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Sonntage im Jahreskreis und der Festkreis der Heiligen

Festkreise vom Kirchenjahr

Zieht man die beiden großen Festkreise vom Kirchenjahr ab, bleibt erstens der Zeitraum zwischen dem Fest der Taufe des Herrn und Aschermittwoch sowie zweitens der Zeitraum von Pfingstsonntag bis Christkönig (der letzte Sonntag im Kirchenjahr). Die einzelnen Sonntage werden durchgezählt: Der Sonntag nach dem Fest „Taufe des Herrn“ ist der 2. Sonntag des Kirchenjahres, das Hochfest Christkönig ist der 33./34. Sonntag. Letztlich ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest, denn in jeder sonntäglichen Eucharistiefeier wird der Auferstehung Jesu gedacht. Sonntag ist damit gewissermaßen der Urfeiertag im christlichen Glauben.

Neben den Festen und Sonntagen im Kirchenjahr kennt die Kirche noch den Festkreis der Heiligen. Dabei handelt es sich um Menschen, die mit ihrem Leben ein besonderes Glaubenszeugnis gegeben haben und daher als Vorbilder für alle Gläubigen gelten. Diese Zeugnisse waren und sind sehr unterschiedlich: Vor allem in der Frühzeit der Kirche gab es Märtyrer, die sich in der Zeit schlimmer Christenverfolgungen fest zu ihrem Glauben bekannten und ihr Leben für den Glauben an Jesus Christus hingaben. Aber auch viele Bischöfe und Theologen, Asketen und Ordensleute wurden von der Kirche in den Stand der Heiligkeit erhoben. Eine besondere Rolle nehmen Maria, die Mutter Jesu, sowie die Apostel ein. Diese verkündeten den Glauben an Jesus weiter und sorgten so als Erste für das Wachsen der Kirche.

Heilige in der Weltkirche

Manche Heilige werden überall in der Weltkirche verehrt. Neben Maria und den Aposteln gehören zum Beispiel der heilige Franziskus von Assisi, die heilige Clara oder der heilige Benedikt von Nursia dazu, alle Gründer bedeutender Orden. Aber auch Kirchenlehrerinnen und -lehrer wie der heilige Augustinus von Hippo, die heilige Katharina von Siena, der heilige Thomas von Aquin oder die heilige Teresa von Ávila sind weltberühmt. Andere Heilige haben dagegen innerhalb eines Landes, einer Region, einer Stadt oder eines Bistums große Bedeutung. Im Erzbistum Paderborn ist das zum Beispiel der heilige Liborius, dessen Reliquien im Hohen Dom zu Paderborn aufbewahrt werden und dem zu Ehren Stadt und Erzbistum im Sommer das mehrtägige Libori-Fest feiern.

Wie die großen christlichen Feste kennen auch manche Heiligenfeste feste Bräuche. Am Fest Mariä Himmelfahrt (15. August) werden Kräutersträuße gebunden, die dann im Gottesdienst gesegnet werden. Am Festtag der heiligen Barbara (4. Dezember) werden Zweige von Obstbäumen abgeschnitten und in eine Vase gestellt in der Hoffnung, dass sie bis zum Heiligen Abend (24. Dezember) blühen. Kinder freuen sich vor allem auf die Gedenktage des heiligen Martin (11. November) oder des heiligen Nikolaus (6. Dezember): Beim „Martinszug“ ziehen sie mit bunten, leuchtenden Laternen durch die Straßen und werden dabei von einem römischen Soldaten auf einem Pferd begleitet, der den heiligen Martin darstellt. Am Nikolausabend freuen sie sich über Süßigkeiten und kleine Geschenke, die ihnen der heilige Nikolaus bringt.

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