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Pressemeldungen
9
März
2020
Paderborn / Warstein-Belecke

Der Vergangenheit eine Zukunft geben

Erzbischof Hans-Josef Becker beim 4. Tag der Pfarrarchive in Warstein-Belecke

„Danke für Ihren Spürsinn und Ihre Motivation im Sinne der Spurensuche und des Archivwesens!“ Mit anerkennenden Worten hieß Erzbischof Hans-Josef Becker die Archivpflegerinnen und -pfleger des Erzbistums Paderborn am vierten Tag der Pfarrarchive in seiner Heimatgemeinde Belecke willkommen. 69 von insgesamt 100 Ehrenamtlichen waren der Einladung von Diözesanarchivar Dr. Arnold Otto zur gemeinsamen Tagung gefolgt. Sie nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch, ließen sich von den „Kollegen“ durch das Belecker Pfarrarchiv führen und bewunderten in der Schatzkammer des Propsteimuseums neben 300 Jahre alten liturgischen Gewändern eine Fülle kostbarer Kelche, Ziborien und Monstranzen aus dem 15. bis 16. Jahrhundert.

69 Archivpflegerinnen und Archivpfleger nahmen am 4. Tag der Pfarrarchive in Belecke teil. Foto: Ingrid Schmallenberg
69 Archivpflegerinnen und Archivpfleger nahmen am 4. Tag der Pfarrarchive in Belecke teil. Foto: Ingrid Schmallenberg

Im Oktober 1959 wurde der Schüler Hans-Josef Becker von Weihbischof Wilhelm Tuschen in der Pfarrkirche St. Pankratius gefirmt. Heute erinnert er sich an die damals noch recht sparsame Vorbereitung auf das Sakrament: „Das war mit zwei Stunden in der Schule erledigt.“

Von Weltoffenheit geprägt

Lebendiger sind seine Erinnerungen an den damaligen Pfarrer Josef Müller: „Wir haben Bauklötze gestaunt, weil der mit einer Boeing nach Amerika flog.“ Die Weltoffenheit dieses Mannes habe seine Kindheit geprägt: „Zwischen Haarstrang und Stimm-Stamm gab es eine besondere Offenheit.“ Die Kontakte des Geistlichen zu Glaubensbrüdern in Argentinien, Amerika, Italien und Chile faszinierten den kleinen Jungen, der später Erzbischof werden sollte: „Das hatte schon weltkirchlichen Charakter.“ Die neuen Horizonte, die es zu entdecken galt, weckten die Lust des Heranwachsenden auf das große Abenteuer Leben: „Das war keine wohlgediegene Geborgenheit. Wir wurden dazu angehalten, hinter die Dinge zu sehen.“

Pfarrseelsorge als Erfüllung

Die Frage, was er kurz vor Antritt seiner ersten Stelle als Vikar in Lippstadt erwartet habe, beantwortet Hans-Josef Becker mit dem ihm eigenen Humor und mit einem Schmunzeln: „Wie das so ist, du studierst sechs Jahre lang auf Papst und dann wirst du Vikar in St. Bonifatius.“ Wieder ernst werdend fügt er hinzu: „Ich wollte immer in die Pfarrseelsorge und das war auch meine Erfüllung.“

Dagmar Kaufhold (Herford) und Winfried Wiggenbrock (Erwitte) gaben fachfremden Besuchern Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Foto: Ingrid Schmallenberg
Dagmar Kaufhold (Herford) und Winfried Wiggenbrock (Erwitte) gaben fachfremden Besuchern Einblicke in ihre tägliche Arbeit. Foto: Ingrid Schmallenberg

Über die Erinnerung der Lebenden hinaus

In der Zeit zwischen Gespräch mit Erzbischof Becker und der Abendmesse, aber auch während der gemeinsamen Mahlzeiten, nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit zum Gespräch mit den Kollegen. Dagmar Kaufhold (Herford) und Winfried Wiggenbrock (Erwitte) gaben fachfremden Besuchern gern Einblicke in ihre tägliche Arbeit, die sie mit „sichten – enteisen – aufbewahren“ auf einen kurzen Nenner brachten. Das Pfarrarchiv, darüber sind sie sich einig, ist das Gedächtnis der Kirchengemeinde: „Es bewahrt die Menschen und das, was sie geschaffen haben, über die Erinnerung der Lebenden hinaus.“

Sichten – enteisen – aufbewahren

Die Aufbewahrung oft jahrhundertealter Archivalien gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Weiterführung des Pfarrarchivs. Schließlich sind die „jungen“ Unterlagen die Dokumente der Zukunft, mit deren Hilfe spätere Generationen über die laufende Epoche urteilen werden. Rechnungen, Briefe, Bauakten und Haushaltspläne wollen gesichtet, zugeordnet und gegebenenfalls archiviert werden.

„Wir geben der Vergangenheit eine Zukunft“, erklärt Winfried Wiggenbrock. Dass er bei seiner Arbeit auf viele interessante Geschichten stößt, ist die eine Sache, die andere ist, dass er sich im stillen Kämmerlein oft ziemlich einsam fühlt. Nicht zuletzt aus diesem Grund schätzt er den Tag der Pfarrarchive: „Hier erfahren wir die Wertschätzung, die ansonsten eher selten bis zu uns durchdringt.“

Text und Fotos: Ingrid Schmallenberg

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