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30
Dezember
2019
30.Dezember.2019

Zwischen Diskretion und offenen Türen

Auf eine Kaffeelänge mit Matthias Micheel

In der Serie „Auf eine Kaffeelänge mit…“ treffen wir uns auf einen Kaffee mit einer Person aus dem Erzbistum Paderborn. Die einzige Vorgabe der Serie ist: die Unterhaltung endet, sobald der Kaffeebecher ausgetrunken ist. Dieses Mal haben wir uns mit Matthias Micheel getroffen, dem ersten Laien in der Aufgabe eines Persönlichen Referenten beim Erzbischof von Paderborn.

„Persönlicher Referent von Erzbischof Hans-Josef Becker“ – das ist ein etwas sperriger Titel. Und für die meisten im Erzbistum ist diese Funktion wahrscheinlich auch relativ neu und unbekannt. Was macht so ein Persönlicher Referent eigentlich so den ganzen Tag? „Ich unterstützte unseren Erzbischof in der Vorbereitung auf wichtige Sitzungen. Ich arbeite ihm für Reden und Predigten oder Veröffentlichungen zu, und ich pflege den Kontakt zu Gremien, bestimmten Ansprechpartnern und zu zentralen Stellen im Generalvikariat oder zur Caritas“, verdeutlicht Micheel seine Aufgabe und ergänzt: „Dabei geht es natürlich auch um Themen, bei denen es eine besondere Diskretion und Verschwiegenheit braucht.“ Naturgemäß konnte uns an dieser Stelle Matthias Micheel nichts Genaueres erzählen.

Kamp als Lern- und Arbeitsfeld

„Für mich ist der Weg zum Büro und die Anfangszeit um meist Viertel vor Acht eigentlich ideal“, lacht Micheel, der mit seiner Frau und dem 13-jährigen Sohn Constantin in Schlangen zwischen Paderborn und Detmold lebt. „Wir haben das Glück, alle gemeinsam unseren Arbeits- und Schulweg antreten zu können, denn wir arbeiten und lernen alle drei um den Paderborner Dom herum. Zuerst setzen wir Constantin an der St. Michaels-Schule ab, dann steige ich am Bischofshaus aus, und meine Frau fährt weiter zur Theologischen Fakultät.“

Der Kamp in Paderborn ist für Matthias Micheel schon lange ein gutes Lern- und Arbeitsfeld. Nachdem er dort am Theodorianum sein Abitur gemacht hatte, schloss er sozusagen direkt nebenan ein Theologie-Studium an der Theologischen Fakultät an und war dort auch fünf Jahre lang als Assistent am Lehrstuhl für Philosophiegeschichte tätig. Nach einem Zweitstudium der Sozialen Arbeit an der KatHo und einigen Jahren als Theologe beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln, kehrte er im Jahr 2000 wieder an den Kamp zurück. Beim Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken war er 18 Jahre lang als Leiter der Missionarischen und diakonischen Pastoral beschäftigt, bevor er dann den Kamp entlang ein weiteres Stück höher ins Bischofshaus kam.

Matthias Micheel

Der Arbeitstag beginnt für Matthias Micheel mit dem Gang durch eine kleine Seitentür des Bischofshauses. Foto: pdp/Lena Jordan

Der Arbeitstag beginnt für Matthias Micheel mit dem Gang durch eine kleine Seitentür des Bischofshauses. Foto: pdp/Lena Jordan

Das Team im Bischofshaus

Seit etwas mehr als einem Jahr ist der 52-Jährige nun in seiner Funktion als Persönlicher Referent tätig und vervollständigt damit das Team des Bischofshauses. „Bereits an meinem ersten Arbeitstag haben mich alle total herzlich empfangen, und ich fühle mich bis heute mehr als wohl, sowohl an meinem Arbeitsplatz als auch als Kollege im Haus. Wir sind wirklich eine gute Gemeinschaft. Eng arbeite ich natürlich mit Sebastian Boksa zusammen, der den Erzbischof als Fahrer und Zeremoniar auf seinen Reisen begleitet und unterstützt. Oder mit Marlies Fricke, die unser Büro managt. Und nicht zuletzt sind wir alle froh und dankbar, dass mit Schwester Gertrude und Schwester Maria Lioba zwei Schwestern der Christlichen Liebe hier mit im Haus leben, die im Haushalt und in der Sakristei arbeiten. Das ist für mich auch eine neue und schöne Erfahrung. Und das macht natürlich auch den besonderen Geist dieses Arbeitsplatzes mit aus und prägt meinen Alltag.“

Das gute Miteinander läge aus Sicht der Kolleginnen und Kollegen natürlich nicht zuletzt am Erzbischof selbst, mit dem auch Micheel ein vertrauensvolles und dialogisches Arbeitsverhältnis pflegt. „Wir hier im Bischofshaus schätzen besonders die Unaufgeregtheit, mit der Erzbischof Becker auch in schwierigen Situationen handelt. Und egal, wie viel ihn gerade beschäftigt, er erkundigt sich nach dem Wohlergehen unserer Familien. Das gilt für uns alle, und das ist mir auch ‚draußen‘ bei den Reisen aufgefallen. Er sagt immer, dass man Frau und Kinder oder die Eltern bei all den Aufgaben niemals vernachlässigen dürfe. Und er meint das auch so.“

Der Glaube lebt durch persönliche Beziehungen

Bewusst ist im Sommer 2018 ein Nachfolger für Kaplan Ulrich Liehr gesucht worden, der kein Priester mehr sein sollte. Erzbischof Becker wäre es wichtig gewesen, ein Zeichen zu setzen, dass die Priester in der Seelsorge des Erzbistums dringender gebraucht werden als in der Verwaltung. Zugleich, so Micheel, sei ein Laie in der Funktion des Persönlichen Referenten des Erzbischofs oder des Generalvikars auch ein Zeichen für das Miteinander von Priestern und Laien und der Wertschätzung gewesen. „Pastor Liehr und Regens Menke-Peitzmeyer, waren meine beiden Vorgänger“, so Micheel, „und beide haben mich am Anfang ganz wunderbar mit in die neue Aufgabe eingeführt und unterstützt.“

„Egal, wie dick auch manche Kirchenmauern nach außen hin erscheinen mögen, die Kirche ist für die Menschen da und tut sehr viel Gutes. Davon bin ich fest überzeugt, auch wenn vielleicht manches im Argen liegt. Ich möchte mit meiner Arbeit ein ganz kleines Stück dazu beitragen, dass deutlich wird, dass Glaube und Kirche keine abstrakten Dinge sind. Und dass es eigentlich keine andere Institution geben kann, die diese Themen in unsere Gesellschaft bringt. Jedenfalls wüsste ich keine.“ Unabhängig von seiner Anstellung ist Micheel der Meinung, dass der Glaube eine große Relevanz für jeden von uns haben kann. „Ich bin katholisch aufgewachsen und habe durch persönliche Beziehungen erlebt, wie wichtig der Glaube für das eigene Leben ist. Mich haben eigentlich nicht so sehr die Leute geprägt, die viele Worte machen und gut reden können. Eher im Gegenteil. In Schlangen hatten wir unsere ‚Seelsorgehelferin‘ (oder später Gemeindereferentin) Maria Glandorf. Sie ist vor einem Jahr mit 90 Jahren gestorben. Sie hat mit uns im Dorf einfach mitgelebt und die Botschaft ganz unspektakulär und sehr schlicht vorgelebt. Aber sie hat sie vorgelebt! Sie war immer da, bis zum Schluss. Und jeder wusste, aus welcher Hoffnung sie das tut. Und darum müsste es doch eigentlich gehen, oder?“

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