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© Besim Mazhiqi
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Lebendiges Gebäude, lebendige Geschichte, lebendiger Glaube

Erzbistumskalender 2025: St. Petrus Canisius in Hemer-Westig ist ein Ort, an dem man gut aufgehoben ist

Es herrscht typisches Aprilwetter. Der böige Wind wirft die Osterfahne am Kirchturm von St. Petrus Canisius in Hemer-Westig hoch in die Luft. Vor wenigen Minuten gab es einen Moment, an dem die Sonne beinahe die Wolken durchdrang, bis urplötzlich ein Regenschauer niederging. Immerhin ist es jetzt trocken genug, um die Kamera aufs Stativ zu setzen. Als es erneut zu tröpfeln beginnt, sind zum Glück einige brauchbare Aufnahmen im Kasten. Mit der erhofften Schönwetterfotografie wird es aber heute nichts mehr.

„So kommen Sie doch rein“, ruft uns nun eine Stimme vom Portal her zu. „Unsere Kirche ist ein Ort, an dem man gut aufgehoben ist!“ Die Stimme gehört Gerhard Giebels, 75 Jahre alt, Kirchenvorstand seit 1997. Natürlich meint Giebels seine Einladung im doppelten Sinn, bezieht die Aussage nicht nur aufs Wetter und meint mit der Kirche nicht allein das Gebäude.

Zeit seines Lebens ist Gerhard Giebels ein Kümmerer. Im Berufsleben trug er Sorge für die Prozessrechner der Dortmunder Verkehrsbetriebe, war unter anderem für die Signaltechnik der U-Bahnen zuständig. Im Privaten engagiert er sich für die Kirche. „‚Bei Kirchensʻ bin ich groß geworden“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Im Kirchenvorstand kümmert sich Giebels hauptsächlich um Liegenschaftsangelegenheiten. Weil aber nicht nur die Kirche, sondern auch seine Stadt Hemer ein Ort sein soll, der die Menschen annimmt, engagiert er sich zusätzlich als Helfer in einer Mittagstafel.

Knacken macht lebendig

Nun aber möchte Gerhard Giebels nicht länger über sich sprechen, sondern über die Kirche St. Petrus Canisius, seine Glaubensheimat. Der Grundstein der Kirche wurde 1930 gelegt. Die Pläne für den Kirchbau sind allerdings älter. „Schon vor dem Ersten Weltkrieg wollten die Menschen hier in Westig eine katholische Kirche bauen und gründeten dafür einen Verein“, erzählt Gerhard Giebels. „Aber erst kam der Krieg, dann die Inflation – und weg war das gesammelte Geld.“ Erst Ende der 1920er-Jahre war die Kasse wieder so weit gefüllt, dass die Schar der katholischen Christinnen und Christen in Westig einen zweiten Anlauf wagen konnte. Aus Sparsamkeit wurde dabei teilweise auf die alten Pläne zurückgegriffen. Das erklärt das jugendstilhaft geschwungene Kirchendach. Auch bei der Bauausführung achtete die Gemeinde auf die Kosten. Vieles entstand in Eigenleistung des örtlichen Gesellenvereins und des Männergesangsvereins Concordia. Die Feldsteine, die bei der Herstellung des Planums an der Flanke des Hügels und beim Ausgraben der Fundamente gefunden wurden, fanden Verwendung beim Mauerbau.

Nicht gespart wurde bei der Ausstattung. Die Kirchenfenster gehen auf die Entwürfe des bekannten Glasmalers und Mosaikkünstlers Walter Klocke zurück. Die geschnitzten Reliefs an den Säulen im Eingangsbereich, welche mit Petrus Canisius, Albertus Magnus, Don Bosco und Clemens Maria Hofbauer die „Lehrer der Jugend“ zeigen, sind ein Gemeinschaftswerk von Walter Klocke und Wilhelm Burg junior. Ein Kunstwerk für sich ist der frei sichtbare Dachstuhl aus Holz mit seinen trapezförmigen Balken, der leise vor sich hin knistert, während draußen der Aprilwind am Kupferblech der Dacheindeckung zerrt. „Sie sollten mal herkommen, wenn das Dach in der Sommersonne liegt“, sagt Gerhard Giebels. „Dann knackt es noch viel wilder!“ Für ihn ist das Knacken nicht störend, sondern ein Zeichen dafür, dass das Gebäude lebt: „Lebendiges Gebäude, lebendige Geschichte, lebendiger Glaube: Das alles kommt hier zusammen.“

St. Petrus Canisius in Hemer

Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Ort.

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