Kontakt Presse & Medien Für Mitarbeitende Karriere & Jobs
Kontakt
Gestaltungselement Navigation
8
August
2020
8.August.2020

Zeltlager in der eigenen Heimat

Jugendverbände des BDKJ schaffen Sommerferien-Alternativen: Ideenreiche Kolpingjugend und Messdiener Bigge

Aus den Boxen dröhnt Musik, auf dem Vorplatz stehen große weiße Zelte, in der Mitte brennt ein Lagerfeuer. Auf dem Gelände der Schützenhalle in Bigge spielen Kinder Fußball, fahren Roller oder sitzen zusammen in einer Ecke und spielen Karten. Eigentlich wären sie alle jetzt gemeinsam in Ulrichstein in Mittelhessen. Doch das Zeltlager der Kolpingjugend und Messdiener von Bigge wurde Mitte Mai abgesagt – wegen Corona. „Wochenlang wurden wir vertröstet und wussten nicht, ob es stattfindet oder nicht“, sagt Felix Liesen von der Kolpingjugend.

Mit abwechslungsreichen Spielen war für Kurzweil gesorgt. (Foto: Till Kupitz)
Mit abwechslungsreichen Spielen war für Kurzweil gesorgt. (Foto: Till Kupitz)

Die “Home-Edition”

Als die Absage dann Wirklichkeit wurde, war die Frage: ein Alternativprogramm aus dem Boden stampfen – ja oder nein? „Wir haben uns dann direkt gesagt: Entweder ganz oder gar nicht“, so der 23-Jährige. Die Idee: ein richtiges Zeltlager, diesmal eben nur im eigenen Ort, an und in der Schützenhalle. Daher das Motto: „Bigge – Meine Heimat“.

Doch auch das „Zeltlager Home Edition“ funktioniert nicht ohne Hygienevorschriften: Die 50 Teilnehmer des fast zwei Wochen andauernden Zeltlagers wurden in vier Bezugsgruppen von bis zu 14 Personen aufgeteilt – 20 dürften es laut NRW-Vorschrift sogar sein. In den einzelnen Gruppen muss man zwar keine Maske tragen und keinen Mindestabstand einhalten, bei Kontakt zu anderen Gruppen ist das aber Pflicht. Jede Gruppe hat in den Zelten einen eigenen Essensbereich, jeder besitzt sein eigenes Geschirr und die Hände werden immer wieder desinfiziert. Gespült wird von den 20 Leitern, mit Handschuhen und Maske. Nur sie fassen den Wasserhahn an oder benutzen die Schwämme. Sogar eine Hygienestation in der Schützenhalle wurde eingerichtet. Das insgesamt siebenseitige Hygienekonzept habe das Leitungsteam innerhalb einer Woche ausgearbeitet, beschreibt Felix Liesen. Von der Stadt Olsberg habe es dafür viel Lob gegeben, fast ohne Korrekturen wurde das Konzept freigegeben.

Ohnehin: Das Alternativ-Ferienlager stieß von Anfang an bei allen auf große Begeisterung und Unterstützung. „Wahnsinn, was ihr da macht“, hieß es dann oft, so Felix Liesen. Besonders die Eltern seien glücklich, dass es doch noch ein Zeltlager gibt und ihre Kinder die Ferien mit Freunden verbringen können.

Gute Stimmung auch bei zahlreichen Spielangeboten. (Foto: Till Kupitz)
Gute Stimmung auch bei zahlreichen Spielangeboten. (Foto: Till Kupitz)

Die Highlights aus zwei Zeltlagern in einem

Dass alles aber erst seine Eingewöhnungszeit gebraucht hat, haben auch die Leiter bemerkt. Ein, zwei Tage sei die Atmosphäre schon etwas angespannt gewesen, so Felix Liesen: „Die Kinder und Jugendlichen taten sich schwer, in Zeltlager-Stimmung zu kommen. Dann haben wir aber einen Tag am Hennesee einen richtig geilen Tag erlebt und seitdem ist hier nur noch Ramba Zamba, im positiven Sinn.“ Kathrin Patzsch vermutet, dass das auch damit zusammenhängt, dass alle den Zeltlager-Ort an der Schützenhalle erstmal nur mit Hygienebedingungen verbunden haben. „Der Hennesee-Tag war ein richtiger Knackpunkt. Danach hat sich alles eingegroovt und wurde richtig cool.“ Deshalb sei es gut, zum Beispiel an Wandertagen auch noch an andere Ort zu kommen – einfach, um das Gefühl eines richtigen Zeltlagers noch mehr zu erleben.

Denn: Es ist eben nicht alles gleich. Die Kinder und Jugendlichen übernachten nur dreimal in der Schützenhalle in voneinander getrennten Zonen, ansonsten schlafen sie zuhause. Anders als bei den Leitern, die immer dort übernachten und die Abende immer gemeinsam verbringen, entwickelte sich deswegen schwieriger ein Gemeinschaftsgefühl. „Normalerweise lernen sich in so einem Zeltlager ja alle untereinander kennen, springen dann auch mal über ihren Schatten und gehen auf andere zu. Das fällt jetzt durch die Einteilung in Gruppen natürlich etwas weg“, schildert Kathrin Patzsch. Es ist das erste Jahr, dass Messdiener und Kolpingjugend von Bigge zusammen ein Ferienlager veranstalten. Und „ein Volltreffer“, so Felix Liesen. Statt sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, soll von nun an das Zeltlager immer gemeinsame Sache bleiben. Die Highlights aus zwei Zeltlagern vereint in einem.

Ein Beitrag von:

Till Kupitz
Freier Mitarbeiter
Gestaltungselement Footer
Logo Youpax

Erzbistum Paderborn
Domplatz 3
33098 Paderborn

Tel. +49 (0)5251 125-0 (Zentrale Erzbischöfliches Generalvikariat)
Fax +49 (0)5251 125-1470
generalvikariat@erzbistum-paderborn.de