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Pressemeldungen
20
März
2020
Paderborn

Glocken rufen zu Gebet und Innehalten

Ökumenische Initiative: Kirchengemeinden läuten ab Sonntag täglich um 19.30 Uhr die Glocken

Um die rasante Ausbreitung der Infektion mit dem Corona-Virus zu verhindern, müssen die sozialen Kontakte der Menschen massiv begrenzt werden – auch im Bereich der Kirche. In dieser Zeit der Einschränkungen und Isolation starten die Kirchen in Nordrhein-Westfalen eine ökumenische Initiative: In allen Kirchengemeinden erklingen täglich um 19.30 Uhr für fünf Minuten die Kirchenglocken, um Menschen zu Gebet und Innehalten einzuladen und so miteinander zu verbinden. Die Initiative beginnt am Sonntag, 22. März 2020, und wird von den katholischen (Erz-)Bistümern und Evangelischen Landeskirchen in Nordrhein-Westfalen getragen.

Glocken des Paderborner Domes werden sowohl beim täglichen Läuten um 19.30 Uhr erklingen und zu Gebet und Innehalten aufrufen, als auch sonntags um 10 Uhr als Element des Sonntags-Läutens in Paderborn. Foto: Thomas Throenle / Erzbistum Paderborn

„Glockenläuten verbindet: Menschen mit Gott, Menschen untereinander, Himmel und Erde“, schreibt Generalvikar Alfons Hardt in einem Brief an das Pastorale Personal des Erzbistums Paderborn, mit dem er zur Teilnahme an der ökumenischen Initiative aufruft. Das Glockenläuten lade zum persönlichen Innehalten, zu Stille und Gebet zu Hause ein. Durch das gleichzeitige Beten von Einzelnen entstehe zugleich eine lebendige Gemeinschaft: Die einzelnen Beterinnen und Beter werden zu einer großen Gemeinschaft zusammengeführt. „In diesen Tagen der Corona-Krise brauchen wir solche Verbindungen“, schreibt der Generalvikar des Paderborner Erzbischofs. „Da öffentliche Gottesdienste zurzeit nicht gefeiert werden dürfen, werden wir durch das gleichzeitige Gedenken und Bedenken beim Läuten der Glocken an unterschiedlichen Orten zu einer lebendigen Gemeinschaft.“

Jeweils die zwei größten Glocken eines Geläutes einer Kirche sollen erklingen, denn der besinnlich-ernste Charakter dieses Läutens entspreche der gegenwärtigen Situation mit den großen Herausforderungen am allermeisten. Die Glocken sollen täglich ab Sonntag, 22. März 2020, erklingen, zunächst bis einschließlich Gründonnerstag (9. April 2020) – traditionell verstummen während der Kartage die Glocken bis zum Osterläuten.

Osterläuten

Die Feier der Kar- und Osterliturgie wird in den einzelnen Kirchengemeinden nicht stattfinden. Lediglich in den Kathedralkirchen der einzelnen (Erz-)Bistümer wird die Kar- und Osterliturgie vom jeweiligen (Erz-)Bischof ohne Beteiligung der Öffentlichkeit gefeiert. Um auf die Besonderheit des Osterfestes aber dennoch hinzuweisen, haben die (Erz-)Bistümer auf der Ebene von Nordrhein-Westfalen vereinbart, dass am Ostersonntag, 12. April 2020, um 9.30 Uhr in allen Kirchengemeinden landesweit die Kirchenglocken erklingen sollen. Das Vollgeläut wird 15 Minuten lang erklingen.

Sonntags-Läuten in Paderborn

Die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Paderborn haben sich zu einer weiteren Initiative zusammengeschlossen: Ab Sonntag (22. März) werden jeweils an den Sonntagen um 10 Uhr für 10 Minuten alle Kirchenglocken in der Stadt läuten. Anders als sonst rufen die Glocken dann nicht zum Gottesdienst, sondern setzen ein gemeinsames Zeichen der Verbundenheit: Die Gläubigen werden zum persönlichen Gebet des Vaterunsers eingeladen, wenn die Kirchenglocken ertönen. „Auf diese Weise entsteht ein Gebets-Netzwerk aller Christen der Stadt über die Konfessionsgrenzen hinaus, das uns in diesen herausfordernden Zeiten Mut machen soll“, sagt Dechant Benedikt Fischer.

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