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20
Mai
2021
20.Mai.2021

Wolle spenden – Wärme schenken

Ehrenamtliche stricken während der Corona-Pandemie über 150 Decken für Bedürftige / Bistumsweite Wolle-Spendenaktion erfolgreich beendet.

Mehr als 150 handgestrickte Decken und rund 800 Kilo gespendete Wolle, das ist die stolze Bilanz der Caritas-Aktion „Wolle spenden, Wärme schenken“ im Erzbistum Paderborn. Im vergangenen Winter hatte das Referat Altenhilfe und die Initiative youngcaritas im Diözesan-Caritasverband zum Spenden von Wollresten aufgerufen. Ursprünglicher Hintergrund: Eine Strickgruppe im sauerländischen Brilon-Madfeld brauchte dringend Nachschub an Wolle, um mit ihren gestrickten Decken die Arbeit der Salzkottener Franziskanerinnen in Rumänien und Malawi unterstützen zu können. „Wir wollten mit unserem Aufruf das Engagement der vorwiegend älteren Frauen weiterhin möglich machen, gleichzeitig aber auch dazu beitragen, der Isolation und Vereinsamung in der kontaktarmen Coronazeit zu begegnen“, erklärt Altenhilfe-Referentin Ulrike Hackenholt. „Gemeinsam zu stricken, wenn auch jede für sich zu Hause, hat sich dabei hervorragend bewährt.“

Aufruf verbreitete sich bistumsweit

Was niemand ahnen konnte: Der Caritas-Aufruf verbreitete sich bistumsweit über das Sauerland hinaus. Gesammelt wurde in Arnsberg, Hagen, Minden, Herford, Büren, Paderborn, Altenbeken und in Höxter. „Mehr als 800 Kilogramm Wolle wurde gespendet, von hoher Qualität, teilweise sogar neuwertig“, freut sich youngcaritas-Referentin Linda Heinemann. Diese Mengen konnten selbst die fleißigen Strickdamen aus Madfeld allein nicht bewältigen. Bereits bestehende Strickrunden, insbesondere aus den Reihen der Caritas-Konferenzen sprangen ein, aber auch neue Initiativen von strickbegeisterten Personen entstanden, so dass zusätzlich auch in Salzkotten, Hagen und Siegen gestrickt wurde.

Martina Werdehausen und Pastor Tobias Spittmann organisierten die Wolle-Spendenaktion im Pastoralverbund Corvey (Höxter) (Foto: cpd / privat)
Stricken und helfen: Zu den engagierten Teilnehmerinnen der Aktion gehört auch Thea Gruß (88) aus Brilon-Madfeld. (Foto: cpd / privat)
Dina, Immanuel, Maureen und Leonie bei der Aktion „Warm durch die Nacht“ von der youngcaritas in Dortmund. Über die engagierten Jugendlichen wurden die meisten Decken an Bedürftige verteilt. (Foto: cpd / privat)

Warm durch die Nacht

Entstanden sind so über 150 Decken, überwiegend Patchwork. „Alles wunderschöne und wirklich dicke, warmhaltende Decken“, betont Ulrike Hackenholt. Ursprünglich sollten die Decken wieder an Hilfsprojekte der Salzkottener Franziskanerinnen in Rumänien und Malawi gehen, doch die Corona-Pandemie vereitelte den Transport. Über das youngcaritas-Projekt „Warm durch die Nacht“ wurden die Decken schließlich an bedürftige und obdachlose Menschen in Dortmund verteilt. Auch die Bahnhofsmission in Paderborn sowie der Mittagstisch „Guten Appetit“ in Siegen versorgen mit den handgestrickten Textilien gezielt bedürftige Menschen. „Besonders in den kalten Februar-Wochen und im frostreichen Frühjahr waren die Decken eine willkommene Hilfe für die Menschen“, so Linda Heinemann.

Ressourcenschonung und Bewahrung der Schöpfung

Weitere Wolle-Spenden werden nicht benötigt, denn eine größere Menge an Wolle steht noch bereit und kann im Herbst wieder von Engagierten verstrickt werden. Ulrike Hackenholt: „Wir hoffen, dass sich die Aktionen langfristig regional verstetigen und junge Menschen, die Lust haben, stricken zu lernen, gezielt eingebunden werden.“ So könne die Aktion gleich mehrere Ziele verwirklichen: Begegnungen zwischen Jung und Alt fördern, Einsamkeit im Alter vorbeugen und Nothilfe für Menschen bieten, die im Winter der Kälte ausgesetzt sind. Zusätzlich sei auch der Aspekt der Ressourcenschonung und Bewahrung der Schöpfung integriert, da ungenutzte oder bereits verstrickte Altwolle verwendet werde.