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Erzbistum Paderborn
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Fest verankert in der Kirche, fest verankert in der Stadt

Erzbistumskalender 2022: Die Pfauenfigur auf der Turmspitze der Liboriuskapelle ist ein Wahrzeichen der Stadt Paderborn und des Libori-Festes
© Besim Mazhiqi
Unser Glaube
16. Juli 2022
Paderborn

Fest verankert in der Kirche, fest verankert in der Stadt

Erzbistumskalender 2022: Die Pfauenfigur auf der Turmspitze der Liboriuskapelle ist ein Wahrzeichen der Stadt Paderborn und des Libori-Festes

Der Pfau schlägt stolz sein Rad

Der Pfau schlägt stolz sein Rad. Dabei zählt der Stolz – nebst Gier, Wollust, Zorn, Neid, Hochmut und Faulheit – zu den sieben Todsünden. Wie also kam es dazu, dass ausgerechnet der Pfau zu einem Attribut des heiligen Liborius wurde?

Die Vollendung des Glaubens

Die Antwort auf die Frage gibt Benedikt Fischer, Dechant des Dekanats Paderborn: „Der Pfau als Symbol für den Stolz ist eine relativ junge Zuschreibung. Deutlich älter ist die Vorstellung, dass der Pfauenvogel mit seinem perfekt geschlagenen Rad die Vollendung verkörpert, auch die Vollendung des Glaubens.“ Diese Erklärung passt sowohl zeitlich als auch inhaltlich deutlich besser zur Heiligenlegende. Sie erzählt davon, dass bei der Überführung der Reliquien des heiligen Liborius im Jahr 836 von Le Mans nach Paderborn ein Pfau dem Zug als Wegweiser voranflog. Am Ziel angekommen, setzte sich der Vogel erst auf der Turmspitze des Domes nieder und wartete den Einzug der Reliquien ab. Dann, als seine göttliche Mission erfüllt war, fiel er tot zu Boden.

Der Vogel blieb auf dem Dach

Beinahe zu Boden gestürzt wäre auch die vergoldete Pfauenfigur auf der Spitze der Liboriuskapelle, als am 18. Januar 2018 das Orkantief Friederike mit über 200 Kilometern pro Stunde über den Harz fegte und selbst im Flachland noch Tempo 130 erreichte. Zum Glück knickte der Sturm nur die Stange ab, mit der die Pfauenfigur an der Turmspitze befestigt war. Der Vogel blieb auf dem Dach und weitgehend heil. Dennoch dauerte die Reparatur 16 Monate. Nun sitzt der Pfau wieder sicher verschraubt und zugleich drehbar gelagert auf der Turmspitze, bietet also dem Wind weniger Angriffsfläche. „Eine gute Verankerung ist wichtig. Die Stürme über der Kirche werden in Zukunft zunehmen“, sagt Dechant Fischer und lässt dabei offen, ob er nur die Extremwetterlagen meint, die als Folge des menschengemachten Klimawandels häufiger werden, oder ob er auch von den gesellschaftlichen Stürmen spricht, die über der Kirche toben.

Libori ist weit über die Stadtgrenzen hinaus identitätsstiftend

Stürme wird es zu Libori 2022 hoffentlich keine geben, nachdem das Patronatsfest von Stadt und Erzbistum in den zwei Jahren zuvor aufgrund der Corona-Pandemie in wesentlich kleinerem Rahmen stattfinden musste –ohne Pottmarkt, Kirmes und buntes Treiben rund um den Dom. „Libori ist weit über die Stadtgrenzen hinaus identitätsstiftend“, hält Benedikt Fischer fest. Er selbst stammt aus Ottfingen, einer zur Gemeinde Wenden gehörenden Ortschaft am südlichsten Zipfel des Sauerlandes. „Von hier aus sind es bis nach Paderborn zweieinhalb Stunden mit dem Auto“, sagt der Priester. „Die Bistumsstädte Köln und Limburg sind in der Hälfte der Zeit erreicht. Aber durch Libori haben die Menschen in meiner Heimat eine Beziehung zu Paderborn und zu ihrem Erzbistum.“ So kennt Benedikt Fischer die Liboriuslieder und die Pfauensage von Kindesbeinen an und ist nun glücklich, als Dechant Verantwortung für die Liboriuskapelle zu tragen.

Eine wunderschöne Paderborner Tradition

Deren Pfau auf dem Dach zählt zu den Wahrzeichen der Stadt, doch die wenigsten Paderbornerinnen und Paderborner haben bislang einen Fuß in die Kapelle gesetzt. Wer sich die normalerweise verschlossene Kapelle anschauen möchte, für den hat Dechant Benedikt Fischer zwei Tipps: „Der übliche Weg ist, an einer offiziellen Kapellenführung teilzunehmen. Der interessantere Weg ist, sich in die Messe einzuschmuggeln, die jedes Jahr während des Libori-Festes für die Schaustellerinnen und Schausteller abgehalten wird.“ Dabei bietet sich die Möglichkeit, nicht nur Einblick in die Kapelle zu nehmen, sondern auch eine wunderschöne Paderborner Tradition kennenzulernen.

Das Kalenderbild

© Besim Mazhiqi

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Der diesjährige Bistumskalender nimmt uns mit auf eine Reise durch das Erzbistum Paderborn und macht jeden Monat Halt an zwei besonderen Orten: an zahlreichen Kapellen oder Kreuzwegen, die jeweils Zeugen einer interessanten Entstehungsgeschichte sind. Darüber hinaus erzählt der Kalender faszinierende Geschichten von Menschen, die mit diesen Orten verbunden sind – manchmal nicht nur über viele Jahre, sondern sogar über weite Entfernungen hinweg. Wir stellen Ihnen hier alle zwei Wochen das neueste Kalenderblatt vor.

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