Eröffnung des Seligsprechungs-Verfahrens für Abbé Franz Stock

Abbé Franz Stock (1904-1948) Paderborn, 8. Oktober 2009. Zur Eröffnung des Seligsprechungs-Verfahrens für den aus dem Erzbistum Paderborn stammenden Priester Franz Stock (1904-1948) feiert Erzbischof Hans-Josef Becker am Samstag, 14. November, um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Arnsberg-Neheim ein Pontifikalamt. Im Anschluss werden die Mitglieder der Untersuchungskommission, die ein kirchenrechtliches Untersuchungsverfahren für eine eventuelle Seligsprechung des 1904 in Neheim geborenen Abbé Franz Stock durchführen, vereidigt.

„Nach Bitten von zahlreichen Gläubigen wird mit Zustimmung der Kongregation für die Heiligsprechung ein kirchenrechtliches Untersuchungsverfahren für eine eventuelle Seligsprechung des Dieners Gottes Franz Stock durchgeführt“, schreibt Erzbischof Becker in seinem Dekret zur Eröffnung des Seligsprechungsverfahrens für Franz Stock. Zu diesem Zweck habe er beim Erzbischöflichen Offizialat eine eigene Kommission eingesetzt, deren Mitglieder am 14. November vereidigt werden.

Franz Stock wurde 1904 in Neheim im Sauerland geboren und 1932 in Paderborn zum Priester geweiht. 1934 übernahm er die Leitung der deutschsprachigen Gemeinde in Paris. Nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges und der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen war Stock in Paris als Standortpfarrer und insbesondere als Gefängnisseelsorger tätig. Als solcher hat er Gefangenen und ihren Familien unter Einsatz seines Lebens vielfältige Dienste erwiesen. Hinzu kam die geistliche Begleitung zahlreicher Widerstandskämpfer und Geiseln vor ihrer Erschießung.

Erzbischof Hans-Josef Becker feierte im September 2007 zum zehnjährigen Bestehen der „Gedenk- und Begegnungsstätte Franz Stock“ in Neheim ein Pontifikalamt. 1944 begleitete er deutsche Soldaten in alliierte Kriegsgefangenschaft, 1945 baute er das „Priesterseminar hinter Stacheldraht“ in Orleans und Chartres für kriegsgefangene deutsche Theologiestudenten auf, dessen Regens er war. Franz Stock starb am 24. Februar 1948 in Paris.

In seinem vielfältigen Wirken hat Abbé Franz Stock in die von Krieg und Hass gezeichnete Situation die völkerversöhnende Liebe Gottes sichtbar gemacht und ein neues christliches Freundschaftsband zwischen Deutschland und Frankreich geknüpft.

Stichwort: Seligsprechung

Eine Seligsprechung bedeutet für die katholische Kirche, dass eine verstorbene Person vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Jesus Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist, und deswegen von der Kirche eines Landes, eines Bistums oder einer bestimmten Gemeinschaft verehrt werden darf. Der Seligsprechung eines Mannes oder einer Frau kann eine Heiligsprechung folgen; dann darf die betreffende Person offiziell weltweit verehrt werden. Die Seligsprechung eines Menschen gründet in einer hohen Wertschätzung durch das Kirchenvolk.

Der Seligsprechung geht ein kirchliches Untersuchungsverfahren voraus, das vom Bischof einer Diözese eingeleitet wird. Im Seligsprechungsprozess muss die jeweilige Ortskirche Informationen über Leben und Sterben der Person sammeln und ein Wunder oder den Märtyrertod sowie Tugendhaftigkeit und den Ruf der Heiligkeit nachweisen. Danach leitet der Bischof die Akten der Vatikanischen Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen zu, die in einem eigenen Verfahren die Echtheit der Dokumente und Zeugenaussagen prüft, gegebenenfalls Gutachten über mögliche Wunder einholt und schließlich eine Empfehlung an den Papst ausspricht.

Informationen zu Abbé Franz Stock unter www.franz-stock.de