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© Moritz Steegmaier / Erzbistum Paderborn
© Moritz Steegmaier / Erzbistum Paderborn

Musical „Judith“ steht vor Aufführung in Dortmund: Mut und Freude, die anstecken

Tausende Stimmen, ein Klang des Mutes: Beim Musical „Judith und das Wunder der Schöpfung“ - Premiere ist am Samstag - singen viele Aktive aus dem Erzbistum Paderborn mit und vermitteln Hoffnung und Glauben.

Unsere Reportage geht zurück an den Anfang – zum ersten Probetag im Herbst 2025, angeleitet von Chorleiter Roland Orthaus und Gospelcoach Miriam Schäfer. Schon hier zeigt sich: Die Begeisterung ist in jeder Stimmübung spürbar. Viele Aktive aus dem gesamten Erzbistum Paderborn, das das Projekt „Judith und das Wunder der Schöpfung“ fördert, sind dabei. Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz ist Schirmherr.

Mut, sich zu zeigen

Erinnern Sie sich an das letzte Mal, als Sie in einem Raum voller Fremder das Wort ergriffen haben? Oder an den Moment, als Sie sich einer Gruppe anschlossen, ohne zu wissen, was Sie erwartet? All diese Situationen erfordern Mut. Mut sich zu zeigen, sich verletzlich zu machen, vielleicht auch mal zu scheitern. Und dennoch tun wir es immer wieder. Warum? Weil es uns verbindet. So auch an diesem Tag. Der Saal im RuhrCongress in Bochum füllt sich. Lauter neugierige Gesichter treffen ein und kommen ins Gespräch. Chöre, Familien, Einzelne, die einfach Lust auf Musik und Begegnung haben, sind heute angereist, um gemeinsam zu singen.

Viele Stimmen, ein Klang

Zuerst erhebt sich der Sopran. Dann der Alt, der Tenor, der Bass. Wie Wellen, die sich aufeinander zubewegen, entsteht aus vier getrennten Tonlagen ein einziger Klangraum. Erst zögernd, dann entschlossen, schließlich so selbstverständlich, als wäre dieser Chor aus Tausenden schon immer eins gewesen. Für einen Moment hält alles inne. Dann lächelt Chorleiter Roland Orthaus. „Genau so.“

Orthaus kennt diesen Moment. Bereits beim Musical „Bethlehem“ stand er am Dirigentenpult und erlebt jetzt erneut, wie aus Einzelstimmen eine Gemeinschaft wächst: „Mich begeistert es, wieder ganz neu mit so vielen Menschen auf eine Wellenlänge zu kommen und diesen Chorklang zu spüren. Wie man sich gegenseitig einfach begeistern und anstecken kann für diese Sache.“ Für ihn sind es Augenblicke wie diese, in denen Musik mehr ist. Sie wird zu Gemeinschaft – zu einem Gefühl von Glauben und Hoffnung.

Man kennt sich nicht, aber trotzdem ist man eine große Gemeinschaft. Alles in allem ist es einfach ein cooles Projekt.“

Laura Lucarelli von den Lambertuschören Langenberg

Ein Projekt, das niemanden ausschließt

Mit „Judith und das Wunder der Schöpfung“ ist etwas Seltenes gewachsen: ein Chor, der Grenzen überwindet. Von Paderborn bis Hagen, von Langenberg bis Dortmund. Männer, Frauen, Kinder. Jung und Alt. Ob als Gruppe oder Einzelne – hier zählt jede Stimme. Unter den 3.000 Sängerinnen und Sängern sind auch Stimmen der Lambertus-Chöre aus Langenberg. In einem Chor wie diesem findet jede Stimme ihren Platz. Alter, Herkunft oder Erfahrung spielen keine Rolle – entscheidend ist die Freude am Singen. Die Lieder sind so komponiert, dass sie leicht zu lernen sind und schnell ins Herz gehen. Laura ist 26 und singt, seit sie sechs ist, bei den Lambertuschören in Langenberg. „Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös“, erzählt sie nach der ersten gemeinsamen Probe. „So viele Menschen – und plötzlich singen alle denselben Ton. Das ist überwältigend.“

Das Stück ist angelehnt an die biblische Schöpfungsgeschichte, verwoben mit einer modernen Erzählung: Judith, eine junge Frau, die sich gegen ihre Angst stellt und nicht aufgeben will. Ihre Entscheidungen für sich und das heranwachsende Kind spiegeln die gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: Klimakrise, Generationenkonflikte, Konflikte zwischen Aufbruch und Festhalten.

„Ich finde sehr schön, dass die Verbindung zum persönlichen Leben durch dieses Musical hergestellt wird, und dass es darum geht, dass wir uns gemeinsam vielleicht ein bisschen neu darauf ausrichten können – und dadurch Vertrauen und Zuversicht neu gewinnen“, sagt Roland Orthaus. Wer sich traut, mitzumachen, merkt: Man bekommt mehr zurück, als man gibt. Der große Chor zeigt auch, was Kirche sein kann: vielfältig, lebendig, hoffnungsvoll. Menschen, die zusammenstehen und füreinander singen. „Ich finde, es ist eine krasse Erfahrung, gerade mit so vielen Sängerinnen und Sängern da zusammenzustehen, zu singen.

Ein Beitrag von:

Julia Güth

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