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Mit offenen Armen, Ohren und Herzen

Wie Gemeindereferentin Catherine Bings für die Menschen in Hohenlimburg da ist
Unser Glaube
27. Juli 2021

Mit offenen Armen, Ohren und Herzen

Wie Gemeindereferentin Catherine Bings für die Menschen in Hohenlimburg da ist

Catherine Bings ist vom einen auf den anderen Tag zur Krisenmanagerin geworden. Die Gemeindereferentin ist in Hagen-Hohenlimburg eine von vielen Schnittstellen zwischen Helfenden und Menschen, die vom Hochwasser betroffen sind. Wer benötigt welche Hilfe? Wer hat seine Hilfe angeboten? Wie können Spendengelder gut eingesetzt werden? Eine einzigartige Herausforderung.

Bei einem Besuch in Hohenlimburg in der Woche nach dem Hochwasser erzählt Bings: „Das Telefon steht gar nicht still. Die Menschen rufen im Pfarrbüro oder in der Caritas an und fragen nach Hilfe.“ Essen für die Helfenden und Hygieneartikel sind besonders gefragt. Allmählich wächst die Nachfrage nach Elektrogeräten wie Waschmaschinen. Zudem wurde ersten Betroffenen unbürokratisch mit Geldspenden geholfen.

Eine große Herausforderung in der Zeit nach der Flutkatastrophe besteht eben darin, Hilfe und Hilfsbereitschaft zusammenzubringen. Die Hilfsbereitschaft sei riesig, Geldspenden laufen bei der Caritas ein. Bings erzählt, dass zunächst viel Aktionismus geherrscht habe. Nun, fast zwei Wochen nach der Flut sagt sie: „Es kommt mehr Ruhe in die ganze Situation. Die Strukturen werden klarer, es ist nicht mehr so viel Chaos.“

 

Kapelle voller Hilfsgüter

Kapelle mal anders. Babynahrung, Hygieneartikel und Lebensmittelkonserven türmen sich dort, wo sonst Gläubige beten. Der Gekreuzigte schaut über den Altar hinweg auf diese Szene. In der Kapelle der St. Bonifatius Kirche Hohenlimburg hat die Kirchengemeinde ein Lager für Hilfsgüter aufgeschlagen, die von Spenden an die Caritas Hagen finanziert wurden. Catherine Bings sagt: „Wenn wir unsere Räume nicht zur Verfügung stellen, wer soll es dann sonst tun?“

In Hohenlimburg hat sich nach der Flutkatastrophe auch eine private Hilfsinitiative gegründet, der „Hochwasserhilfe-Laden“. Kleiderspenden, Hygienartikel und Essen werden dort angenommen, sortiert und weitergeleitet. Catherine Bings besucht die Privatinitiative und fragt, was dort benötigt wird. Die Antwort: Babynahrung, Folgemilch, alle Hygieneartikel. Also leitet Bings mehrere Kartons dorthin weiter. Auch Privatpersonen kommen zur Kapelle und gehen mit Toilettenpapier, Seife und Bolognese-Sauce unterm Arm zu den überfluteten Häusern zurück.

Lager fürs Hilfsgüter in der Kapelle der St. Bonifatius Kirche in Hohenlimburg. Foto: Tobias Schulte / Erzbistum Paderborn

Eigene Räume unter Wasser

Eigene Räume unter Wasser

Neben aller Hilfe für die Betroffenen galt es für Bings und die Kirchengemeinde in Hohenlimburg auch, sich um die eigenen Räumlichkeiten zu kümmern. Die Kleiderkammer der Pfarrcaritas sowie die Räume der Pfadfinder und Messdiener liefen mit Wasser und Schlamm voll. Nachdem zunächst alle Möbel und Kleider auf einem riesigen Speermüll-Haufen gesammelt wurden, war inzwischen ein Architekt da, um die Räume zu begutachten. Die Perspektive: Ende des Jahres könnten die Räume wieder nutzbar sein.

„Müde, aber optimistisch“, so beschrieb Bings ihren Gemütszustand in den Tagen nach dem Hochwasser. Eine Woche später sei die Müdigkeit überwunden, der Optimismus aber geblieben. Obwohl gerade viel auf Bings einprasselt, sieht sie die große Hilfsbereitschaft und die Möglichkeit, als Kirche für die Menschen da zu sein.

Schon bevor das Hochwasser nach Hohenlimburg kam, hat die Kirchengemeinde Bedürftige unterstützt. Jeden Dienstag kämen 100 Menschen zur Pfarrcaritas, um mit Kleidung und Lebensmitteln versorgt zu werden, erzählt Bings: „Vom Gefühl her ist die Arbeit nicht viel anders, aber mehr geworden. Wir haben vorher gesagt: Wir begegnen den Menschen mit offenen Armen, Ohren und Herzen. Wer uns braucht, für den sind wir da. Genauso agieren wir jetzt auch.“

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Nah dran an den Betroffenen

Esther van Bebber, Diözesan-Caritasdirektorin, über den Einsatz der Caritaseinrichtungen
 
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