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Aktuelle Nachrichten der Deutschen Bischofskonferenz und der katholischen Hilfswerke

Lesen Sie hier ausgewählte Nachrichten weiterer katholischer Medien zu aktuellen Themen.

„Corona und die Suche nach der künftig gewesenen Zeit“: Bischof Bätzing veröffentlicht Reflexion zur Corona-Pandemie

Bonn, 10. September 2020 (dbk). Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hat heute eine theologische Reflexion zur Corona-Pandemie veröffentlicht. Unter dem Titel Corona und die Suche nach der künftig gewesenen Zeit geht er den Erfahrungen und Auswirkungen der Pandemie in Kirche und Gesellschaft nach. Dabei fragt er, wie in künftigen Generationen an Corona erinnert werde, was die Kirche in der Krise getan habe und ob Corona eine entscheidende Wegmarke für Europa gewesen sein wird.

Der Text ist eine als Essay verfasste Betrachtung, die Denkanstöße geben soll und feststellt: „Ob es auch diesmal eine neue Epoche der Weltgeschichte werden wird, bleibt abzuwarten, auf jeden Fall aber werden wir alle sagen können: Wir sind dabei gewesen.“

Die Publikation “Corona und die Frage nach der künftig gewesenen Zeit. Ein Beitrag von Bischof Dr. Georg Bätzing (Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Nr. 34, Bonn 2020)” steht unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen als pdf-Datei zum Herunterladen bereit und kann dort auch als Broschüre bestellt werden.

Stellungnahme von Erzbischof Heße zu den Bränden im Flüchtlingslager Moria

Bonn, 9. September 2020 (dbk). Angesichts der Brände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos erklärt der Vorsitzende der Migrationskommission und Sonderbeauftragte für Flüchtlingsfragen der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Stefan Heße (Hamburg):

„Die Nachricht vom Feuer im Flüchtlingslager Moria darf niemanden, der in Politik und Kirche Verantwortung trägt, gleichgültig lassen. Alle Leidtragenden schließe ich in mein Gebet ein. In die Betroffenheit über das Elend der Schutzsuchenden mischt sich die Bestürzung über das politische Versagen. Man muss es wohl so offen sagen: Es handelt sich um eine Katastrophe mit Ansage. Die mit dem Flüchtlingslager Moria verfolgte Politik der Abschreckung geht auf Kosten der Menschlichkeit. Schon seit Langem war die Situation der Schutzsuchenden auf den ägäischen Inseln – vor allem im überfüllten Lager Moria – unerträglich. Deshalb gab es aus Kirche und Zivilgesellschaft immer wieder deutliche Appelle, die humanitäre Krise an den EU-Außengrenzen zu überwinden und für eine menschenwürdige Aufnahme der Schutzsuchenden zu sorgen. Mit Nachdruck wurde gefordert, dass vor allem Kinder, Familien und besonders vulnerable Flüchtlinge aus dem Lager Moria rasch auf das europäische Festland gebracht und in Deutschland oder anderen EU-Staaten aufgenommen werden. Anfang des Monats hat die katholische Friedensbewegung Pax Christi die Kampagne ‚Kein Weihnachten in Moria‘ initiiert, die – ebenso wie frühere kirchliche und zivilgesellschaftliche Initiativen – darauf drängt, Flüchtlinge aus Moria zeitnah nach Deutschland ausreisen zu lassen.

Allen Appellen, Initiativen und Warnungen zum Trotz: Passiert ist bislang erschreckend wenig. Sicherlich hat die Bundesregierung zwischenzeitlich einigen alleinreisenden Kindern und Jugendlichen sowie behandlungsbedürftigen Kindern und deren Familien die Einreise ermöglicht. Doch insgesamt betrachtet war dies nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Das grundlegende Problem des Hotspots Moria wurde nicht angegangen. Stattdessen gab und gibt es auf Ebene der Bundesregierung und der EU-Kommission sogar das Bestreben, das gescheiterte Hotspot-System auszuweiten und künftig nahezu alle Asylverfahren an den Außengrenzen durchzuführen. Davor kann angesichts der Situation auf den griechischen Inseln nur gewarnt werden. Europa muss nun alles daransetzen, die bestehende humanitäre Krise zu überwinden, statt potenziell neue Krisenherde zu entfachen. Mehr denn je stehen Deutschland und Europa in der Pflicht, die desaströsen Verhältnisse auf Lesbos zu beenden und Schutzsuchenden eine menschenwürdige Aufnahme zu ermöglichen. Gefordert ist der politische Wille, eine Lösung im Geist der europäischen Solidarität zu finden, das heißt: eine gerechte Verantwortungsteilung zwischen den EU-Staaten bei der Aufnahme von Schutzsuchenden. Die bisherigen politischen Blockaden müssen überwunden werden. Wenn nicht alle Mitgliedstaaten dazu bereit sind, muss eine humanitäre Koalition der Willigen vorangehen. Europa kann es sich nicht länger erlauben, die Augen zu verschließen.”

Das Leben erzählen: Bischof Fürst zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel

Bonn, 9. September 2020 (dbk) Am 13. September 2020 begeht die katholische Kirche den 54. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Wie in den vergangenen Jahren hat Papst Franziskus dazu eine Botschaft mit dem Titel „‚Damit du deinem Sohn und deinem Enkel erzählen kannst‘ (Ex 10,2). Das Leben wird Geschichte“ veröffentlicht.

Zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel erklärt der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart):

Unser Glaube lebt von Erzählungen, ja unsere ganze Menschheitsgeschichte beruht auf dem Erzählen und Weitergeben von Erfahrungen und Wissen. Darauf macht Papst Franziskus in seiner diesjährigen Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel aufmerksam, den die Kirche am kommenden Wochenende begeht. “Wir haben die Wahrheit guter Geschichten nötig wie den Atem“, schreibt der Papst. „Der Mensch ist ein Erzähler. (…) Geschichten prägen uns, sie formen unsere Überzeugungen und unser Verhalten, sie können uns dabei helfen, zu verstehen und zu sagen, wer wir sind.“ Das gilt für Märchen, Romane, Sagen und Fabeln und die biblischen Geschichten. Wir werden von all diese Erzählungen beeinflusst, nehmen uns die Figuren als Vorbilder, orientieren uns an ihrem Handeln, ihren Werten.

„Beim Eintauchen in die Geschichte können wir heroische Beweggründe finden, die uns helfen, uns den Herausforderungen des Lebens zu stellen“, so Papst Franziskus. Auch in der aktuell globalen Krise der Corona-Pandemie vermögen wir darauf zurückzugreifen. Die Erfahrungen des Lockdowns, von Einsamkeit, Stillstand und Isolation können wir reflektieren durch Erzählungen. Wir können, gerade auch durch biblische Texte wie die Psalmen, Trost und Zuversicht finden.

Unser Miteinander hat sich durch die Pandemie ebenfalls verändert. Familie, Freunde, Arbeitskollegen, oft haben wir sie wochenlang nicht gesehen und müssen auch jetzt noch Abstand halten und Acht geben. Unsere Aktivitäten waren eingeschränkt. Umso wichtiger wurden andere Wege der Kommunikation für uns, um den Kontakt untereinander zu halten. Telefonate mit den Verwandten, Geburtstagsgrüße per SMS, der Austausch mit Klassenkameraden im Chat über die sozialen Medien – das alles hat uns durch diese Zeit getragen. Das Erzählen und Teilen der Erlebnisse, egal über welche Kommunikationswege, hat uns zusammen- und lebendig gehalten.

Es ist gut, dass wir Medien haben, die Geschichten des Lebens in diesen Wochen und Monaten erzählt haben. Es waren auch Geschichten des Sterbens. In allen Geschichten, auch unseren Lebensgeschichten, wird eines deutlich: Es lohnt, vom Leben zu erzählen, um Erfahrungen und Emotionen, um Wissen und Verantwortung auch an künftige Generationen weiterzugeben. Der diesjährige Mediensonntag lädt ein, diese Geschichten zu erzählen, für die Gegenwart und die kommende Generation. Medien helfen uns dabei – ob das Internet oder das noch immer und stets aktuelle gedruckte Buch. Die größte aller Geschichten ist und bleibt die Heilige Schrift. Sie zu erzählen, lohnt das ganze Leben.

Die Botschaft von Papst Franziskus zum 54. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel ist als pdf-Datei unter www.dbk.de auf der Themenseite Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (Mediensonntag) verfügbar.

Bischof Dr. Georg Bätzing trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel: Flüchtlingspolitik und Corona-Krise im Mittelpunkt

Bonn/Berlin, 3. September 2020. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, ist heute in Berlin zu einem Antrittsbesuch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. Coronabedingt war der Termin erst jetzt möglich.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die gesellschaftlichen und politischen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Bischof Bätzing informierte die Bundeskanzlerin über die Herausforderungen im kirchlichen Kontext und die positiven Erfahrungen, seitdem Gottesdienstbesuche wieder möglich sind. Die Bundeskanzlerin würdigte den Einsatz von Seelsorgerinnen und Seelsorgern insbesondere in den Alten- und Pflegeeinrichtungen während des Lockdowns. Sie wünschte dem weltkirchlichen Sonntag der Solidarität mit den Leidtragenden, zu dem die Deutsche Bischofkonferenz am kommenden Wochenende aufgerufen hat, ein gutes Gelingen. Bischof Bätzing: „Deutschland will und muss solidarisch sein mit den Corona-Opfern in der Einen Welt.“ Angesichts der Ereignisse und Demonstrationen vom vergangenen Wochenende bekräftigten die Bundeskanzlerin und Bischof Bätzing die Verantwortung aller, für den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft zu sorgen.

Im Gespräch gingen die Bundeskanzlerin und Bischof Bätzing auch auf die aktuellen Fragen der Migration und die damit verbundenen Herausforderungen für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft ein. Ausdrücklich dankte Bischof Bätzing der Bundeskanzlerin für ihr humanitäres Engagement bei Problemen der Einen Welt.

Deutsche Ordensobernkonferenz veröffentlicht Mitgliederbefragung zum Thema sexueller Missbrauch - Bischof Ackermann: Selbstkritische Auswertung und vertiefte Kooperation

Bonn, 26. August 2020. Die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) hat heute (26. August 2020) eine Befragung unter ihren Mitgliedern zum Thema „Sexueller Missbrauch Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener durch Ordensangehörige sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und zur Prävention“ veröffentlicht. Dazu erklärt der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann:

„Es ist gut, dass diese Mitgliederbefragung im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz durchgeführt wurde, und dass nun das Ergebnis vorliegt. Denn wir wissen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Missbrauchstaten im Bereich der Orden verübt wurde. Anliegen der Mitgliederbefragung war es, eine differenzierte Kenntnis zu gewinnen, wie sich die Situation in den Ordensgemeinschaften darstellt, zumal diese von der MHG-Studie 2018 nicht berücksichtigt wird.

Die Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte Ungleichzeitigkeit im Umgang mit sexuellem Missbrauch. Viele Ordensgemeinschaften haben bereits umfangreiche Strukturen zur Aufarbeitung und Prävention etabliert und sich dem Thema gestellt. Es werden aber auch offen Schwachstellen benannt. Ich bin dankbar für die insgesamt selbstkritische Auswertung der Befragung und denke besonders an die Themen, die uns auch in der Bischofskonferenz beschäftigen: ein noch sensiblerer, verlässlicherer Umgang mit Betroffenen, wie insgesamt eine stärkere Betroffenenbeteiligung in den verschiedenen Prozessen; die Notwendigkeit einer Professionalisierung der Aktenführung; eine flächendeckende Benennung von Ansprechpersonen und die Erstellung von Schutzkonzepten.

Betroffene in der katholischen Kirche in Deutschland erwarten einen einheitlichen Umgang mit diesen Fragen. Deshalb begrüße ich die deutliche Willensbekundung der Orden zur weiteren Kooperation mit der Deutschen Bischofskonferenz, um in allen Bereichen der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs zu möglichst einheitlichen Regelungen zu kommen. Gerne werden wir von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz die bereits praktizierte Kooperation wo immer möglich fortsetzen, verstärken und auch die Orden unterstützen.“

Weltkirchlicher „Sonntag der Solidarität“ für die Leidtragenden der Corona-Pandemie

Bonn, 22. Juli 2020. Angesichts der dramatischen globalen Auswirkungen der Corona-Pandemie starten die Deutsche Bischofskonferenz, die (Erz-)Diözesen, die weltkirchlichen Hilfswerke und die Ordensgemeinschaften eine gemeinsame internationale Solidaritätsaktion für die Leidtragenden der Pandemie. Im Mittelpunkt steht dabei der erste Sonntag im September (6. September 2020), den die Deutsche Bischofskonferenz zum „Sonntag der Solidarität“ ausgerufen hat. An diesem Tag soll in allen Gottesdiensten eine Sonderkollekte abgehalten werden. Darüber hinaus werden Spenden zur Finanzierung internationaler Projekte eingeworben.

Ständiger Rat der Deutschen Bischofskonferenz zur Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland

In einem mehrmonatigen geistlichen Prozess hat sich eine Arbeitsgruppe der Deutschen Bischofskonferenz mit der Qualitätssicherung der Priesterausbildung in Deutschland befasst. Der Abschlussbericht wurde heute (23. Juni 2020) bei der Sitzung des Ständigen Rates von Bischof Dr. Felix Genn (Münster), Bischof Dr. Michael Gerber (Fulda) und Bischof Heinrich Timmerevers (Dresden-Meißen) vorgetragen und von den Bischöfen erörtert.

Eine ganzheitliche Ausbildung von Kandidaten für das Priestertum verlangt nach Auffassung des Ständigen Rates zunächst hinreichend große Lerngruppen und Ausbilder in Vollzeit, aber auch akademische Orte, die eine gemeinsame Ausbildung aller pastoralen Dienste gestatten.

Für die Studienphase – der das Propädeutikum vorausgeht und der Pastoralkurs folgt – sind im Einzelnen folgende Voraussetzungen erforderlich:

1. Die Ausbildung möglichst aller pastoralen Berufe (Priester sowie Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Ständige Diakone);
2. eine Theologische Fakultät;
3. eine Religionspädagogische Hochschule;
4. in der Ausbildungsleitung (sogenanntes „forum externum“): ein Regens sowie Mentorinnen und Mentoren
a) mindestens zwei vollzeitlich für die Priesterausbildung freigestellte Personen,
b) je ein vollzeitlicher Mentor für Pastoralreferentinnen und -referenten, für die Gemeindereferentinnen und -referenten sowie für die Lehrerinnen und Lehrer;
5. in der geistlichen Begleitung (sogenanntes „forum internum“): ein Spiritual sowie Begleiterinnen und Begleiter in entsprechender Anzahl der auszubildenden Personen;
6. Dozierende für die Zusatzausbildung: Pastoralpsychologie, Stimmbildung, Rhetorik u. ä.;
7. Immobilien und Infrastruktur für unterschiedliche Wohnformen (Seminar, Wohngemeinschaften oder Pfarrhaus);
8. eine hinreichende Anzahl von Pfarreien, um Praxiserfahrung zu ermöglichen; gedacht werden soll auch an andere kategoriale, pastorale und diakonische Einsatzfelder.

Der Ständige Rat hat mit großer Mehrheit diesen Kriterien zugestimmt.

Bei den Ausbildungsstandorten schlägt die Arbeitsgruppe vor:

Die Ausbildungsorte Redemptoris Mater für die neokatechumenale Ausbildung der Priesterkandidaten in Köln, das Collegium Orientale (Eichstätt) sowie das Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum (Rom) werden gesondert betrachtet und sind mit ihrem spezifischen Profil auch weiter für die Priesterausbildung vorgesehen.

Im Blick auf die genannten Voraussetzungen wird eine Gewichtung der Ausbildungsstandorte vorgenommen, die eine bestmögliche Ausbildung der künftigen Priester ermöglichen soll. Die Arbeitsgruppe schlägt vor:
1. als Standort für die bundesweite Ausbildung Spätberufener ohne akademischen Abschluss: das überdiözesane Seminar Lantershofen;
2. als Standorte für die Einführungsphase vor dem Studium (sogenanntes „Propädeutikum“): Freiburg und Bamberg;
3. als Standorte für die Ausbildung in der Phase der Studien: München, Münster und Mainz;
4. als Standorte für die Ausbildung im Pastoralkurs: Paderborn in Kooperation mit Erfurt, Rottenburg-Stuttgart und einen durch die Freisinger Bischofskonferenz für Bayern festzulegenden Standort.

Der Ständige Rat hat diese von der Arbeitsgruppe vorgelegten Vorschläge als Grundlage für weitere Diskussionen und Überlegungen entgegengenommen. Eine Entscheidung über die Standorte ist nicht gefallen. Die Arbeitsgruppe wird den weiteren Prozess der Reflexion und Entscheidung auf Ebene der Bischofskonferenz strukturieren. Der hier angestrebte Prozess der Profilierung und Konzentrierung der Priesterausbildung auf Bundesebene entbindet den einzelnen Diözesanbischof nicht von seiner Verantwortung, die Entscheidung über den konkreten Ausbildungsweg und die damit verbundene Frage nach den Standorten der Priesterausbildung seines Bistums zu treffen.

Pfingstpredigt von Bischof Dr. Georg Bätzing: Kirche muss sich hinaus wagen

Bonn / Limburg, 31.05.2020 (DBK). Die Kirche müsse sich weiter öffnen, sich aus geschlossenen Räumen und Systemen zurückziehen, und sich den Menschen zuwenden. Pfingsten sei das Fest, das dazu ermutige und den Weg weise. „Draußen vor den Kirchtürmen, mitten in der Stadt und in der Welt, ist der eigentlich spannende Ort, um von Gott zu reden und zu Erfahrungen mit Gott einzuladen“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing am Pfingstsonntag (31. Mai 2020) in Limburg. Im Hohen Dom feierte er mit 70 Gläubigen Gottesdienst.

Von drinnen nach draußen

An Pfingsten werde die Richtung der pfingstlichen Bewegung offenbar. Die Türen zeigten den Weg von drinnen nach draußen. Die Apostel verließen ihr Obergemach und stellten sich der Öffentlichkeit. Diese Botschaft gelte auch in Corona-Zeiten. Viele Wochen lang sei das Leben in Deutschland heruntergefahren gewesen. Nun wache die Gesellschaft allmählich wieder auf und es gelte eine Balance zwischen Freiheit und Sicherheit zu finden, solange die Gefahr der Pandemie nicht gebannt ist.

Nun sei auch die Zeit, in der sich viele wieder vorwagten – die fröhlich Unbesorgten genauso wie die tief Besorgten und leider auch die extrem Ausgerichteten. „Seltsame Koalitionen von völlig berechtigten Anliegen mit solchen von Esoterikern und Verschwörungstheoretikern, von rechten und linken Demonstranten wollen diesen öffentlichen Raum als erste besetzen. Mit teils kruden Thesen und Forderungen, die leider sogar in hohen kirchlichen Kreisen Widerhall gefunden haben, bleiben sie, wenn auch lautstark und hässlich aggressiv bisher eine Randerscheinung“, so Bischof Bätzing. Die Mehrheit der Bürger sei mit der zeitweisen Einschränkung der bürgerlichen Freiheit einverstanden gewesen und die Wirkung der Maßnahmen zeige Erfolg bei der Eingrenzung und Versorgung von Erkrankten.

Seelsorge weiter eingeschränkt

Der Bischof habe sich in den vergangenen Wochen oft die Frage gestellt, ob Kirche und Religion systemrelevant seien. Bei allen Lockerungen, bei aller wunderbarer Kreativität und einer erstaunlichen Breite medialer Angebote, seien die Grundvollzüge der Seelsorge weiterhin erheblich eingeschränkt. Es habe ihn gefreut, dass der Bundespräsident die Haltung der Kirchen mit ihren Angeboten öffentlich gelobt habe. Dennoch sei er sehr beunruhigt, wenn ihm Krankenhausseelsorger erzählten, von denen man annehme, sie seien in Corona-Zeiten besonders gefordert, sie würden von der säkularen Welt nicht mehr als relevant wahrgenommen werden, obwohl sie präsent sein wollten.

Diese Erfahrung, nicht relevant zu sein, sei nicht neu, sondern schon seit Jahrzehnten präsent, und könne sich nun durchaus beschleunigen. „Die Gottesfrage könnte in der Öffentlichkeit noch mehr verstummen und ins Private abgedrängt werden, die Gottesdienste könnten noch leerer werden, die Plausibilität des christlichen Welt- und Menschenbildes noch heftiger einbrechen. Ja, diese Krisenzeit verschärft die Zeitansage an die Kirche. Wir müssen uns ihr stellen, sie durchdringen und miteinander darauf antworten“, so Bätzing.

Einmütig zusammengeblieben

Gerade mit Blick auf diese Erfahrung kämen die Pfingstbotschaft und das Zeugnis von Papst Franziskus wieder neu ins Spiel. Der Heilige Vater sei derjenige, der beständig Tore öffne, sich an Ränder und Grenzen begebe, auf die Menschen zugehe und einen Aufbruch in der Kirche fordere. Die Frage sei nun, so der Bischof, auf welche Weise es gelingen könne, diesem Ruf und Beispiel des Papstes, der immer auf Christus verweise, zu folgen.

Vielleicht helfe dabei ein Blick auf die Apostel. „Wir sind geneigt, das Pfingstbild der Apostelgeschichte in dem Gegensatz von Angst und neuem Mut zu lesen. Aber die Apostelgeschichte weiß gar nichts von verschlossenen Türen, hinter denen sich die Jünger ängstlich verbarrikadiert hätten“, erklärt der Bischof. Dieses Bild der verschlossenen Türen und ängstlichen Jüngern stamme aus den Ostererzählungen nach dem Evangelisten Johannes. Die Apostelgeschichte erzähle vielmehr, wie die Jüngerinnen und Jünger der Weisung Jesus gefolgt und deshalb betend und einmütig zusammengeblieben seien. Erst dann habe sie der Geist des Herrn ergriffen und sie mit seinen sieben Gaben – der Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit – beschenkt. Mit diesen Gaben ausgestattet, hätten sich die Jüngerinnen und Jünger am Pfingsttag der Öffentlichkeit gestellt.

Geist wählt Wege, die aufrichten

Die sieben Gaben des Heiligen Geistes seien nicht nur Geschenke an die Jüngerinnen und Jünger, sondern Optionen, zu denen der Geist Jesu Christi alle Menschen befähige. „Offene Aggression und Zwietracht, drängelnde Ungeduld, selbstherrliche Ab- und Ausgrenzung, Bosheit und Verantwortungslosigkeit vertragen sich nicht damit. Wer als Christ hart, unduldsam und lieblos auftritt und damit meint, die Wahrheit des Glaubens verteidigen zu können, der ist auf dem Holzweg, auch wenn er äußerlich noch so fromm daherkommt“, sagte der Bischof.

Der Geist Christi führe zu Entscheidungen, wähle dabei jedoch stets Wege, die Menschen aufrichteten und zueinander führten. Er tröste, reinige, wärme, löse, heile und gönne Ruhe und Erfrischung. An Pfingsten sei das erste Kapitel in der langen Geschichte der Kirche aufgeschlagen worden. „Unsere Zeit und ihre Zeitansage legen nahe, dass wir ein neues Kapitel des Christseins mitschreiben. Jesus traut es uns zu. Türen auf und hinaus“, so Bischof Georg Bätzing.

Renovabis stellt Jahresbericht 2019 vor

Freising, 26. Mai 2020. Das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis legt den Jahresbericht 2019 vor: Einerseits zeigt die Bilanz des vergangenen Jahres eine solide Haushaltssituation mit sogar leicht gestiegenen Spenden- und Kollekten-Erträgen. Andererseits herrscht bei der Solidaritätsaktion in Freising die Sorge, dass die diesjährige Kollekte an Pfingsten in allen katholischen Kirchen Deutschlands wegen der Corona-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wird – und damit ein wichtiger Baustein in der Hilfe für Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa. „Corona ist für alte, arme und sozial benachteiligte Menschen im Osten Europas deshalb besonders gefährlich, weil die Gesundheits- und Sozialsysteme in den meisten Ländern nicht so krisensicher wie bei uns sind“, betont Hauptgeschäftsführer Christian Hartl.

Die Zahlen des vergangenen Jahres: Renovabis konnte gut 28,9 Millionen Euro in Projekte seiner Partner in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas investieren. Mehr als die Hälfte davon kam sozialen und Bildungsprojekten zugute, die andere Hälfte ermöglichte kirchlich-pastorale Projekte, christliche Medienarbeit sowie die Entwicklung von Laienstrukturen und katholische Verbandsarbeit.

Breites Spektrum an Förderprojekten

Das Spektrum der im Jahr 2019 geförderten 653 Projekte war erneut sehr breit gefächert: Es reichte von Existenzhilfen für Priester und Ordensleute über die Ausbildung von Diakonen und Katecheten bis zu Tageszentren für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Unterstützt wurden etwa Projekte zur verbesserten sozialen Integration von Binnenflüchtlingen aus den Kriegsgebieten der Ostukraine, aber auch Jugendsommerlager, Alten- und Pflegeheime, Ausbildungswerkstätten, Schulen und Studien-Stipendien.

Erneut mit DZI Spendensiegel ausgezeichnet

Die verfügbaren und für Projekte, Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit sowie für die Verwaltung eingesetzten Mittel stiegen auf 35,45 Mio. Euro im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht (2018: 34,6 Mio. Euro). Die Spenden und Erbschaften betrugen 2019 rund 6,5 Mio. Euro (2018: 6,1 Mio. Euro), die Kollekten beliefen sich auf 4,39 Mio. Euro (2018: 4,23 Mio. Euro). Auch im Jahr 2019 wurde Renovabis mit dem DZI Spendensiegel ausgezeichnet.

Die Bilanz der Renovabis-Stiftung zeigt gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung, nämlich ein Vermögen in Höhe von knapp 6,58 Mio. Euro zum Ende des Jahres 2019 (2018: 6,24 Mio. Euro): davon 4,73 Mio. Euro als reines Stiftungsvermögen und zusätzlich 1,84 Mio. Euro Vermögen bei den Treuhandstiftungen.

Vertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten - Verband der Diözesen Deutschlands und VG Musikedition verlängern Vertrag

Die VG Musikedition und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) haben ihren Gesamtvertrag zum Vervielfältigen von Noten und Liedtexten um weitere zehn Jahre bis zum Ende des Jahres 2029 verlängert. Der neue Gesamtvertrag ermöglicht den katholischen Kirchengemeinden in Deutschland die Herstellung und Nutzung von Kopien von Noten und Liedtexten für den Gemeindegesang im Gottesdienst und in gottesdienstähnlichen Veranstaltungen. Ebenfalls vertraglich umfasst ist die Herstellung von kleineren Liedheften (maximal acht Seiten) für einmalige Anlässe wie beispielsweise Trauungen oder Kommuniongottesdienste.

Nicht Bestandteil des Vertrages ist die Herstellung und Nutzung von Kopien für andere gemeindliche Veranstaltungen sowie die Sichtbarmachung von Noten und Liedtexten mittels Beamer oder Ähnlichem. Katholische Gemeinden haben die Möglichkeit, durch Abschluss einer zusätzlichen pauschalen Lizenzvereinbarung mit der VG Musikedition diese Rechte zu erwerben (weitere Informationen dazu sind unter: https://www.vg-musikedition.de/vervielfaeltigungen/kirchen/einzelvertrag/ verfügbar).

Christian Krauß, Geschäftsführer der VG Musikedition, erklärt zum Vertragsabschluss: „Wir freuen uns sehr, dass wir die bestehende Vereinbarung mit dem VDD erneut verlängern konnten. Durch die langfristige Vertragsverlängerung besteht für die Kirchengemeinden und Verantwortlichen vor Ort weiterhin Rechtssicherheit ohne zusätzlichen administrativen und wirtschaftlichen Aufwand; gleichzeitig erhalten Komponisten, Textdichter und Verlage eine angemessene Vergütung für die Nutzung ihrer Werke.“

Der Geschäftsführer des VDD, Pater Dr. Hans Langendörfer SJ, betont, dass es mit der pauschalvertraglichen Einigung mit der VG Musikedition gelungen sei, aufgrund der Befreiung von Melde- und Vergütungspflichten für eine erhebliche Entlastung in den Pfarreien und Gemeinden zu sorgen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass mit dem neuen Pauschalvertrag eine gute Vereinbarung sowohl für die Urheber der Musikwerke als auch für unsere Einrichtungen gefunden wurde.“

Die VG Musikedition und der VDD weisen ergänzend darauf hin, dass der Vertrag die Herstellung von Kopien für Chöre, Orchester oder sonstige Instrumentalisten nicht umfasst. Diese Rechte müssen auch weiterhin direkt bei den Rechteinhabern eingeholt werden. Ebenfalls nicht vom Vertrag umfasst, aber über die VG Musikedition lizenzierbar, sind die Herstellung von Liedheften größeren Umfangs sowie Großveranstaltungen mit mehr als 10.000 Vervielfältigungsstücken.

Pfingstaktion von Renovabis - Aufruf der deutschen Bischöfe

Am Pfingstsonntag zeigen sich die katholischen Christen in Deutschland solidarisch mit den Glaubensgeschwistern in Osteuropa. Die Spendensammlung für das Hilfswerk Renovabis wird üblicherweise durch zahlreiche Veranstaltungen begleitet. Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Pfingstaktion in diesem Jahr jedoch nicht wie geplant, beziehungsweise nur mit erheblichen Einschränkungen stattfinden. Renovabis lädt deshalb von jetzt bis zum Pfingstsonntag zu zwei „Renovabis-Solidaritätswochen“ in den Kirchengemeinden ein. Das Motto der diesjährigen Aktion lautet „Selig, die Frieden stiften – Ost und West in gemeinsamer Verantwortung“. Dabei geht es um das Einander-Halt-Geben auch über die geschlossenen Grenzen hinweg und um praktische Zeichen der Solidarität in Form von Spenden für besonders bedürftige Menschen im Osten Europas.

Zuletzt hat Renovabis die Projektpartner in der Corona-Krise mit Soforthilfen von rund einer halben Million Euro unterstützt. Seit dem Ausbruch der Pandemie verzeichnet das Hilfswerk aus vielen seiner 29 Partnerländer im Osten Europas immer mehr Hilferufe.

Ab Christi Himmelfahrt wird gemeinsam mit Partnern in der Ukraine und anderswo die Pfingstnovene gebetet. Am Pfingstsonntag (31. Mai 2020) werden die „Renovabis-Solidaritätswochen“ mit einer Eucharistiefeier mit Erzbischof Stephan Burger aus dem Freiburger Münster beschlossen.

In ihrem Aufruf zur Unterstützung der diesjährigen Aktion würdigen die deutschen Bischöfe die Friedensarbeit, die Renovabis leistet. „Auch in Europa ist Frieden keine Selbstverständlichkeit. Viele Länder im Osten des Kontinents sind 30 Jahre nach dem Ende der kommunistischen Gewaltherrschaft innerlich zerrissen, manche auch äußerlich bedroht.

Gewaltbelastete Vergangenheit und aktuelle Konflikte gefährden die Zukunft“, so die Bischöfe. Aber es gebe auch Grund zur Hoffnung. Gerade die Kirche leiste wichtige Beiträge für Verständigung und eine friedliche Entwicklung. Deshalb werden die Gläubigen aufgerufen, die Menschen in Mittel-, Südost- und Osteuropa durch Interesse, Gebet und Spenden zu unterstützen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie öffentliche Gottesdienste derzeit nur eingeschränkt stattfinden und die Kollekte am Pfingstsonntag nicht in der gewohnten Form gehalten werden kann, bitten die Bischöfe auch um Spenden direkt an das Hilfswerk Renovabis.

Das Spendenkonto lautet: Renovabis e. V., IBAN: DE94 4726 0307 0000 0094 00, BIC: GENODEM1BKC, Bank für Kirche und Caritas eG. Die Spenden können auch an die Pfarrei übermittelt werden. Dabei sollten Umschläge mit dem Hinweis „Spende Renovabis“ versehen werden.

„Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland“

Bonn, 28. April 2020 (DBK). Die Deutsche Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, haben sich gemeinsam über das weitere Vorgehen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz verständigt. Die interdisziplinäre Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie), die im September 2018 veröffentlicht wurde, hatte dazu bereits wichtige Erkenntnisse geliefert. Nun setzen die Bischöfe die beschlossene konsequente Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs innerhalb eines gemeinsamen verbindlichen Rahmens weiter fort.

Seit Mai 2019 haben Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und der Unabhängige Beauftragte sowie die von ihm eingerichtete Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ intensive Gespräche geführt. Als Ergebnis dieses Prozesses wird heute (28. April 2020) die „Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland“ veröffentlicht. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat dieser Erklärung in seiner gestrigen Sitzung (27. April 2020) zugestimmt.

Ziel der „Gemeinsamen Erklärung“ ist die umfassende, vergleichbare und abgestimmte Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den deutschen (Erz-)Diözesen. Hierzu werden Strukturen etabliert, die eine transparente und unabhängige Aufarbeitung gewährleisten sollen. Ausdrücklich wird die Einbindung von Betroffenen sowie deren Expertise verankert. Zugleich wird sichergestellt, dass sämtliche bereits vorhandenen, zahlreichen diözesanen Anstrengungen zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs fortgesetzt und bereits gewonnene Erkenntnisse in den Prozess eingebracht werden.

Die Erklärung und die darin vereinbarten Kriterien und Standards sind ohne Vorbild in Deutschland. So können die Kriterien für eine umfassende, transparente und unabhängige Aufarbeitung, die unter Einbeziehung der Betroffenen geschieht, beispielgebend für andere gesellschaftliche Akteure sein.

Der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann, erklärt: „Ich bin dankbar, dass wir diesen nächsten, sichtbaren Schritt in der Umsetzung unserer bei der Veröffentlichung der MHG-Studie zugesagten Maßnahmen gehen konnten. Das gemeinsame Dokument wird den Bistümern bei ihren Bemühungen um Aufarbeitung helfen. Ich erwarte mir von der Gemeinsamen Erklärung einen weiteren Schub für die Aufdeckung und Bekämpfung sexualisierter Gewalt im Raum der Kirche.“

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, betont: „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass es gestern zu dieser historischen Entscheidung gekommen ist, die wir über viele Monate mit wertvoller Unterstützung von Mitgliedern der Unabhängigen Aufarbeitungskommission und des Betroffenenrates erarbeitet haben. Die Bischöfe haben mit Verabschiedung der ,Gemeinsamen Erklärung‘ die unumkehrbare und verbindliche Entscheidung für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im katholischen Bereich getroffen. Dafür haben Betroffene lange gekämpft. Ich bin sehr erleichtert, weil die Aufarbeitung jetzt in allen Bistümern nach einheitlichen Standards und Kriterien stattfinden kann. Transparenz, Einheitlichkeit und Betroffenensensibilität werden jetzt verbindlich. Die Ortsbischöfe sind nun aufgerufen, zügig die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen in ihren Bistümern zu schaffen, sodass die diözesanen Aufarbeitungskommissionen schnell ihre Arbeit aufnehmen können.“

Die Erklärung wird von Bischof Ackermann und Johannes-Wilhelm Rörig demnächst unterzeichnet.

Hinweis:
Der Text der „Gemeinsamen Erklärung“ ist unter www.dbk.de verfügbar.

Hintergrund:
Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“: Anfang Dezember 2018 hat der Unabhängige Beauftragte Rörig gemeinsam mit Mitgliedern der bei seinem Amt angesiedelten Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs und des Betroffenenrates die Arbeitsgruppe „Aufarbeitung Kirchen“ eingesetzt. Die Arbeitsgruppe war an der Entwicklung der „Gemeinsamen Erklärung“ maßgeblich beteiligt.
Zu den Mitgliedern der AG „Aufarbeitung Kirchen“ gehören:

Johannes-Wilhelm Rörig, Unabhängiger Beauftragter für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM),
Dr. Christine Bergmann, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs,
Prof. Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs,
Matthias Katsch, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs,
Renate Bühn, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM,
Kerstin Claus, Mitglied im Betroffenenrat beim UBSKM,
Dr. Manuela Stötzel, Leiterin des Arbeitsstabes des UBSKM,
Susanne Fasholz-Seidel, Leiterin des Büros der Kommission.

Bischof Dr. Georg Bätzing zu den Gesprächen zur Frage religiöser Zusammenkünfte angesichts der Corona-Pandemie

Bonn, 17. April 2020 (DBK). Heute haben sich Vertreter des Bundes, der Länder (vertreten durch Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen) sowie der Religionsgemeinschaften zu einem Gespräch im Bundesministerium des Innern über die Frage der Fortgeltung der Untersagung religiöser Zusammenkünfte im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ausgetauscht. Die katholische Kirche wurde vom Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Dr. Karl Jüsten, vertreten. Zu den Ergebnissen der Zusammenkunft erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Wir sind froh, dass sich heute Vertreter von Bund und Ländern, der Kirchen und Religionsgemeinschaften in großer Einmütigkeit darauf verständigt haben, dass man im Laufe der nächsten Woche konkrete Wege für eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen religiöser Zusammenkünfte und damit auch von Gottesdiensten prüfen will.

Hierzu werden die Religionsgemeinschaften kurzfristig Vorschläge unterbreiten, die von der staatlichen Seite auf ihre Vereinbarkeit mit den Erfordernissen des Gesundheits- und Infektionsschutzes geprüft werden. Ziel soll es sein, religiöse Veranstaltungen nach Maßgabe der Anforderungen des Infektionsschutzes schrittweise möglichst bald nach dem 30. April 2020 wieder zuzulassen, wobei die Einzelheiten jeweils auf Ebene der zuständigen Länder zu erörtern sein werden.

Ich bin dankbar, dass wir auf diese partnerschaftliche Art und Weise gemeinsam mit den staatlichen Stellen Lösungen erarbeiten, die dem Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren der Corona-Pandemie genauso Rechnung tragen wie dem hohen Gut der Religionsfreiheit. Die Gläubigen werden dieses Signal als Zeichen der Hoffnung zu schätzen wissen, leiden doch viele von ihnen gerade in diesen Zeiten der Unsicherheit und der Vereinzelung sehr unter den bisher geltenden und von uns aus voller Überzeugung mitgetragenen Beschränkungen ihrer religiösen Praxis.“

Hinweis:
In seiner Erklärung vom 15. April 2020 hatte Bischof Dr. Georg Bätzing angekündigt, dass die katholische Seite in das heutige Gespräch mit einem konkreten Vorschlag gehen werde. Dieses Papier mit dem Sachstand vom 15. April 2020 ist als pdf-Datei unter www.dbk.de verfügbar und wird mit in die Vorschläge für die kommende Woche einfließen.

Bischof Dr. Georg Bätzing zu den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung

Bonn, 15.04.2020 (DBK). Anlässlich der Konferenz der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten zur Bekämpfung der Corona-Pandemie erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing:

„Die heutigen Beschlüsse der Bundesregierung und der Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie haben wir zur Kenntnis genommen. Wir sind den politisch Verantwortlichen dankbar für ihren Einsatz.

Die Ostertage haben gezeigt: Gottesdienste geben vielen Millionen Menschen Orientierung und Halt unter den schwierigen Lebensbedingungen der Krise. Mit Enttäuschung nehme ich allerdings zur Kenntnis, dass das Verbot von öffentlichen Gottesdiensten aller Religionsgemeinschaften derzeit erhalten bleiben soll. Angesichts von ersten Lockerungsmaßnahmen in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens kann ich das nicht nachvollziehen, erst recht nicht nach der sehr deutlichen Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in der vergangenen Woche zu den schwerwiegenden Eingriffen in die Religionsfreiheit. Als katholische Kirche werden wir in das für kommenden Freitag im Bundesministerium des Innern geplante Gespräch einen Lösungsvorschlag einbringen, wie wir Religionsausübung und Infektionsschutz gleichermaßen gewährleisten können. Für die katholische Kirche kann ich sagen, dass wir uns selbstverständlich an die für alle Versammlungen in geschlossenen Räumen geltenden Kriterien und Bestimmungen gebunden wissen und die Einhaltung von Abstandserfordernissen kontrollieren werden.

Wir haben das Verbot von Versammlungen zur Religionsausübung bisher hingenommen, weil wir dieses Verbot vorübergehend für angemessen hielten und damit unseren möglichen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Virus-Pandemie leisten wollten. Das Verbot öffentlicher gemeinsamer Gottesdienste greift allerdings tief in das Recht der freien Religionsausübung ein und war insbesondere während der Kar- und Ostergottesdienste für viele Gläubige nur schwer zu ertragen.“

„Zeichen kirchlicher Verbundenheit in Europa“: Bischof Bätzing telefoniert mit den Vorsitzenden mehrerer europäischer Bischofskonferenzen

Bonn, 09.04.2020 (DBK). Als „Zeichen kirchlicher Verbundenheit in Europa in der schlimmen Krise, die wir erleben“, hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, Telefongespräche bezeichnet, die er gestern (8. April 2020) und heute mit Vorsitzenden anderer Bischofskonferenzen geführt hat. Im Gespräch war er mit dem Vorsitzenden der Französischen Bischofskonferenz, Bischof Éric de Moulins-Beaufort, dem Vorsitzenden der Spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Juan Jose Omella, dem Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Kardinal Gualtiero Bassetti, sowie dem Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (ComECE), Kardinal Jean-Claude Hollerich.

„Mir war es wichtig, den Mitbrüdern zu sagen, dass die Kirche in Deutschland an die Menschen in den Ländern denkt. Gerade Italien, Spanien und Frankreich sind besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Als Christen und Europäer stehen wir in diesen dunklen Stunden Seite an Seite“, sagte Bischof Bätzing. Er habe von den anderen Vorsitzenden bewegende Schilderungen über die Lage in den Corona-Gebieten erhalten. „Das sind Situationen, die zu Herzen gehen, die aber auch zeigen, dass die Kirche mit ihren vielfältigen Diensten in der Pastoral und der Krankenpflege und der Caritas niemanden alleine lässt“, so Bischof Bätzing. Der Wert der Europäischen Union sei der Zusammenhalt zwischen den Staaten. Dazu müsse auch die Kirche beitragen. „Wir brauchen, das war übereinstimmende Meinung aller, die politische Solidarität in Europa, um die langfristigen Folgen einer solchen Krise im Sinne des europäischen Gedankens solidarisch zu bewältigen“, betonte Bischof Bätzing. „Mir war es ein Anliegen, mit den Telefonaten mein Mitgefühl und meinen Respekt vor dem auszudrücken, was in diesen Ländern durchlitten, aber auch zum Wohle anderer geleistet wird.“

Für die Menschen gebe es in allen Ländern einschneidende Behinderungen im Alltag. Als schmerzlich werde das Verbot von Gottesdiensten gesehen. „Ich habe von unseren Erfahrungen aus Deutschland berichtet und erläutert, dass wir zu diesem Verbot stehen, weil wir als Kirche so – in dieser Situation – vernünftig und verantwortungsvoll handeln“, sagte Bischof Bätzing. Bei allen vier Gesprächspartnern habe er eine tiefe Bewunderung für das Gebet von Papst Franziskus auf dem leeren Petersplatz vor zwei Wochen erfahren: „Wo im Sterben der Pandemie oft die letzte Hoffnung geraubt wird, gelingt es dem Papst, Zuversicht, zumindest aber Trost zu vermitteln. Das eint uns. Deshalb feiern wir Ostern“, so Bischof Bätzing.

Überdiözesaner katholischer Podcast in Deutschland gestartet: Himmelklar – Fürchtet euch nicht!

München, 9. April 2020. Der überdiözesane katholische Podcast “Himmelklar – Fürchtet Euch nicht!” ist am 6. April 2020 erfolgreich gestartet. Jeden Tag um 18 Uhr geben Menschen aus der katholischen Welt auf himmelkar.de, katholisch.de und domradio.de Impulse über spotify und itunes, Impulse, die das Leben in der Corona-Krise erleichtern sollen.

Den Auftakt hat am 6. April 2020 die social media Journalistin der Vatican News, Magdalena Thiele, mit einem Bericht aus dem verwaisten Rom gemacht, zu den weiteren Interviewpartnern zählen u. a. der Medienbischof Fürst, Bischof Oster, Bischof Overbeck, Erzbischof Schick, Erzbischof Koch u.a., aber auch Menschen wie du und ich. Das Podcast – Projekt aus der katholischen Welt zur Zeiten der Corona -Krise „Himmelklar -Fürchtet euch nicht!“ wird von der MDG GmbH überdiözesan koordiniert in Zusammenarbeit mit katholisch.de und DOMRADIO.DE und mit Unterstützung des Katholischen Medienhauses in Bonn und der APG mbH umgesetzt.

„Himmelklar -Fürchtet euch nicht!“ ist überdiözesan konzipiert. Konkret bedeutet dies, dass die 27 Bistümer in Deutschland das Projekt begleiten und dieses für ihre eigenen kommunikativen Zwecke nutzen können.

Gerade in dieser Zeit des sog. social distancing, in der u.a. auch Gottesdienste nur gestreamt werden können und eine direkte menschliche Nähe nicht möglich ist, sind Podcasts ein wichtiges Bindeglied, um Menschenerreichen zu können. „Himmelklar -Fürchtet euch nicht!“ will seinen Hörern helfen, besser mit den Unsicherheiten und Ängsten in der Corona -Krise umgehen zu können. Die Gesprächspartner, sprechen ganz persönlich über ihr Leben in der Krise und zeigen Wege auf, diese zu bewältigen und Halt und Hoffnung zu gewinnen.

Die Nutzung von Podcasts steigt kontinuierlich; 2019 haben Deutschlandweit 11,8 Millionen Menschen Podcasts regelmäßig gehört. (https://www.online-audio-monitor.de/) Podcasts erscheinen in der Regel als Reihe, die
abonniert werden kann. Sie sind also auf regelmäßige Nutzung angelegt. Podcasts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, seit es zahlreiche Apps ermöglichen, die Audio-Dateien gebündelt, strukturiert und kuratiert bequem über das Smartphone abzurufen.

„Gemeinsam konnten wir dieses Projekt schnell und unkompliziert ermöglichen. Wir danken katholisch.de, dem DOMRADIO.DE, dem katholischen Medienhaus und der APG mbH. So können wir unsere Diözesen dabei unterstützen, die Menschen in dieser Zeit zu erreichen“, so Ariadne Elisabeth Klingbeil, Geschäftsführerin der MDG mbH.

Zu finden auf:
https://open.spotify.com/show/4aFA1uqMbq0mqv0XK82LZc
https://www.himmelklar.de/Startseite/
https://www.facebook.com/Himmelklar-Podcast-100636074939903
https://twitter.com/himmelklar_pod
https://www.katholisch.de/startseite
https://www.domradio.de/

 

Bibelteilen gegen Corona: missio Aachen startet zu Ostern Video-Solidaritätsaktion mit Afrika und Asien

Aachen/Bamberg, 8. April 2020. Bibelteilen gegen Corona: Unter diesem Leitwort steht eine weltkirchliche Video-Solidaritätsaktion des katholischen Hilfswerks missio Aachen zu Ostern, die am kommenden Sonntag um 6 Uhr startet. Zehn missio-Projektpartner aus Tansania, den Philippinen, Nigeria, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia und Burkina Faso machen mit. Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) und missio-Präsident Pfarrer Dirk Bingener sind auch dabei.

Angesichts der weltweiten Corona-Pandemie haben sie kurze Videos aufgenommen. Sie schildern darin, vor welche Herausforderungen sie Corona gerade stellt, woraus sie ihre Kraft schöpfen oder welches Bibelwort an Ostern sie besonders anspricht. So sollen Mut machende Gedanken der Auferstehung gerade zu Corona-Zeiten lebendig werden.

Alle Videos werden am Ostersonntag um 6 Uhr auf www.missio-hilft.de/ostern live geschaltet. Auf Facebook unter www.facebook.com/missio.de stimmt Erzbischof Schick mit seiner Botschaft am Samstagabend, 17 Uhr, auf die Aktion ein. Erzbischof Schick ist Vorsitzender der Kommission Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz.

missio Aachen knüpft mit der Aktion an die Arbeit der Kleinen Christlichen Gemeinschaften in Afrika und Asien an, die das Hilfswerk unterstützt. In diesen Gemeinschaften teilen die Christinnen und Christen die Sorgen des Alltags, lesen die Bibel mit Blick darauf, was ihnen das Wort Gottes genau in dieser Lebenssituation, in der sie sich befinden, sagen möchte. missio Aachen möchte damit zu Ostern ein Band der Solidarität zwischen den Menschen in Deutschland, Afrika und Asien knüpfen.

Mehr Infos unter: www.missio-hilft.de/ostern

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Deutschland mit seinen Zweigen in Aachen und München gehört zu rund 100 Päpstlichen Missionswerken weltweit. missio Aachen ist eines der großen deutschen Hilfswerke und fördert die katholische Kirche in Afrika, Asien und Ozeanien. 2018 stellt missio Aachen rund 46,5 Millionen Euro für die Projektfinanzierung zur Verfügung. Davon wurden 1.192 Projekte seiner Partner in Afrika, Asien, dem Maghreb und Nahen Osten sowie Ozeanien finanziert. Diese Förderung stärkt die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen. Mit ihrer Arbeit erreicht die Kirche dort nicht allein Christen, sondern trägt zur Verbesserung der Lebensumstände der gesamten Gesellschaft bei. In vielen Ländern Afrikas, Asiens und Ozeaniens ist die Kirche oft die einzige Institution, die alle Menschen erreicht, da staatliche Strukturen schwach sind.

Triage: Medizinische Allokationsprobleme angesichts der Covid-19-Pandemie in ethischer Beurteilung

Bonn, 08.04.2020 (DBK) Angesichts der öffentlichen Debatte um mögliche medizinethische Entscheidungskonflikte, wenn infolge der Covid-19-Pandemie die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten nicht mehr für alle Patienten ausreichen, hat das Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz eine Argumentationsskizze erarbeitet, die den Leserinnen und Lesern helfen kann, die Problematik, auch in ihrer ethischen Gewichtung und Orientierung, zu vertiefen.

1. Die Covid-19-Pandemie führt zu Situationen und Problemstellungen, die die gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen offensichtlich schnell an den Rand ihrer Möglichkeiten der Daseinsvorsorge bringen. Eines der zentralen Probleme ist dabei die erhebliche Überlastung der Gesundheitssysteme angesichts der mit der Pandemie einhergehenden Notwendigkeit intensivmedizinischer Versorgung. Die Situation in Ländern wie Italien und Spanien führt drastisch vor Augen, wie sich diese Dynamik innerhalb von Tagen zuspitzt, wenn es nicht gelingt, die Ausbreitungsgeschwindigkeit durch Kontaktreduktion so zu verlangsamen, dass der Aufbau zusätzlicher intensivmedizinischer Kapazitäten einigermaßen Schritt halten kann. Es kommt dann unweigerlich, auch bei den an sich sehr guten intensivmedizinischen Grundbedingungen in Deutschland, zu einer eklatanten Knappheit der Ressourcen für die Behandlung schwerer Verläufe von Covid-19. Mehrere namhafte medizinische Gesellschaften haben aus gegebenem Anlass gemeinsame Handlungsempfehlungen für den Fall herausgegeben, dass auch in deutschen Kliniken aufgrund der Covid-19-Pandemie mehr Patienten eine intensivmedizinische Beatmung benötigen als Beatmungsgeräte zur Verfügung stehen.(1) Auch der Deutsche Ethikrat hat sich mittlerweile zu dieser Thematik geäußert.(2)

2. Im Fall dieses erdrückenden Ungleichgewichts von Behandlungsbedarfen und Behandlungsressourcen ist die ärztliche Heilkunst gezwungen, in Analogie zum Notfall-Instrumentarium der „Triage“ (frz. „Sichtung, Sortierung, Auswahl“) zu handeln. Dieses Prinzip hat seinen Ursprung und seinen üblichen Einsatzbereich in der Kriegs- und Katastrophenmedizin. In Abwandlung wird die Triage auch im Bereich der klinischen Notaufnahme angewandt, um mit temporären Überlastungssituationen umzugehen. Es handelt sich dabei um, je nach Anwendungsbereich und örtlichen Gegebenheiten verschieden gestaltete, Einteilungsschemata und -methodiken, die dazu dienen, angesichts nicht ausreichender medizinischer Möglichkeiten die Überzahl an behandlungsbedürftigen Patienten nach einer ersten Sichtung in Dringlichkeitskategorien einzuteilen und dadurch so viele Leben zu retten wie möglich. In der Regel sind dabei Schemata mit drei bis fünf Einteilungsgruppen im Einsatz.

3. Bei der Übertragung dieses Instrumentariums auf die aktuelle Pandemie-Situation ergeben sich allerdings auf medizinischer Ebene eine Reihe von Problematiken, die mit den Spezifika von Covid-19 zu tun haben. Anders als bei den Verletzungen infolge eines Großschadensereignisses oder bei der Bedarfseinschätzung in einer Notaufnahme kann hier nicht auf evaluierte Einteilungskriterien zurückgegriffen werden. Es gibt bisher nur sehr wenige Erfahrungen mit den Symptomen, Krankheitsbildern und typischen Verläufen dieser neuartigen Krankheit. Die Progression der Verläufe ist sehr hoch. So hat man in Italien bei letalen Verläufen eine durchschnittliche Dauer von acht Tagen zwischen den ersten Symptomen und dem Eintritt des Todes konstatiert. Daraus ergibt sich ein zeitlich denkbar knapper Beurteilungsspielraum. Verschärfend kommt hinzu, dass es beim Eintreten erster Symptome noch nicht möglich ist, einen schweren oder leichten Verlauf zu prognostizieren. Gleichzeitig gibt es, da es sich um große Zahlen von Patienten mit derselben Krankheit handelt, auch kaum Behandlungsalternativen. Schwere Verläufe erfordern durchgehend die nahezu gleiche intensivmedizinische Behandlung, die dann zu den intensivmedizinischen Bedarfsfällen des Regelbetriebs noch hinzukommen. Das alles verschärft das eklatante Ungleichgewicht von Behandlungsbedarf und Behandlungsressourcen. Es gibt dann faktisch deutlich zu wenige Beatmungsgeräte, um alle beatmungsbedürftigen Patienten adäquat zu behandeln. Die Triage steht damit vor der alternativlosen Entscheidung über Leben und Tod.

4. In medizinethischer Beurteilung bedeutet die Triage zunächst ein akut situationsbedingtes Aussetzen des Grundsatzes der Gleichbehandlung aller Patienten: In Konsequenz der Triage wird den einen Patienten eine Behandlung zuteil, die den anderen vorenthalten bleibt, weil sie faktisch nicht erbracht werden kann. Für die behandelnden Ärzte gilt hier der Grundsatz, dass niemand zu Unmöglichem verpflichtet sein kann, wie auch der Deutsche Ethikrat festgestellt hat. Wirft man einen Blick auf die allgemein anerkannten Prinzipien der medizinethischen Praxis: Respekt vor Selbstbestimmung (autonomia), Nicht-Schaden (primum nil nocere), Gutes tun (bonum facere) und Gerechtigkeit (iustitia), dann zeigt sich, dass von der Triage alle vier Prinzipien beeinträchtigt werden. Es handelt sich also bei der Triage um einen erheblichen Eingriff in die medizinischen Standards, der deshalb in höchstem Maß begründungspflichtig ist. Dabei gilt, dass die genannten Prinzipien ihre Gültigkeit auch in der Krisensituation nicht einfach verlieren, sondern soweit wie möglich realisiert werden müssen. Das bedeutet konkret: Auch in der Krisensituation darf niemand mit „sanftem Druck“ zum „freiwilligen“ Behandlungsverzicht bewogen werden. Der Schaden, der entsteht, indem Patienten die optimale Behandlung nicht zuteilwerden kann, ist nach Möglichkeit durch eine Ersatzbehandlung zu begrenzen (also etwa Palliativversorgung anstelle von intensivmedizinischer Behandlung). Das Gute, das trotz begrenzter Hilfemöglichkeiten erreicht werden kann, soll gerade durch die Triage noch ermöglicht werden. Die Gerechtigkeit, die nicht mehr im Sinn der gleichen Heilbehandlung für alle erreicht werden kann, ist zumindest auf der Ebene der strikten Einhaltung gleicher Zuteilungskriterien für alle Patienten zu wahren.

5. Die Triage ist der Versuch, in einer akuten Notsituation die unzureichenden Hilfsmöglichkeiten unter der Prämisse, so viele Leben wie möglich zu retten, nach rationalen Kriterien zuzuteilen. Die Triage muss daher ethisch unter dem Aspekt der Ultima Ratio betrachtet werden. Es handelt sich nach Ausschluss aller anderen Alternativen um ein letztes Mittel, so rational wie möglich vorzugehen, um so viel Humanität und Leben zu bewahren, wie es die Situation zulässt. Das schließt die Verpflichtung ein, die Ultima-Ratio-Situation durch Sicherstellung der medizinischen Versorgung auch im Hinblick auf Not- und Katastrophenfälle so gut wie möglich zu vermeiden.

6. Entscheidende Bedeutung kommt bei dieser Anwendung der Triage zwei miteinander zusammenhängenden Aspekten zu: Den Verteilungskriterien für die medizinische Behandlung und der diesen zugrundeliegenden Begründungslogik des gesamten Verfahrens.

Hinsichtlich der Kriterien ist zunächst klar, dass alle Kriterien, die außerhalb der streng medizinischen Beurteilung der jeweiligen Fallkonstellationen liegen, von vorneherein ausscheiden müssen. Es darf also keinesfalls nach Lebensalter, Geschlecht, körperlicher oder geistiger Behinderung, Stand, ökonomischer Potenz, Bekanntheitsgrad oder sonstigen Kriterien entschieden werden. Schwieriger wird es bei dem Aspekt, der in aktuellen Diskursen mit dem Begriff der „Systemrelevanz“ bezeichnet wird. Bei strenger Anwendung medizinethischer Kriterien dürfen demnach z. B. auch Angehörige des Gesundheitssystems selbst nicht allein aufgrund dieser Eigenschaft vorgezogen werden. Auch sie unterliegen der ausschließlich medizinischen Beurteilung. Anderenfalls ist einer utilitaristischen Beurteilung unter dem Aspekt des zu erwartenden gesellschaftlichen Nutzens Tür und Tor geöffnet. Das aber verbietet sich angesichts des Grundsatzes, dass jedes Leben gleich wertvoll ist und Menschenleben nicht gegeneinander abgewogen werden dürfen.

Die medizinischen Kriterien selbst lassen sich in die beiden Kategorien Behandlungsbedürftigkeit (Dringlichkeit) und Prognose (therapeutische Erfolgsaussichten) einteilen. Hier ist eine Abwägung erforderlich. Während in einer Situation ausreichender Ressourcen der Blick besonders auf den Aspekt der Bedürftigkeit fällt, verlagert sich bei der Triage der Fokus stärker in Richtung Prognose. Allerdings ist hier aus ethischer Perspektive Vorsicht geboten. Die klassische Maßgabe für die Triage, so viele Leben wie möglich zu retten, kann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur utilitaristischen Maxime vom „größten Glück der größten Zahl“ (J. Bentham) dazu verleiten, einzig auf den Aspekt der Prognose zu schauen. Das aber würde unweigerlich bedeuten, junge, nicht vorerkrankte Patienten mit leichterem Verlauf gegenüber älteren vorerkrankten Patienten bei der Intensivbehandlung vorzuziehen, weil erstere ja die deutlich bessere Prognose haben. Zudem käme dann in einem utilitaristischen Kalkül schnell der Aspekt des größeren erwartbaren künftigen Beitrags zum gesellschaftlichen Gesamtnutzen. Dass sie auch ohne Intensivbehandlung eine immer noch gute Prognose haben, fiele dann weniger oder gar nicht ins Gewicht. Eine Triage nach solchen Kriterien aber muss in ethischer Perspektive klar verworfen werden. Sie widerspräche dem ärztlichen Ethos von Grund auf. Dies hat auch der Deutsche Ethikrat in seiner Stellungnahme klar herausgestellt. Dennoch hat etwa die Italienische Gesellschaft für Anästhesie, Analgesie, Reanimations- und Intensivmedizin (SIAARTI) kürzlich eine Empfehlung herausgegeben, die einzig auf die beiden Prognose-Aspekte Überlebenswahrscheinlichkeit und erwartbare Jahre geretteten Lebens abstellt. Notwendig ist hingegen eine auf die Person des Patienten bezogene individuelle Entscheidung in Kombination von Bedürftigkeit und Prognose, wobei die unvermeidbare Härte darin besteht, dass eine zu schlechte Prognose auch bei erheblicher Bedürftigkeit von der Behandlung ausschließt.

Deutlich anschlussfähiger als ein rein utilitaristisches Nutzen-Kalkül erweist sich hier eine gerechtigkeitstheoretische Begründungslogik. Diese geht davon aus, dass die Kriterien in einer Weise aufgestellt werden müssen, die unabhängig von eigener Betroffenheit vernünftigerweise für alle zustimmungsfähig sind. Eine durchaus vergleichbare und daher in gewisser Analogie anwendbare Kriteriologie gibt es in unserem Gesundheitssystem bereits bei der Vergabe von Spenderorganen. Auch hier ist es eine Kombination aus Bedürftigkeit und Prognose, die für die Entscheidung herangezogen wird, wenngleich hier der Aspekt der Bedürftigkeit bzw. Dringlichkeit stärker gewertet wird, als es in den anstehenden Triage-Situationen möglich sein dürfte. Daran müsste man sich orientieren, um etwa eine altersdiskriminierende bloße Orientierung am Lebensalter der Patienten zu vermeiden.

7. Von der Frage der Zuteilung intensivmedizinischer Versorgung zu unterscheiden ist die Frage des Abbruchs der Maßnahmen. Hier gilt festzuhalten, dass einerseits bei länger andauernden Behandlungen anhand einschlägiger medizinischer Parameter zu überprüfen ist, ob das ursprüngliche Behandlungsziel weiterhin erreichbar erscheint oder ob dieses aufgrund einer Verschlechterung der Gesamtsituation verändert und damit die aktuelle Behandlung abgebrochen werden muss. Andererseits ist es aber abzulehnen, eine aussichtsreiche Behandlung abzubrechen, etwa weil ein weiterer Patient mit noch besserer Prognose hinzugekommen ist.

Eine Rolle im aktuellen Zusammenhang spielen auch die Patientenwünsche, die etwa im Rahmen einer Patientenverfügung dokumentiert werden. Ist der Behandlungsverzicht im Hinblick auf intensivmedizinische Behandlung aus freier Entscheidung gewünscht, ist dieser Willensbekundung Folge zu leisten. Zu beachten ist dabei, ob der Verzicht kategorisch oder in Abhängigkeit von der Prognose besteht.

8. Die Behandlungsteams der Kliniken sind durch die gegenwärtigen Herausforderungen hohen physischen und psychischen Belastungen ausgesetzt. Die dilemmatischen Entscheidungssituationen, in die sie dabei geraten können, verschärfen diese Situation zusätzlich. Auch sie bedürfen daher des Schutzes und der Begleitung. Unterstützende Angebote bestehen durch klinische Ethikkomitees vor Ort. Krankenhausseelsorgerinnen und -seelsorger stehen stets nicht nur für die Patientinnen und Patienten und deren Angehörige, sondern auch für Ärzte und Pflegekräfte als Ansprechpersonen zur Verfügung. Insbesondere durch den Dienst der Krankenhausseelsorge will die Kirche dort sein, wo Not ist und den Menschen in diesen schwierigen Zeiten Nähe, mitmenschliche Solidarität und spirituellen Rückhalt anbieten.

9. Fazit: Die Triage im Fall einer unüberbrückbaren Kluft von medizinischen Ressourcen und Behandlungsbedarf in Folge einer pandemischen Überlastung des Gesundheitssystems ist im Sinn einer Ultima Ratio zulässig, gerechtfertigt und sogar geboten. Allerdings gelten dafür strenge Rahmensetzungen. So sind bereits im Vorfeld alle alternativen Möglichkeiten auszuschöpfen. Dies gilt insbesondere für die staatlich verantwortete Vorsorge, die darauf ausgerichtet sein muss, die einzelne behandelnde Ärztin und den einzelnen behandelnden Arzt möglichst niemals in die Situation zu bringen, im Rahmen einer Triage über Leben und Tod der Patienten entscheiden zu müssen. Ist die Triage unvermeidbar, ist es aus ethischer Sicht von höchster Bedeutung, sie in streng limitiertem Rahmen nach den etablierten Regeln der ärztlichen Heilkunst, den Grundsätzen der Medizinethik und des ärztlichen Berufsethos durchzuführen. Als Entscheidungskriterien kommen ausschließlich medizinische Aspekte in Betracht, insbesondere aber die Behandlungsbedürftigkeit und die Prognose, die sorgfältig individuell abgewogen werden müssen. Unethisch und abzulehnen sind äußere Kriterien wie etwa das Lebensalter oder das Geschlecht, insbesondere soziale Kriterien wie Stellung, Bekanntheitsgrad, ökonomische Aspekte oder auch „Systemrelevanz“. Unerlässlich ist es auch, alle Patienten, die zum Zeitpunkt der Überlastung eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, in die Triage einzubeziehen und diese nicht nur auf die Personen mit Covid-19 zu begrenzen. Zuletzt handelt es sich bei der Entscheidung um ein unausweichliches Urteil des behandelnden Arztes (das auch nicht einem Algorithmus überlassen werden darf). Dem besonderen Verdienst des medizinischen Personals, das hier in schwieriger Situation nach bestem Wissen und Gewissen handelt, gebührt allgemeine Anerkennung. Außerdem bedarf es der psychosozialen und seelsorgerlichen Begleitung. Nach Bewältigung einer solchen Situation ist stets nicht nur kritisch zu evaluieren, ob die Prinzipien richtig angewandt wurden, sondern auch, auf welche Weise ein erneutes Eintreten dieser Ultima-Ratio-Situation zukünftig möglichst verhindert werden kann.

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(1) „Entscheidungen über die Zuteilung von Ressourcen in der Notfall- und der Intensivmedizin im Kontext der COVID-19-Pandemie. Klinisch-ethische Empfehlungen“ der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), der Deutschen Gesellschaft für Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA), der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM). Von den Fachgesellschaften verabschiedete Fassung vom 25. März 2020.
(2) „Solidarität und Verantwortung in der Corona-Krise“ Ad-hoc-Empfehlung des Deutschen Ethikrats vom 27. März 2020.

Ökumenisches „Wort zum Sonntag“ in der Osternacht: Bischof Bätzing und Landesbischof Bedford-Strohm sprechen im Ersten (ARD)

Bonn, 07.04.2020 (DBK). Aufgrund der besonderen Situation durch die Corona-Pandemie sprechen zum ersten Mal der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, gemeinsam das „Wort zum Sonntag“. Eine solche ökumenische Kooperation gab es in der bald 70-jährigen Geschichte des Wortes zum Sonntag bisher noch nicht. Sendetermin ist der kommende Samstag (Osternacht), 11. April 2020, um 23.50 Uhr im Ersten (ARD).

Das „Wort zum Sonntag“ ist nach der „Tagesschau“ das zweitälteste Format im deutschen Fernsehen. Die erste Folge wurde am 8. Mai 1954 ausgestrahlt.

Das „Wort zum Sonntag“ kann man bereits samstags ab 18.00 Uhr nachlesen und anschauen unter www.daserste.de/wort sowie in der ARD-Mediathek.

Adveniat stellt 100.000 Euro als Soforthilfe zur Bekämpfung der Corona-Krise in Lateinamerika bereit

Essen, 30. März 2020. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat stellt in einem ersten Schritt 100.000 Euro als Soforthilfe zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Lateinamerika bereit. „Das Virus breitet sich inzwischen auch von Mexiko bis Feuerland rasant aus“, berichtet Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz. „Die Corona-Krise wird in den Armenvierteln, wo die Menschen dicht auf dicht unter hygienisch katastrophalen Bedingungen leben, verheerende Auswirkungen haben.“ Da die Pandemie in Lateinamerika später als in Europa ausgebrochen ist und zudem viel weniger Corona-Tests durchgeführt werden, sind die Ansteckungszahlen aktuell noch geringer als in Europa oder Asien. Adveniat-Chef Pater Heinz zufolge wird sich das aber bereits in kurzer Zeit ändern. Verschärft wird die Lage dadurch, dass dort nicht nur die ältere Generation und Menschen mit Vorerkrankungen zur Risikogruppe gehören. „In Venezuela, Guatemala und anderen armen Ländern sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterernährt. Sie haben einem Ausbruch der Lungenkrankheit nichts entgegenzusetzen. Die öffentlichen Gesundheitssysteme sind zudem in vielen Ländern marode und eine ausreichende Versorgung steht meist nur denen zur Verfügung, die es sich leisten können. Dort, wo noch auf offenem Feuer gekocht wird, sind außerdem die Lungen insbesondere von Kindern und Frauen schwer vorbelastet.“ Aus diesen Gründen befürchtet der Adveniat-Hauptgeschäftsführer eine viel höhere Fallsterblichkeit als etwa in Deutschland. „Existenzbedrohend könnte der Erreger auch für die indigenen Völker etwa im Amazonasgebiet werden. Denn ihr Immunsystem hat der Krankheit nichts entgegenzusetzen“, so Pater Heinz.

Dank der Adveniat-Hilfe versorgen zum Beispiel in Rio de Janeiro die Franziskaner und das Erzbistum Obdachlose, Favela-Bewohner, Flüchtlinge aus Venezuela und Gefangene mit Lebensmitteln und Trinkwasser, Seife, Waschlappen und Handtüchern sowie Damenbinden und weiteren Hygieneartikeln. „Als kirchliches Hilfswerk können wir die gut ausgebauten Strukturen der Kirche nutzen, um die Menschen zu erreichen, denen selbst das Notwendigste wie Seife und Trinkwasser fehlt, um sich vor der Pandemie zu schützen“, erläutert Adveniat-Chef Pater Heinz. Eben diese kirchlichen Strukturen ermöglichen es Adveniat sogar in Venezuela zu helfen, wo die Pandemie auf eine sich seit Jahren verschärfende humanitäre Krise trifft. Zusätzliche 40.000 Euro werden allein für den Kauf von Lebensmitteln während der Corona-Krise bereitgestellt. Adveniat hat sich im vergangenen Haushaltsjahr mit 1,8 Millionen Euro in Venezuela engagiert.

Für die Menschen auf dem Land oder in abgelegenen Vierteln haben auch die Maßnahmen zum Schutz vor der Verbreitung des Virus existentielle Folgen. Wo beispielsweise der öffentliche Nahverkehr eingestellt wurde, kommen die Menschen nicht mehr zur Arbeit. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ist im informellen Sektor tätig und lebt mit den Familien unmittelbar von den gerade gewonnenen Einnahmen. „Eine Hungersnot infolge der der Corona-Krise ist zu befürchten“, ist Adveniat-Chef Pater Heinz überzeugt. „Gerade für die Armen auf dem Land stellt sich angesichts der Corona-Pandemie nicht die Frage: ‚Wie lang ist die Schlange vor dem Supermarkt?‘, sondern: ‚Wie überleben wir den nächsten Tag?‘. Die Menschen in Lateinamerika sind in den kommenden Wochen und Monaten dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Wir beim Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat bilden mit unseren Partnerinnen und Partnern vor Ort die Brücke der Solidarität mit den Armen in Lateinamerika.“

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von Hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.000 Projekte gefördert werden, die mit mehr als 36 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Weiter Informationen zur Corona-Pandemie sowie Berichte aus den Ländern Lateinamerikas finden Sie hier.

Spendenkonto:
Bischöfliche Aktion Adveniat, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45, BIC: GENODEM1BBE, Spendenzweck: Corona-Hilfe

DBK: Einigung mit GEMA und VG Musikedition für die Übertragung von Gottesdiensten oder anderen liturgischen Feiern über das Internet

Bonn, 19.03.2020 (DBK) – Aufgrund der neuen Entwicklungen im Zusammenhang mit der aktuellen Herausforderung zum Coronavirus (SARS-CoV-2) besteht vielerorts das Bedürfnis nach Übertragungen von Gottesdiensten oder anderen liturgischen Feiern über das Internet. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) hat in den vergangenen Tagen das Gespräch mit den zuständigen Verwertungsgesellschaften GEMA und VG Musikedition gesucht, um die rechtlichen Fragen bezüglich der bestehenden Gesamtverträge zu klären. Es ist gelungen, mit den Verwertungsgesellschaften eine Einigung für eine solche Übertragung zu erreichen, ohne dass es für eine Vielzahl der unterschiedlichen Übertragungswege über das Internet einer Genehmigung bedarf.

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