Ein Novembertag am Möhnesee. Die Sonne sucht immer wieder kleine Wolken-Lücken, um ihre Strahlen hinunter ans See-Ufer zu schicken. Auch wenn es ihr gelegentlich gelingt, die Wasserfläche in gleißendes Licht zu tauchen, wenig später türmt sich das mächtige Grau am Himmel wieder zu einer dicken Wolkenformation auf. Die goldenen Oktobertage sind vorbei. Novemberstimmung ist im Anmarsch. Sie setzt in der Soester Börde zwar angesichts von Allerheiligenkirmes, Karnevalsauftakt und Martinstag ein wenig später als andernorts ein, doch dann ist sie plötzlich da, jene Zeit im Jahresverlauf, die geprägt ist von Dunkelheit, Stille und von der aufziehenden Kälte. Das Laub fällt von den Bäumen, der Winter kündigt sich an. Das Leben dreht einen Gang zurück. Oder sogar zwei Gänge?
Still ruht der See
Mit Pastor Ludger Eilebrecht bin ich an diesem Novembermorgen am Möhnesee verabredet. Wir schreiten die Seetreppe in Körbecke hinab und nehmen den Blick auf die weite, ruhig da liegende Wasserfläche in uns auf, bevor wir auf den Uferweg einbiegen. Der Geistliche ist mit dem Fahrrad gekommen, er wohnt „um die Ecke“. Und er bekennt, dass die Runde am See für ihn gerade im Herbst eine Faszination ausübt. „Die Gäste sind abgereist, die Boote sind eingeholt“, sagt er. Still ruht der See. „Wir sind hier wieder unter uns und können Dinge in Angriff nehmen, die die Einheimischen und den Ort betreffen,“ sagt er. Als Mitglied des Pastoralteams im Pastoralen Raum Soest liegt der Schwerpunkt seiner Pfarrseelsorge am Möhnesee.