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11
Juni
2020
Paderborn

„Jesus Christus teilt unser Geschick“

Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Freiluft-Pontifikalamt am Hochfest Fronleichnam vor dem Paderborner Dom

„Fronleichnam ist das Fest der Verwandlung: Wir tragen das in Christus verwandelte Brot in eine Welt der Selbstgenügsamkeit und der Oberflächlichkeit, damit diese Welt von innen her verwandelt und erneuert wird.“ Das betonte Erzbischof Hans-Josef Becker in seiner Predigt am Hochfest Fronleichnam. Der Paderborner Erzbischof feierte vor der Kathedralkirche des Erzbistums einen Freiluftgottesdienst und spendete an dessen Ende den Sakramentalen Segen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Abstands- und Hygieneregeln fand die traditionelle Fronleichnams-Prozession durch die Stadt Paderborn nicht statt.

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte am Hochfest Fronleichnam einen Freiluft-Gottesdienst vor dem Paderborner Dom. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Der Gottesdienst mit dem Paderborner Erzbischof fand als „Open-Air-Gottesdienst“ vor dem Paradiesportal des Paderborner Domes statt. An ihm konnten unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln rund 100 Gläubige teilnehmen. Schützen der Maspern-Kompanie des Paderborner Bürgerschützenvereins halfen als Ordnungsdienst, den Gottesdienstbesuchern die Plätze zuzuweisen.

„In diesen Tagen der Corona-Pandemie suchen wir besonders nach Fundamenten, die uns Sicherheit geben. Und während wir manchmal meinen, dass das Schlimmste nun wohl vorbei sei, jagt ‚Corona‘ weiter um den Erdball und bedroht vor allem die Armen und Schwachen“, erinnerte Erzbischof Becker am Beginn seiner Predigt.

„Fronleichnam ist das Fest der Verwandlung“, betonte Erzbischof Becker in seiner Predigt am Hochfest Fronleichnam. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Kein „Weiter so!“

Die Entscheidungen im Hinblick auf den Umgang mit der Pandemie seien weiterhin schwierig: „Sollen wir immer weiter lockern oder müssen wir nicht doch viel vorsichtiger sein? Wer zu viel lockert, gefährdet vielleicht Menschenleben, wer zu wenig lockert, vielleicht Existenzen.“ Der Paderborner Erzbischof zeigte sich gewiss, dass die Corona-Pandemie zu einer Veränderung führe: „Es wird kein ‚Weiter so!‘ geben, in der Gesellschaft nicht, in der Wirtschaft nicht, in der Kirche nicht, aber auch nicht in den Schulen und in der Politik.“

Verwandeln und teilen

Auch wenn zu Fronleichnam im Jahr 2020 keine feierliche Prozession mit dem Allerheiligsten durch die Straßen stattfinde, bleibe die Welt keine Welt der Gottesferne, in der nur die Rücksichtslosen den Ton angeben und sich durchsetzen, erklärte Erzbischof Becker: „Jesus Christus verwandelt uns, und wir verwandeln mit ihm unseren Alltag! Dieser Jesus Christus ist wahrhaftig da, hier zugegen im Brot des Lebens. Gebrochen geht er unsere Wege mit: Er teilt unser Geschick.“

Zum Abschluss des Gottesdienstes am Hochfest Fronleichnam spendete Erzbischof Hans-Josef Becker den Sakramentalen Segen mit dem Allerheiligsten in der Monstranz. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Zum Abschluss seiner Predigt betonte Erzbischof Becker: „Das ist der Kern der Botschaft: Gott ist ein Freund des Lebens. Er ist dort, wo wir nicht mehr weiterwissen, wo wir Tränen vergießen und verzweifelt nach neuer Hoffnung suchen.“

Anbetung und Sakramentaler Segen

Im Anschluss an den Gottesdienst fand eine Zeit der Anbetung des Allerheiligsten statt, dann spendete Erzbischof Hans-Josef Becker den Sakramentalen Segen. „In den vergangenen Wochen und Monaten haben wir mehr denn je gespürt, dass wir alle zu einer einzigen Menschheitsfamilie gehören. Die ganze Welt ist in unterschiedlicher Intensität von den Auswirkungen des Virus betroffen“, betete der Paderborner Erzbischof während der Aussetzung.

Rund 100 Gläubige konnten am „Freiluft-Gottesdienst“ vor dem Paradiesportal des Paderborner Domes am Hochfest Fronleichnam teilnehmen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

Die Gläubigen antworteten: „Wir sind dankbar für das große persönliche Engagement der Ärzte und Pflegenden in den Krankenhäusern und Altenheimen, der Mitarbeitenden in der Verwaltung, dem Ordnungsamt und der Polizei sowie so vieler Menschen, die Initiativen gestartet haben, um anderen zu helfen.“

Erzbischof Becker sagte schließlich: „Jesus Christus, du bist in diese Welt gekommen, zu heilen, was verwundet ist. Insbesondere den Kranken und Leidenden hast du dich liebevoll und fürsorglich zugewandt. Daher bitten wir dich um deinen Beistand.“

Musikalisch festlich gestaltet

Im feierlichen Gottesdienst am Hochfest Fronleichnam konzelebrierte Dechant Domkapitular Benedikt Fischer als Pfarrer der Paderborner Innenstadtpfarrei. Ein Ensemble aus Mitgliedern der Mädchenkantorei am Paderborner Dom unter der Leitung von Domkantorin Gabriele Sichler-Karle, ein Bläserquintett aus Detmold sowie Domorganist Tobias Aehlig an einer Truhenorgel gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Bei verschiedenen Liedern trug der Chor einzelne Strophen vor, die für die Gläubigen vorgesehenen Liedstrophen wurden von diesen gesprochen. NRW-Landtagsabgeordneter Daniel Sieveke MdL aus Paderborn trug eine Lesung vor, Paderborns Bürgermeister Michael Dreier las die Fürbitten im festlichen Freiluft-Gottesdienst.

Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde das Allerheiligste verehrt und Erzbischof Becker spendete den Sakramentalen Segen. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn.

Stichwort: Fronleichnam

Für die katholische Kirche ist Fronleichnam das Hochfest, mit dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Mit dem Fest erinnern Katholiken an die Gegenwart Jesu im Sakrament der Eucharistie. Fronleichnam wird seit der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gefeiert. Der Name leitet sich ab von den althochdeutschen Worten „vron“ für „Herr“ und „lichnam“ für „Leib“. Fronleichnam ist somit das „Fest des Leibes und Blutes Christi“.

Fronleichnam wird am zweiten Donnerstag nach Pfingsten gefeiert. Der Donnerstag steht in Verbindung mit Gründonnerstag, an dem der Einsetzung der Eucharistie durch Jesus Christus beim letzten Abendmahl gedacht wird. Brot und Wein werden in der Eucharistie zu Leib und Blut Jesu Christi gewandelt. Bei der Fronleichnamsprozession wird somit Jesus Christus in der Gestalt des gewandelten Brotes in einer kostbaren Monstranz durch die Straßen und Felder getragen – zum Segen für die Welt.

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Ein Beitrag von:

Thomas Throenle
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