Es herrscht typisches Aprilwetter. Der böige Wind wirft die Osterfahne am Kirchturm von St. Petrus Canisius in Hemer-Westig hoch in die Luft. Vor wenigen Minuten gab es einen Moment, an dem die Sonne beinahe die Wolken durchdrang, bis urplötzlich ein Regenschauer niederging. Immerhin ist es jetzt trocken genug, um die Kamera aufs Stativ zu setzen. Als es erneut zu tröpfeln beginnt, sind zum Glück einige brauchbare Aufnahmen im Kasten. Mit der erhofften Schönwetterfotografie wird es aber heute nichts mehr.
„So kommen Sie doch rein“, ruft uns nun eine Stimme vom Portal her zu. „Unsere Kirche ist ein Ort, an dem man gut aufgehoben ist!“ Die Stimme gehört Gerhard Giebels, 75 Jahre alt, Kirchenvorstand seit 1997. Natürlich meint Giebels seine Einladung im doppelten Sinn, bezieht die Aussage nicht nur aufs Wetter und meint mit der Kirche nicht allein das Gebäude.
Zeit seines Lebens ist Gerhard Giebels ein Kümmerer. Im Berufsleben trug er Sorge für die Prozessrechner der Dortmunder Verkehrsbetriebe, war unter anderem für die Signaltechnik der U-Bahnen zuständig. Im Privaten engagiert er sich für die Kirche. „‚Bei Kirchensʻ bin ich groß geworden“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Im Kirchenvorstand kümmert sich Giebels hauptsächlich um Liegenschaftsangelegenheiten. Weil aber nicht nur die Kirche, sondern auch seine Stadt Hemer ein Ort sein soll, der die Menschen annimmt, engagiert er sich zusätzlich als Helfer in einer Mittagstafel.