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Erzbistum Paderborn
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Paderborner Komturei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem feiert 70. Geburtstag

Seit 1952 treffen sich Damen und Ritter des päpstlichen Ordens in Paderborn.
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Kirchliche Nachrichten aus Paderborn und Deutschland
08. Dezember 2022
Paderborn

Paderborner Komturei des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem feiert 70. Geburtstag

Seit 1952 treffen sich Damen und Ritter des päpstlichen Ordens in Paderborn.

Am 3. Adventsonntag 2022 erinnern sich die Paderborner Mitglieder des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem an den Geburtstag ihrer Komturei Sankt Meinwerk in Paderborn vor 70 Jahren.

Der damalige Paderborner Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger wurde erster Großprior der deutschen Abteilung des Ritterordens (Statthalterei).

Er ergriff die Initiative zur Wiederbelebung des Ritterordens nach dem Krieg – zu Zeiten, als bundesweit nur ca. 100 Damen und Ritter dem Orden angehörten.

Es waren die Aufbaujahre nach dem Krieg, auch für den Ritterorden, der dann schnell wuchs.

1952 hielt Erzbischof Jäger in Düsseldorf eine Rede, in der er den Wiederaufbau des Ritterordens in Deutschland ankündigte und seine Erwartungen an die Mitglieder des Ordens formulierte.

„Die alten Formen müssen mit neuem Geist erfüllt werden. Nicht äußere Kleidung und Dekoration sind die Hauptsache, sondern das Apostolat der Tat und der Hingabe“. Und das verlangte er von den Mitgliedern des Ordens: Selbstlosen Einsatz für die Forderungen des Evangeliums, für die Wahrheit und die Kirche, und für die Christen im Heiligen Land.

Heute besteht die Paderborner Komturei Sankt Meinwerk aus 46 Mitgliedern, davon 6 Geistlichen, 11 Damen und 35 Herren.

Bundesweit hat der Orden etwa 1.500, weltweit 26.000 Mitglieder.

Der Orden ist weltweit vertreten in 56 verschiedenen Statthaltereien. (im Wesentlichen länderbezogen).

Gegründet wurde der Orden 1868 von Papst. Pius IX, der wenige Jahre zuvor das lateinische Patriarchat in Jerusalem (Erzbistum) wieder begründet hatte.

Der päpstliche Ritterorden sollte dafür sorgen, dass die Christen im Heiligen Land in der westlichen Christenheit nicht in Vergessenheit geraten. Aufgabe des Ritterordens ist seitdem, von der Situation und der Not der Christen im Nahen Osten zu berichten, Kontakt zu den Christen im Heiligen Land zu halten, die Gebetsgemeinschaft mit den Christen im Heiligen Land zu pflegen und das lateinische Patriarchat von Jerusalem und seine Einrichtungen finanziell zu unterstützen.

Dazu gehören beispielsweise finanzielle Zuwendungen für die 42 Schulen des lateinischen Patriarchats in Israel, in Palästina und in Jordanien. Dazu gehören auch finanzielle Zuwendungen für die Katholische Universität in Bethlehem.

„Das ist nicht nur eine Unterstützung der Christen im Heiligen Land, sondern gleichzeitig auch ein Beitrag zu aktiver Friedensarbeit im Nahen Osten“, erklärte der leitende Komtur Dr. Bernhard König in Paderborn.

An den christlichen Schulen würden Kinder aus christlichen und muslimischen Familien ausgebildet. Die Schulen hätten einen hervorragenden Ruf im Nahen Osten.

An der Universität in Bethlehem kommen 2/3 der Studenten aus muslimischen Familien, 1/3 aus christlichen Familien. Unabhängig von der Religion studieren und lernen die Jugendlichen miteinander, lernen die jeweils andere Religion kennen und sich in Toleranz einüben.

„So viel Grund zum Verzweifeln es in der Politik im Heiligen Land auch oft gibt – so viel Hoffnung macht doch diese Friedensarbeit vor Ort “ – erklärte Dr. König.

Die Christen und ihre Einrichtungen im Heiligen Land sind auf die Hilfe angewiesen. Angesichts der politischen Verhältnisse, des erheblichen Drucks, unter dem die Christen stehen, und zum Teil auch der wirtschaftlichen Not überlegen sich viele Christen, auszuwandern. Wenn die Alternative laute „Integration oder Emigration“, wollten die Ritter nach Kräften dabei helfen, die Integration zu fördern, erklärte Dr. König. Dazu gehöre in erster Linie eine qualifizierte Ausbildung für die Kinder christlicher Familien, die ihnen ein Bleiben ermögliche.

So könne ein Beitrag geleistet werden, dass an den christlichen Stätten des Heiligen Landes, an denen der christliche Glaube seine Ursprünge habe, auch noch christliches Leben sei.

Die Paderborner Ritter veranstalten auch jährlich einen Bücherbasar, dessen Reinerlös sie für die Christen im Heiligen Land zur Verfügung stellen. In den letzten Jahren konnten dadurch mehr als 22.000 € ins Heilige Land überwiesen werden.

Aus Anlass des 70. Geburtstages der Paderborner Komturei haben die Ritter insgesamt 35.000 € gesammelt, die sie der Stiftung der Deutschen Statthalterei des Ritterordens als Donation zur Verfügung stellen.

Aus den Erträgnissen können in Zukunft Christen im Heiligen Land gefördert werden, entweder christliche Einrichtungen oder Not Leidende ganz persönlich, z.B. durch Finanzierung von Schul-und Studienstipendien für junge Leute, die Schulgeld oder das Geld für die Uni Bethlehem aus eigener Kraft nicht aufbringen können.

Die Paderborner Ritter begehen ihren Geburtstag am 11. Dezember mit einem Festvortrag im Liborianum und nachmittags um 16:15 Uhr mit einem Bläserkonzert und einer von Bläsern begleiteten Heiligen Messe in der Busdorfkirche in Paderborn.

Es spielt ein Bläserquintett der Musikhochschule Detmold Stücke von Johann Sebastian Bach, Johann Pachelbel, Gustav Holst und „Christmas Crackers“ arrangiert von John Iveson. Interessierte sind dazu herzlich eingeladen.

 
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