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Pressemeldungen
8
Juni
2020
Paderborn / Attendorn /Brakel / Hagen

Auch in der Krise immer ansprechbar

Schulseelsorge im Erzbistum Paderborn in Corona-Zeiten: Kontakt halten und zuhören

„Home-Schooling“ wurde an den Schulen durch Corona zum Alltag. Unterricht mag digital funktionieren – aber gilt das auch für die Schulseelsorge? In den Schulen, die vom Erzbistum Paderborn getragen werden, gehören der Glaube und damit die Seelsorge als Teil einer ganzheitlichen Bildung zum besonderen Profil. Wie erleben die Schulseelsorgerinnen und Seelsorger im Erzbistum die Corona-Krise? Welchen Herausforderungen sind sie begegnet und welche „Glaubens-Erfahrungen“ haben sie gemacht?

Schulseelsorger Christian Haase von der Hildegardisschule Hagen vor einem Wandbild: Jesus erklärt den „Super-Helden“ dieser Welt, wie er die Welt gerettet hat. Foto: privat
Schulseelsorger Christian Haase von der Hildegardisschule Hagen vor einem Wandbild: Jesus erklärt den „Super-Helden“ dieser Welt, wie er die Welt gerettet hat. Foto: privat

Wie kann ich Kontakt halten?

Christian Haase ist seit 2009 Schulseelsorger an der Hildegardisschule in Hagen und unterrichtet katholische Religion. Als die Schulen vor den Osterferien geschlossen wurden, galt auch sein erster Gedanke der Abiturientia, die davon unmittelbar betroffen war. „Ich war froh über die Maßnahme an sich, denn ich halte die Schutzmaßnahmen für notwendig, aber natürlich drängten sich auch schnell Fragen auf, wie es in der Schule weitergehen kann“, so der Schulseelsorger.

„Wie kann ich unter diesen Bedingungen den Kontakt zur Schulgemeinschaft halten und was kann ich anbieten?“, ging es auch Christine Sosna zu Beginn der Schul-Schließungen durch den Kopf. Die Gemeindereferentin ist Schulseelsorgerin an den Schulen der Brede in Brakel. Sie gibt Religionsunterricht in der fünften Klasse und betreut zahlreiche Projekte wie zum Beispiel die Taizéfahrt und den Taizé-Gottesdienst – beides musste in diesem Jahr ausfallen.

Schulgemeinschaft lebt von Begegnung

„Normalerweise ist die Kommunikation mit der Schulgemeinschaft unkompliziert, weil man sich ständig im Schulgebäude oder auf dem Schulhof sieht“, erklärt Sosna. In der ersten Phase der Schließungen lief die Kommunikation über E-Mail, das Schulportal oder das Telefon – das sei sicher eine gute „Krisen-Lösung“. „Aber die persönliche Begegnung fehlt und ist durch digitale Unterstützung nicht ganz zu ersetzen. Die Schulgemeinschaft lebt von der Begegnung, dem Austausch und der unmittelbaren Unterstützung“, sagt die Schulseelsorgerin.

„Wir mussten erst einmal alle lernen, diese Situation zu begreifen und zu akzeptieren“, erinnern sich Pastor Achim Hoppe und Gemeindereferentin Bettina Schmidt als Schulseelsorge-Team an den Schulen St. Michael in Paderborn an den Moment des Shutdowns. „Auf allen drei Homepages der Schulen wurde zum gemeinsamen Gebet eingeladen und darüber informiert, dass wir als Schulseelsorge jederzeit erreichbar sind.“ Nach den Osterferien wurde im Seelsorgeraum der Schule wieder ein tägliches persönliches Gesprächsangebot ermöglicht.

Gemeindereferentin Bettina Schmidt gehört zum Schulseelsorge-Team an den Schulen St. Michael in Paderborn. Foto: David Hesse / Erzbistum Paderborn
Gemeindereferentin Bettina Schmidt gehört zum Schulseelsorge-Team an den Schulen St. Michael in Paderborn. Foto: David Hesse / Erzbistum Paderborn

Gute Schulgemeinschaft bewahren

Christian Haase bietet seit der Lockerung an der Hildegardisschule in Hagen wieder Gespräche in seinem Schul-Büro an. Während des Shutdowns hat er diese über Mail und Videokonferenz geführt – vor allem über die Corona-Konsequenzen: „Es gab Sorgen über den verpassten Unterricht und Abschlüsse, die möglicherweise nicht erlangt werden. Später habe ich auch Gespräche zum häuslichen Lernen geführt oder zur Belastung in den Familien. Dieses Angebot wurde von Eltern und Schülerinnen und Schülern genutzt.“ Der Schulseelsorger aus Hagen hat während der letzten Monate einen deutlichen Zusammenhalt in der Schulgemeinschaft erlebt. „Es hat sich gezeigt, dass unsere Schulgemeinschaft in der Krise sehr gut funktioniert. Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich. Dafür sollten wir dankbar sein und uns dieses Gefühl bewahren.“

Er sei zwischendurch an einem Punkt gewesen, an dem er selbst sehr genervt von der Situation gewesen sei, gibt Christian Haase zu. „Ich habe gemerkt, dass ich in dieser Zeit mit Gott auch Tacheles reden darf und dass er meine Grenzen auslotet. Das war mir eine große Hilfe und Stütze in dieser Zeit.“ Auch Christine Sosna hat in den letzten Monaten Kraft und Mut im Glauben gefunden, um hoffnungsvoll weiterzumachen: „Ich hatte in dieser Zeit keine Angst, sondern fühlte mich durch meinen Glauben getragen.“

„Die Seelsorge ist nicht das Sahnehäubchen, sondern vielmehr eine der Hauptzutaten, die eine gute Schule ausmacht.“

Homepage der Hildegardisschule Hagen

Ein Beitrag von:

Maria Aßhauer
Redakteurin Team Presse
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