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Um den Johannländer Dom gibt es einen guten Katholizismus und eine gute Ökumene

Erzbistumskalender 2022: St. Martin im siegerländischen Netphen feiert 2022 das 125-jährige Jubiläum der Konsekration
© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Unser Glaube
16. April 2022
Herne

Um den Johannländer Dom gibt es einen guten Katholizismus und eine gute Ökumene

Erzbistumskalender 2022: St. Martin im siegerländischen Netphen feiert 2022 das 125-jährige Jubiläum der Konsekration

cuius regio, eius religio

Im protestantischen Siegerland bilden die Stadt Netphen und ihr Umland – das Johannland – eine katholische Enklave. Den Namen hat der Landstrich von Johann VII., Graf von Nassau-Siegen. Das Katholische allerdings rührt von dessen Sohn Johann VIII. her. Der calvinistisch erzogene Adelsspross war während seiner Kavalierstour im Jahr 1603 durch Frankreich und Italien vom Katholizismus so angetan, dass er 1608 heimlich konvertierte und dies Weihnachten 1612 öffentlich bekannt gab. Das war mehr als nur ein Wechsel des Bekenntnisses, es war ein Politikum. Weil damals das Gesetz cuius regio, eius religio galt (zu Deutsch: Wes der Fürst, des der Glaub), hatten auch die Untertanen Johanns die Konfession zu wechseln. Und es gab Widerstand. Seinen Erbteil erstritt sich Johann VIII. im Jahr 1623 mit militärischen Mitteln.

Johannländer Dom

„Zum Glück ist Religion heute eine friedliche und eine freiwillige Angelegenheit“, sagt Werner Wegener, seit 25 Jahren Pfarrer in Netphen. „Aber der Bekenntniswechsel von Johann VIII. wirkt bis heute fort und ist der Grund dafür, dass wir hier in der Gegend bis heute einen guten Katholizismus haben.“ Früher entfielen auf die Kleinstadt fünf eigenständige Pfarreien, die heute im Pastoralverbund Netpherland zusammengefasst sind. Zentralkirche ist St. Martin in Netphen, die mit ihrer stattlichen Erscheinung und ihrer doppeltürmigen Fassade den Beinamen Johannländer Dom trägt.

Eine gute Ökumene

Neben einem guten Katholizismus gibt es im Johannland eine gute Ökumene. So nutzten beide Konfessionen die alte Martinskirche über sehr lange Zeit als Simultankirche. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Plan gefasst, dass jede Konfession ein eigenes Kirchengebäude bekommen sollte. Weil die Katholikinnen und Katholiken in der Mehrzahl und dem kleinen Kirchengebäude entwachsen waren, traten sie die alte Martinskirche an die evangelische Gemeinde ab und ließen in der Altstadt von Netphen ihre eigene Kirche bauen. Auch deren Patron ist der heilige Martin.

Das Feierliche der Kirche strahlt auf die Gemeinde aus

Baubeginn für St. Martin war 1893. Errichtet wurde die Kirche im damals bevorzugten neugotischen Stil. Wie beim Vorbild, der mittelalterlichen Gotik, zieht es auch bei den Gebäuden der Neuauflage den Blick nach oben, in den Himmel. „St. Martin ist ein schöner Ort, um den Gottesdienst zu feiern“, erklärt Pfarrer Wegener. „Das Feierliche der Kirche strahlt auf die Gemeinde aus und natürlich auch auf den Priester, der den Gottesdienst feiert.“

125-jähriges Jubiläum

Bereits zwei Jahre nach Baubeginn war die Kirche fertiggestellt, die Weihe erfolgte am Martinstag des Jahres 1895 durch den Ortspfarrer. Die Konsekration nahm ein Weihbischof mit dem herrlichen Namen Augustinus Gockel allerdings erst am 22. September 1897 vor. Warum dies erst zwei Jahre später geschah? Darüber schweigt sich die Kirchenchronik aus. Für die Pfarrgemeinde St. Martin und für den Pastoralverbund Netpherland ist die verspätete Konsekration jedoch ein Glücksfall. Die 125-jährige Wiederkehr der Weihe sollte 2020 gefeiert werden. Im Vorfeld des Ereignisses erhielt die Kirche sogar eine Innenraumrenovierung. Die geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum der Weihe mussten aber aufgrund von Corona ausfallen. Im September 2022 besteht nun die Chance, das 125-jährige Jubiläum der Konsekration zu feiern – hoffentlich klappt es diesmal mit dem großen Freudenfest!

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn

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