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© Anja Schlender / Bistum Magdeburg
© Anja Schlender / Bistum Magdeburg

Erzbistum Paderborn und Bistum Magdeburg beraten über kirchliche Verantwortung in herausfordernder Zeit

Jährliches Leitungstreffen im Roncalli-Haus mit besonderem Blick auf Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Die Leitungen des Erzbistums Paderborn und des Bistums Magdeburg sind am 3. und 4. Mai 2026 zu ihrem jährlichen Partnerschaftstreffen zusammengekommen. Die Begegnung fand in diesem Jahr im Roncalli-Haus in Magdeburg statt. Das Treffen wird traditionell im Wechsel in Paderborn und Magdeburg ausgerichtet und dient dem Austausch über pastorale, gesellschaftliche und kirchenpolitische Entwicklungen.

An der Begegnung nahmen unter anderem Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und Bischof Dr. Gerhard Feige, der Paderborner Generalvikar Dr. Michael Bredeck und der Magdeburger Generalvikar Dr. Bernhard Scholz sowie weitere Mitglieder der Leitungsgremien teil. Nach einem ersten Austausch am Sonntagabend begann der Montag mit der Feier der Heiligen Messe in der Kathedrale St. Sebastian. Im Anschluss wurden die Gespräche im Roncalli-Haus fortgesetzt.

Kirche in herausfordernder Zeit

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kirche in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen glaubwürdig, menschenzugewandt und handlungsfähig bleiben kann. Exemplarisch kamen Fragen der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt, Transformationsprozesse in beiden Bistümern, der Umgang mit kirchlichen Gebäuden, Archiven und Depots sowie ökumenische Themen und Fragen kirchlicher Praxis zur Sprache.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete die politische Lage in Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl am 6. September 2026. Dr. Mathias Bethke, Leiter des Katholischen Büros Sachsen-Anhalt, ordnete am Vormittag aktuelle Entwicklungen ein. Dabei ging es auch um programmatische Aussagen der AfD Sachsen-Anhalt und die Frage, welche Folgen politische Debatten im Wahljahr für das gesellschaftliche Klima, die demokratische Kultur und das Zusammenleben im Land haben können.

Die Teilnehmenden machten deutlich, dass solche Fragen nicht allein das katholische Leben betreffen. Berührt sind Grundfragen des gesellschaftlichen Miteinanders: der Schutz der Menschenwürde, der Zusammenhalt in einer vielfältigen Gesellschaft, die freie Arbeit sozialer und zivilgesellschaftlicher Träger sowie das Verhältnis von Staat, Kirche und Gesellschaft. Gerade kirchliche und caritative Einrichtungen erfahren in ihrer täglichen Arbeit, wie sehr Vertrauen, Solidarität und Verantwortung für ein gutes Zusammenleben gebraucht werden.

Initiativen für Demokratie und Zusammenhalt

Vor diesem Hintergrund nahm die vom Bistum Magdeburg geplante katholische Initiative „BEWUSST WÄHLEN!“ breiten Raum ein. Sie setzt im Vorfeld der Landtagswahl ein Zeichen für Menschenwürde, Nächstenliebe, Dialog und Solidarität. Die Initiative will Menschen ermutigen, ihre Wahlentscheidung informiert, verantwortungsvoll und aus einem christlichen Menschenbild heraus zu treffen – nicht parteipolitisch, sondern wertebasiert.

Das Erzbistum Paderborn brachte dazu seine Erfahrungen mit der Initiative „WIR SAGEN ZUSAMMEN:HALT!“ ein. Mit ihr hatte das Erzbistum bereits im Umfeld der Bundestagswahl 2025 und der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen für Demokratie, Menschenwürde, Nächstenliebe und ein respektvolles Miteinander geworben. Beide Initiativen zeigen, was die Bistümer verbindet: der Wille, aus dem Evangelium heraus Verantwortung für eine offene, solidarische und menschenfreundliche Gesellschaft zu übernehmen.

Enge Verbindung seit 1821

Das jährliche Partnerschaftstreffen machte deutlich, wie wertvoll der kontinuierliche Austausch zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem Bistum Magdeburg ist. Beide Bistümer stehen vor je eigenen Herausforderungen, teilen aber zentrale Anliegen: Kirche verlässlich zu gestalten, Menschen in ihren Lebenswirklichkeiten nahe zu sein, Verantwortung für Demokratie und Zusammenhalt zu übernehmen und den christlichen Glauben hoffnungsvoll in die Gesellschaft einzubringen.

Paderborn und Magdeburg sind seit 1821 eng miteinander verbunden. Zunächst gehörte das Kommissariat Magdeburg offiziell zum Erzbistum Paderborn. Nach dem DDR-Mauerbau 1961 wurde das Magdeburger Gebiet immer selbständiger und 1994 schließlich wieder ein eigenständiges Bistum. Seitdem besiegelt ein Partnerschaftsvertrag die freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ortskirchen. Zudem gehört Magdeburg zusammen mit Erfurt und Fulda zu den Suffraganbistümern, die der Paderborner Metropolie bzw. Kirchenprovinz zugeordnet sind.

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