Rund 50 Kilometer trennen sie, ihre Motivation ist die gleiche: Werner Thamm und Frank Neidert kümmern sich mit vielen anderen um die Fahrrad- und Lichterkirchen in Meschede-Wehrstapel und Fröndenberg-Westick. Verbunden sind diese nicht nur durch den Ruhrtalradweg, sondern durch die Mission, Menschen den nötigen Raum für ihr Bedürfnis nach Spiritualität zu geben.
Und auch das verbindet die beiden Ehrenamtlichen im Ruhrtal: Beide möchten nach vielen schönen und bereichernden Erfahrungen nun selbst etwas zurück- und gleichzeitig weitergeben, vielleicht sogar andere anstecken mit ihrem Lebensweg. Er führte beide vom Messdiener-Sein über Jugendfahrten und den Pfarrgemeinderat beziehungsweise Kirchenvorstand bis ins Jetzt. Sind zwischen ihnen auch 20 Jahre Lebensalter, so leben beide ihren Glauben als festen und sinnstiftenden Teil des Alltags. „Er gibt uns Halt“, sagen sie beide.
Bänke und Toiletten, Spielecke und Ladestation
Werner Thamm leitet die Wortgottesfeiern und gestaltet sie über das Mediaki-System der Lichter- und Klangkirche moderner. Draußen vorm Gotteshaus sind nun auch erste Bänke aufgestellt, drinnen gibt es Gebetszettel für Radler und weitere Angebote sollen folgen. Sowieso hat die Kirche schon eine eigene Spielecke für kleine Kinder. „Wir haben überlegt, ob man noch einen Getränkeautomaten irgendwo hinstellen kann. Aber das sind noch Zukunftsideen. Auch wegen der Toilette und einer Flick- und Tankstation sind wir noch nicht ganz entschlossen, unter anderem wegen möglichem Vandalismus.“
Sind die Wehrstapeler noch am Anfang, was die erweiterte Ausrüstung einer speziellen Radkirche angeht, haben die Fröndenberger über die Jahre ihr Konzept immer mehr verfeinert und schon viele gute Erfahrungen gesammelt. Zum Beispiel damit, dass die Toilette ruhig geöffnet sein darf und dass weder die Ladestationen für E-Bikes noch die Pump- und Flicksäule nennenswert beschädigt wurden. Allerdings haben sogar schon mal Radler spontan auf der Wiese vor der Kirche, mitten an der Straße und im Wohngebiet, gezeltet. „Das fanden wir außergewöhnlich und toll! Jeder hat nach ihnen geschaut!“, sagt Frank Neidert. Er engagiert sich seit ein paar Jahren für die offene Fahrradkirche und ihre Nutzung.

