeutung der Köhler beim Glockenguss im Mittelalter. Die Köhler hatten auch bei der Glockenweihe eine nicht unwesentliche Rolle: Ein Köhlerchor aus dem Elsass stimmte nach der Salbung der Glocke das Gloria  an. Am Ende der Glockenweihe läuteten dann auch alle Glocken des Hohen Doms, um die „kleine“ Bartholomäusglocke nach deren Weihe quasi offiziell zu begrüßen.

 

 

Das Video von David Hesse dokumentiert die Zeremonie der Glockenweihe und
vermittelt Hintergründe zur Entstehung der neuen Glocke für die Bartholomäuskapelle.

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